Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

Studie: Deutsche rechnen mit Mindestrente

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.12.2014

Insbesondere ältere Deutsche und diejenigen mit einem guten Einkommen gehen davon aus, dass zukünftig die sogenannte Mindestrente zur Realität wird. Freude löst dies bei den vermeintlich Begünstigten jedoch nicht aus. Gleichzeitig kritisiert der Chef des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung den vorzeitigen Ruhestand.

Laut einer Studie des Direktversicherers „Hannoversche“ glaubt ein Großteil der Deutschen an eine gesetzlich eingeführte Mindestrente, die unterstützend die gesetzliche Rentenversicherung ergänzen würde. Für seine repräsentative Studie hatte der Versicherer das  Institut für Markt- und Organisationsforschung „YouGov“ beauftragt, rund  1.000 Leute zu befragen.

Glaube an die Einführung einer Mindestrente

Studie: Geringverdiener skeptischer als Besserverdiener

Während sich Geringverdiener mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.000 Euro eher skeptisch geben (54 Prozent), glauben laut der Studie bei den Besserverdienern (3.000 bis 4.000) 72 Prozent an eine Einführung der Mindestrente. Eine Mindestrente ist aktuell gesetzlich nicht verankert, wird derzeit aber vielfach diskutiert. Sie würde sich an diejenigen richten, die trotz jahrelanger Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenkasse nur eine kleine Rente von etwa 850 Euro erhalten. Betroffene Rentner müssten dafür 40 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben und entweder über eine private oder betriebliche Vorsorge verfügen.

Drohende Mindestrente sorgt für Vertrauensverlust

Immer mehr Deutsche verlieren zudem ihr Vertrauen in die Rente – ob privat oder gesetzlich – und haben damit große Sorgen, dass ihnen im Alter nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Insgesamt haben zwei Drittel der in der Studie der Hannoverschen befragten Deutschen Zweifel. Im Vergleich zu Männern ist die Sorge bei Frauen noch einmal größer; drei Viertel der Teilnehmer zweifeln.

Sorge, den Lebensunterhalt mit der Rente bestreiten zu können

„Insbesondere Geringverdiener und Menschen mit einem gebrochenen beruflichen Werdegang werden in der Tat nur mit Mühe ein Alterseinkommen oberhalb einer existenziellen Mindestversorgung erreichen“, gibt sich die Versicherung in ihrer Prognose pessimistisch. „Nur auf die Hoffnung der staatlichen Mindestversorgung im Alter zu setzen, greift allerdings zu kurz. Insbesondere geförderte Produkte, wie die Riester-Rente oder die betriebliche Altersversorgung sind attraktiver, als die meisten denken“, warnt und empfiehlt Dr. Oliver Gaedeke aus dem Vorstand der „YouGov“.

Rente mit 63 sorgt für Furore

Zeitgleich sorgt eine weitere Änderung im Rentensystem – die Einführung der Rente mit 63 – weiter für Diskussionen. „Die Resonanz ist groß – aber nicht dramatisch größer als gedacht. Richtig ist: Es gibt Beschäftigte, die sich aus guten Gründen für die Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren entscheiden“, freut sich IG-Metaller Hans-Jürgen Urban in der „Stuttgarter Zeitung“. Bis Ende Oktober sollen laut der „Deutschen Rentenversicherung“ 163.000 Arbeitnehmer ihre Anträge auf einen vorzeitigen Ruhestand eingereicht haben. Ein Großteil der bisher 110.000 bearbeiteten Gesuche wurde bewilligt. Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg von jährlich fast einer halben Million Arbeitnehmer, die ihren Anspruch geltend machen wollen. Vorstandsmitglied Urban findet: „Wir freuen uns darüber, dass wir im Rahmen eines flexiblen Ausstiegskonzepts eine weitere Möglichkeit durchsetzen konnten, die offensichtlich gut in die heutige Arbeitswelt passt.“

Ifo-Chef kritisiert Rentenreform

Weniger Zuspruch erhält die Rente mit 63 vom Chef des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. „Das ist das falsche Signal. Wir brauchen eine längere Lebensarbeitszeit, keine kürzere“, kritisierte Hans-Werner Sinn die Änderung. Zuletzt hatte er bereits in der „WirtschaftsWoche“ seinen Unmut geäußert und die Rente mit 63 als volkswirtschaftlichen „Flop“ bezeichnet. Die Politik hätte leichtfertig eine unter Gerhard Schröder mühsam erkämpfte Reform „verfrühstückt“, so der Ifo-Boss. Er schlägt vor: „Man könnte durchaus eine Rente mit 63 oder 64 Jahren erlauben. Nur müssten die Rentenabschläge versicherungsmathematisch korrekt berechnet werden, damit der frühere Austritt den Staat kein Geld kostet.“

Wer sich über die gesetzliche Altersrente hinaus absichern möchte, kann unter anderem das Info-Angebot zur Rente, Alters- und Risikovorsorge von FinanceScout24 nutzen, um sich zu informieren und Angebote zu vergleichen.

Aktuelle Finanznews

Finanzverwaltung warnt vor Phishing-Mails
Finanzverwaltung warnt vor Phishing-Mails
Online-Betrüger haben offenbar deutsche Steuerzahler als vielversprechende neue Zielgruppe entdeckt. Aktuell tauchen vermehrt Phishing-Mails von vermeintlichen Finanzämtern auf, die die Empfänger zur Preisgabe...
Offenlegungspflicht für Steuersparmodelle geplant
Offenlegungspflicht für Steuersparmodelle geplant
Komplexe Steuersparmodelle helfen vor allem Vermögenden, mehr von ihrem Geld zu behalten. Wie im Fall der Panama Papers erkennen die Regierungen solche Steuervermeidungsstrategien erst spät. Dagegen soll...
Teure Basiskonten: Verbraucherzentrale mahnt ab
Teure Basiskonten: Verbraucherzentrale mahnt ab
Basiskonten sollen insbesondere Obdachlosen und Flüchtlingen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern und für eine bessere Integration sorgen. Inzwischen sind Banken und Sparkassen verpflichtet,...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen