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Sturm auf Rente mit 63: Flexi-Rente soll‘s retten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.04.2015

Das große Interesse an der Rente mit 63 Jahren setzt die Politik unter Druck, denn immer mehr Arbeitnehmer entscheiden sich für den frühzeitigen Ruhestand. Die Flexi-Rente soll kompensieren und Menschen motivieren, auch über die Regelaltersgrenze hinaus berufstätig zu bleiben. Doch die Verantwortlichen hinken dem Zeitplan hinterher. Jetzt werden die Forderungen lauter, dass sich länger Arbeiten mehr lohnen muss.

Als die Rente mit 63 Jahren beschlossen wurde, gab es innerhalb der Regierungskoalition heftigen Widerstand. Doch die Kritiker des früheren Renteneintritts konnten durch die Ankündigung der sogenannten „Flexi-Rente“ beschwichtigt werden, die einen späteren Renteneinstieg attraktiver machen soll. Ihre Umsetzung lässt jedoch auf sich warten. Ein Jahr nach Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren droht Unternehmen ein Fachkräftemangel, weil immer mehr Arbeitnehmer vorzeitig in den Ruhestand gehen. „Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, hat das verheerende Folgen“, warnt nun der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, gegenüber der „Welt".

Rente mit 63 Jahren verschärft Fachkräftemangel

Laut Angaben der Deutschen Rentenversicherung wurden insgesamt bereits fast 280.000 Anträge auf die Rente mit 63 Jahren gestellt. Allein laufenden Jahr sind es bereits 80.000. Die momentane Regelung treibe dringend benötigte Fachkräfte in den vorzeitigen Ruhestand, kritisiert Steiger. Das läge auch daran, dass die Anreize für das Weiterarbeiten nach der Regelaltersgrenze fehlten – sowohl für ältere Arbeitnehmer als auch für Unternehmen. So müssten Unternehmen für angestellte Rentner Sozialbeiträge zahlen, obwohl die Beschäftigen selbst dadurch keinerlei Ansprüche oder Vorteile erhielten. Wer also momentan länger arbeitet, kann zwar kurzfristig das Renteneinkommen aufbessern, aber nicht langfristig die Rentenhöhe steigern. In vielen Fällen ist also eine zusätzliche private Altersvorsorge erforderlich. Aufgrund des relativ niedrigen Rentenniveaus reicht das Einkommen vieler Rentner im Alter nicht aus. Die Flexi-Rente soll hier für Verbesserungen sorgen.

Flexi-Rente im Wartemodus

Ursprünglich war die Flexi-Rente als Gegenpol zur Rente mit 63 Jahren geplant worden. So sollten Arbeitnehmer mit 63 unter bestimmten Voraussetzungen abschlagfrei in Rente gehen können – oder auch freiwillig länger arbeiten, um ihren Rentenanspruch zu erhöhen. Beide Regelungen zusammen sollten für eine gleichmäßige Verteilung von frühzeitigen und späteren Renteneintritten sorgen. Doch die Umsetzung der Flexi-Rente liegt seit Monaten auf Eis – während die Rente mit 63 immer mehr Arbeitnehmer früher in den Ruhestand zieht. Die Arbeitsgruppe Flexi-Rente hätte gemäß des ursprünglichen Zeitplans bereits im Herbst 2014 Ergebnisse präsentieren sollten. Dann wurde der Zeitplan auf Dezember und zuletzt auf Januar 2015 ausgedehnt. Seit Jahresbeginn hat die Gruppe nicht mehr in großer Runde getagt.

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