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Studie: Warnung vor unklarem Versicherungsschutz

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 18.10.2014

Ein aktueller Tarifcheck zeigt, dass zahlreiche private Krankenversicherungen in Teilbereichen ihren Versicherungsschutz nicht eindeutig definieren. Patienten können hohe Kosten drohen, wenn die Krankenversicherung Leistungen unerwartet nicht übernimmt. Policen sollten daher genau überprüft und notfalls gewechselt oder ergänzt werden.

Nach Informationen der „Welt“ hat die Rating-Agentur Assekurata einen Tarifcheck gestartet, welcher den Versicherungsschutz bei privaten Krankenversicherungen überprüft. Die Untersuchung berücksichtigt dabei besonders missverständliche Vertragsklauseln, die den Versicherungsschutz aushöhlen könnten. In zahlreichen Verträgen wurden solche Klauseln gefunden, bei denen Kunden nicht genau abschätzen können, was die Krankenversicherung zahlt und was nicht.

Versicherungsschutz häufig uneindeutig

In einem konkreten Fall hatte ein Versicherter gegen seinen Krankenversicherer geklagt, weil dieser die Kosten für ein Brillengestell nicht übernehmen wollte. Die Sehhilfe bot laut Herstellerangaben ein edles Design und pures Understatement. Doch weil der Versicherungsschutz laut Vertrag nur Gestelle in einfacher Ausführung einschließt, urteilte das Gericht zugunsten der Versicherung. Doch wann ein Gestell „einfach“ ist, ist nirgends genau beschrieben.

In ihrem aktuellen Tarifcheck stieß die Assekurata auf der Suche nach weiteren unklaren Vertragsklauseln auf zahlreiche Fälle, bei denen Versicherten überraschend hohe Kosten drohen könnten. So boten weitere Verträge zum Beispiel auf den ersten Blick eine Erstattung von Behandlungen in einer Privatklinik. Bei genauer Auslegung wurde der Versicherungsschutz jedoch auf Leistungen begrenzt, welche in einem öffentlichen Krankenhaus angefallen wären. Nichts ahnenden Versicherten könnten in solchen Fällen Tausende Euro an Selbstkosten drohen.

Tarifcheck vor den Beitragsanhebungen

Der Tarifcheck der Assekurata wird jedoch nur teilweise veröffentlicht werden. Wenn ein Versicherer der Veröffentlichung seiner Ergebnisse nicht zustimmt, bleiben die Kunden im Ungewissen. Allerdings sei der teilweise ungenaue Versicherungsschutz in der Branche nicht vorsätzlich entstanden, heißt es von der Rating-Agentur. Durch die Ergebnisse des Tarifchecks seien betroffene Versicherer auf mögliche Missverständnisse hingewiesen worden und arbeiteten bereits an einer neuen, eindeutigen Vertragsgestaltung.

 

In den kommenden Wochen werden die jährlichen Beitragsanhebungen der Krankenversicherer erwartet. Versicherte, die eine private Krankenversicherung abschließen oder dorthin wechseln und ganz sicher gehen möchten, können die Verträge auf Unklarheiten überprüfen. Gegebenenfalls kann auch eine private Krankenzusatzversicherung Lücken beim Versicherungsschutz kosteneffektiv schließen.

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