Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

Studie: Deutsche sparen wenig effizient

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.10.2015

Sparen wird in Deutschland immer noch großgeschrieben. Keine andere Nation ist so emsig dabei, Geld zurückzulegen, wie die Bundesrepublik. Dennoch rangieren die deutschen Sparer beim Pro-Kopf-Vermögen im internationalen Vergleich weiter hinten als vielleicht gedacht. Ein möglicher Grund dafür: Die Deutschen sparen laut einer aktuellen Studie wenig effizient und bringen ihren Vermögensaufbau somit nur langsam voran.

Selbst anhaltende Niedrigzinsen können scheinbar nichts daran ändern, dass die Deutschen weiterhin fleißig sparen: Die Bundesrepublik ist und bleibt eine Sparnation. Und dennoch trübt eine Art „Sparparadox“ die Tugend der deutschen Sparer. Im „Allianz Global Wealth Report“ zeichnet sich ab: Die Deutschen sparen viel, doch der Vermögensaufbau bleibt auf der Strecke. Das Pro-Kopf-Vermögen liegt nach Abzug der Schulden zwar immerhin bei 44.700 Euro, und damit im Vergleich zum Vorjahr bei fast 2.000 Euro mehr pro Sparer. Doch beim Blick über die Grenzen der Bundesrepublik fällt auf, dass die Deutschen hinter anderen Industriestaaten weit abgeschlagen zurückliegen – und das, obwohl sie beim Thema "Sparen" ganz vorne mitmischen.

Die wohlhabendsten Menschen leben in der Schweiz

Die Autoren der Studie haben den finanziellen Status quo von Verbrauchern aus 50 Staaten weltweit untersucht. Dabei stellten sie fest, dass das Pro-Kopf-Vermögen der Deutschen von knapp 45.000 Euro nicht sonderlich hoch ist – Deutschland nimmt im internationalen Vergleich nur Platz 18 ein. Die Menschen in der Schweiz besitzen fast drei Mal so viel Vermögen wie die Deutschen und belegen damit Rang eins. Und auch die US-Amerikaner sind deutschen Sparern in puncto Vermögensaufbau um Längen voraus: Sie landen auf Platz zwei, vor den Briten auf Platz drei.

Beim Sparen haben die Deutschen die Nase vorn

Beim Sparen selbst kann den Deutschen jedoch niemand etwas vormachen. Im vergangenen Jahr legten Bundesbürger durchschnittlich 40 Prozent mehr beiseite als 2007, kurz vor Beginn der Finanzkrise – dennoch holen sie mit ihrem Pro-Kopf-Vermögen gegenüber anderen Nationen nicht auf. Daraus leitet sich ein regelrechtes Sparparadox ab: Wie kann es sein, dass die Deutschen ihr Geld auf Tagesgeldkonten bringen oder ihr Erspartes als Festgeld anlegen und im „Allianz Global Wealth Report“doch seit vielen Jahren immer ungefähr auf dem gleichen Platz rangieren?

Ausbleibender Vermögensaufbau wegen niedriger Zinsen: Sparen die Deutschen falsch?

Scheinbar sparen die Deutschen einfach falsch: „Die Deutschen sparen nicht so, dass damit große Vermögenssprünge möglich sind“, erklärt Allianz-Ökonom Dr. Arne Holzhausen, der bei der Erstellung der Studie eine leitende Funktion innehatte, im Gespräch mit der „Welt“. Offenbar lassen die Deutschen ihr Erspartes nahezu unverzinst auf ihrem Konto liegen: 39 Prozent des Vermögens der Deutschen liegen auf der Bank – trotz anhaltender Niedrigzinsen. Ein Blick auf andere Länder zeigt, dass die Sparer ihr Geld wesentlich häufiger in Wertpapiere und Versicherungen, wie etwa in eine Kapitallebensversicherung, anlegen und damit letztlich bessere Wertzuwächse erzielen. Auf diese Weise treiben sie den Vermögensausbau Jahr für Jahr voran, ohne mehr sparen zu müssen.

Amerikaner mögen Sparen – allerdings nicht auf dem Konto

Ein besonders geeignetes Beispiel für diese Strategie, das Vermögen zu vermehren, scheint die USA zu sein. Nur 13 Prozent der Verbraucher dort lassen ihr Geld auf dem Konto liegen, wohingegen über die Hälfte in Wertpapiere investiert. Mit erwartbarem Ergebnis:  2015 verfügen die US-Amerikaner über ein durchschnittliches Pro-Kopf-Vermögen von umgerechnet fast 140.000 Euro – im vergangenen Jahr ist dieses um 4,5 Prozent gewachsen. Sollten deutsche Sparer ihre Angst vor Aktien und Wertpapieren abbauen, können sicherlich auch hierzulande bessere Wertzuwächse erreicht werden. Ein Geldanlage-Vergleich kann Anlegern helfen, eine individuell passende Strategie zum Vermögensaufbau zu finden.

Aktuelle Finanznews

Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Die Lebensversicherer in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Baudarlehen vergeben. . Die Zuwächse lagen bei ihnen deutlich über denen des Gesamtmarkts. Ein möglicher Grund ist, dass sich...
Geringes Finanzwissen bei Jugendlichen
Geringes Finanzwissen bei Jugendlichen
Um das Finanzwissen der Jugendlichen in Deutschland ist es laut einer Studie schlecht bestellt: Viele haben den Eindruck, in der Schule nicht ausreichend informiert zu werden, und haben Probleme beim Erklären...
Bausparkassen: Vertragskündigungen nicht rechtens
Bausparkassen: Vertragskündigungen nicht rechtens
Vertragskündigungen durch Bausparkassen beschäftigen seit geraumer Zeit die deutschen Gerichte. Zwei Juristen kommen nun zu dem Schluss, dass sie nicht legitim sind. Bislang waren die Urteile sehr unterschiedlich...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen