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Studie: Pflegebedürftigkeit begünstigt Altersarmut

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.05.2015

Eine aktuelle Studie zeigt, dass eine Pflegebedürftigkeit im Alter großen Einfluss auf die finanzielle Situation hat. Fast die Hälfte der Betroffenen leidet unter Altersarmut, auch weil die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichen. Die drastische Zunahme der der Pflegefälle in Deutschland könnte die Situation weiter verschärfen.

Im Rahmen einer umfangreichen Studie hat das Deutsche Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) die Einkommens- und Vermögensverhältnisse von Haushalten untersucht, in denen Fälle von Pflegebedürftigkeit existieren. Laut dem DIW Berlin, wurden die Daten mit denen der übrigen Bevölkerung ab 60 Jahren abgeglichen. Das Ergebnis zeigt, dass Haushalte mit Pflegefällen deutlich häufiger von Altersarmut betroffen sind als Haushalte ohne. Die Zahl an Verschuldungen und prekären Vermögenssituationen zeigt deutlich, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung häufig nicht ausreichen.

Altersarmut bei Pflegefällen doppelt so häufig

Haushalte in der Bevölkerungsgruppe der über 60-Jährigen verfügten der Studie zufolge über ein durchschnittliches Vermögen von 60.000 Euro. Sobald ein Haushalt jedoch eine Person mit einer Pflegebedürftigkeit einschließt, rutscht das sogenannte mittlere Vermögen auf 9.000 Euro ab. Fast 40 Prozent der betroffenen Haushalte können gar kein Vermögen mehr vorweisen oder mussten sich bereits verschulden. In der Vergleichsgruppe der über 60-Jährigen ohne Pflegebedürftigkeit ist der Anteil der von Altersarmut Betroffenen mit 20 Prozent nur halb so hoch. Die Gründe für die deutlich höhere Altersarmut bei Pflegebedürftigen erklärt Johannes Geyer, Rentenexperte des DIW Berlin, zum einen mit den Pflegekosten und zum anderen mit dem sinkenden Einkommen von pflegenden Angehörigen. „Weil sie ihre Erwerbstätigkeit einschränken, um Pflege und Beruf miteinander zu vereinbaren”, erklärt der Experte, reduziere sich das Haushaltseinkommen. In vielen Fällen reichen die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung folglich nicht aus, um die tatsächlich anfallenden Pflegekosten zu decken. Eine zusätzliche private Pflegeversicherung kann diese Pflegelücke schließen und die finanzielle Situation im Alter gegenüber der Diagnose Pflegebedürftigkeit absichern.

Immer mehr Pflegebedürftigkeit in Deutschland

Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Zahl der Pflegefälle in Deutschland stark zunimmt. Allein zwischen Ende 2011 und Ende 2013 gab es eine Zunahme um fünf Prozent auf 2,63 Millionen Pflegebedürftige. Professor Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen geht davon aus, dass Fälle von Pflegebedürftigkeit weiter zunehmen werden und im Jahr 2050 mehr als 4,5 Millionen Menschen betroffen sein könnten. Dementsprechend groß könnte in Zukunft auch das Problem der Altersarmut werden.

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