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Neue Studie: Mehr Konsum durch Steuererhöhung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.10.2015

Eine Steuererhöhung steigert den Konsum, so das Ergebnis einer neuen Studie. Denn wenn Verbraucher wissen, dass die Preise bald anziehen werden, schlagen sie umso stärker zu und kurbeln mit ihrer höheren Kaufbereitschaft die Konjunktur an. Als natürliches Experiment diente die deutsche Mehrwertsteuererhöhung im Jahr 2007.

Eine Steuererhöhung wirkt sich positiv auf die Kaufbereitschaft aus. Das geht aus einer deutsch-amerikanischen Studie der Marktforschungsfirma GfK, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der Booth School of Business in Chicago und der University of Maryland hervor, von der die „Welt“ berichtet. Haushalte, die eine Preissteigerung erwarten, zeigen demnach eine um bis zu 33 Prozent höhere Kaufbereitschaft.

Steuererhöhung im Jahr 2007 für natürliches Experiment genutzt

Die Wirtschaftswissenschaftler nutzen die Erhöhung der Mehrwertsteuer in der Bundesrepublik zum 1. Januar 2007, um den Effekt zu untersuchen. Nachdem die Regierung angekündigt hatte, die Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent zu erhöhen, wurde die Entwicklung der Kaufbereitschaft in der Bundesrepublik mit der in Großbritannien, Schweden und Frankreich verglichen. In diesen EU-Ländern war keine Steuererhöhung geplant. „Die Tatsache, dass die Ankündigung unerwartet war und unabhängig von künftigen Konjunkturerwartungen erfolgte, erlaubt es, einen kausalen Zusammenhang zwischen Inflationserwartungen und Ausgabebereitschaft von Verbrauchern herzustellen“, erklärt Studienautor Michael Weber von der Hochschule in Chicago der Zeitung.

So wird der Konsum angekurbelt

Aufgrund der erwarteten Steuererhöhung waren deutsche Verbraucher vor allem beim Kauf langlebiger Güter wie Autos und elektronischer Geräte bereit, mehr Geld auszugeben. Den Höhepunkt erreichte der Anstieg der Konsumbereitschaft im November 2006, also kurz bevor die Steuererhöhung in Kraft trat. „Zu diesem Zeitpunkt war die Bereitschaft der Verbraucher, hochwertige Produkte zu kaufen, um mehr als 33 Prozent höher als bei der Kontrollgruppe“, so GfK-Experte Rolf Bürkl gegenüber der „Welt“. Die Ausgabenbereitschaft stieg insbesondere bei Verbrauchern mit höherer Bildung und besseren Einkommen aus städtischen Bereichen.

Verbraucher müssen höhere gestiegene Preise tragen können

Die Ökonomen weisen jedoch auch darauf hin, dass die Verbraucher in der Lage sein müssen, die Preissteigerungen, die eine Mehrwertsteuererhöhung mit sich bringt, bewältigen zu können. Wenn das Girokonto bereits vor Monatsende in den roten Zahlen steht, findet Konsum kaum statt. Eine Maßnahme dazu sei beispielsweise die Senkung der Einkommenssteuer. Die Verfasser der Studie sehen im Zusammenhang zwischen erwarteter Steuererhöhung und Konsum auch für EU-Krisenländer wie Griechenland eine Möglichkeit, ihr Wirtschaftswachstum anzukurbeln.  

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