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Trotz Börsenhoch: Deutsche trauen Aktien nicht

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.05.2015

Der Dax hat in diesem Jahr bereits einige Rekordmarken geknackt und vielen Anlegern gute Renditen beschert. Dennoch hat ein Großteil der Deutschen wenig Vertrauen in Aktien. Dies zeigte eine aktuelle Untersuchung. Seit der Finanzkrise ist die Zahl der Aktionäre in Deutschland stark rückläufig. Vorurteile über die Komplexität einer Aktienanlage halten sich hartnäckig.

Trotz regelmäßiger neuer Höchststände an den Börsen scheinen die Deutschen das Vertrauen in Aktien verloren zu haben. Aus einer jüngst veröffentlichten Studie im Auftrag des Deutschen Aktieninstituts (DAI) und der Börse Frankfurt geht hervor, dass sich die Zahl der Aktionäre in der Bundesrepublik seit 2012 von 9,5 Millionen auf 8,4 Millionen gesunken ist.

Finanzkrise schuld an schlechtem Ruf von Aktien

Grund für den Verlust von Vertrauen in Börsenwerte scheint demnach in erster Linie die Finanzkrise zu sein. Insgesamt 31 der Befragten gaben an, seit der Finanzkrise negativer über Aktien beziehungsweise Aktienfonds zu denken als zuvor. Unter den Aktienbesitzern liegt der Anteil sogar bei 37 Prozent. Vorbehalte gegenüber Wertpapieren sind weit verbreitet: 77 Prozent hielten Aktien und Aktienfonds für riskant und relativ unsicher. Stünde ihnen für eine Geldanlage mit 25-jähriger Laufzeit ein fiktiver Betrag von 10.000 Euro zur Verfügung, würden 55 Prozent dennoch keinen einzigen Euro in Börsenwerte investieren.

Wie viel würden Sie in Aktien/Fonds investieren?

Insbesondere unter denjenigen, die selbst kein Depot besitzen, sind die Vorurteile gegenüber Börsenwerten sehr verbreitet: 74 Prozent denken, dass eine Aktienanlage gute wirtschaftliche Kenntnisse voraussetzen und 55 Prozent sind der Meinung, dass sich eine Aktienanlage bei kleineren Anlagebeträgen ohnehin nicht lohnen würde. Dem gegenüber stehen Anlageprodukte wie die für Privatanleger leicht verständliche und gut nachvollziehbare ETFs, die auch in Form von Sparplänen mit geringen Beträgen erhältlich sind. Allerdings werden diese einfachen und vor allem kostengünstigen Anlageprodukte von vielen Banken überhaupt nicht angeboten.

Politik soll Image von Aktien aufpolieren

Dr. Christine Bortenlänger, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts sieht angesichts des schlechten Images von Börsenwerten auch die Regierungsparteien in der Pflicht: „Auch die Politik kann und muss Impulse für die Aktie setzen, damit die Deutschen Aktie und Kapitalmarkt für den Vermögensaufbau und die Sicherung des Lebensstandards im Alter stärker nutzen. Je länger die aktuelle Niedrigzinsphase dauert, desto wichtiger ist das.“ Obwohl sich die Einlagezinsen sich auf einem historischen Tiefststand befinden, legen die Deutschen ihr Vermögen immer noch bevorzugt in Form wenig rentabler Spareinlagen wie Tagesgeld an. Wie die „Welt“ berichtet, entfielen im letzten Quartal 2014 vom gesamten Geldvermögen der Deutschen in Höhe von knapp 5,1 Billionen Euro fast zwei Billionen Euro auf Spareinlagen und Bargeld. In Aktien und andere Wertpapiere wurden hingegen nur 0,5 Billionen Euro angelegt.

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