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Trotz EU-Richtlinie: Roaming-Kosten beachten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.07.2016

Im Urlaub komplett  auf das Smartphone zu verzichten, ist für viele undenkbar. Die einst gefürchteten Roaming-Kosten haben zwar seit der Deckelung durch eine EU-Richtlinie ein wenig an Schrecken verloren, dennoch kann die intensive Handynutzung im Urlaub mit dem falschen Tarif schnell teuer werden.

Seit Ende April begrenzt eine neue EU-Richtlinie die Roaming-Kosten für die Handynutzung in ausländischen Netzen. Verbraucher, die im anstehenden Urlaub nicht auf ihr Smartphone verzichten wollen, sollten sich dennoch nicht darauf verlassen, dass sich die Kosten dadurch automatisch im Rahmen halten. Wie Stiftung Warentest berichtet, ist zudem der voreingestellte Auslandstarif trotz Deckelung nicht immer die günstigste Option.

EU-Richtlinie begrenzt Roaming-Aufschlag auf fünf Cent pro MB

Urlauber, die die Nutzung mobiler Datennetze auf das Nötigste reduzieren, müssen dank der EU-Richtlinie nicht fürchten, dass die nächste Abbuchung des Handyanbieters schlagartig für Ebbe auf dem Girokonto sorgt. Pro MB Datenvolumen dürfen maximal 0,05 Euro mehr berechnet werden als im nationalen Tarif. Wenn im Urlaub allerdings regelmäßig mit dem Smartphone gesurft wird, sind Tages- oder Wochenpässe in der Regel günstiger als die voreingestellten Auslandstarife, bei denen die Roaming-Kosten gemäß der EU-Richtlinie gedeckelt sind.

Gefahr hoher Roaming-Kosten an EU-Grenzen

Besondere Vorsicht ist bei Reisezielen geboten, die sich in der Nähe der EU-Grenzen befinden, beispielsweise in Österreich nahe der Schweizer Grenze. Hier laufen Urlauber Gefahr, dass sich ihr Handy versehentlich in das Netz des Nachbarlandes einwählt, das der EU-Richtlinie nicht unterliegt. Verbraucher sollten daher in solchen Regionen die automatische Netzauswahl deaktivieren, so André Schulze-Wethmar vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland (ECC)  gegenüber der Deutschen Presse-Agenur (dpa). Denn dabei bucht sich das Handy automatisch in das sendestärkste Netz ein.

Keine Deckelung bei Handynutzung auf Schiffen und in Flugzeugen

Lediglich in der EU gilt die Regulierung der Gebühren für Roaming. Vielsurfer, die ihren Urlaub außerhalb der EU verbringen, sollten die Auslandsoptionen ihres Mobilfunkanbieters gründlich prüfen und gegebenenfalls eine SIM-Karte eines Anbieter aus dem Urlaubsland nutzen. Diese Option kann auch bei längeren Auslandsaufenthalten innerhalb der EU sinnvoll sein. Zur Kostenfalle kann die mobile Datennutzung und auch das Telefonieren auf Kreuzfahrten werden. „Die EU-Roaming-Kosten gelten nicht für Schiffe oder im Flugzeug. Da gibt es keine Preishöchstgrenzen“, zitiert die dpa Carola Elbrecht vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Hintergrund ist, dass hier kostenintensive Satellitenverbindungen genutzt werden müssen.

Mobilfunkanbieter halten sich nach Brexit-Referendum bedeckt

Unklar ist seit dem britischen Referendum zum EU-Austritt noch, wie Großbritannien in Zukunft tarifrechtlich behandelt werden wird. Auf eine entsprechende Anfrage der „Rheinischen Post“ (RP) wollten sich die großen deutschen Mobilfunkanbieter Vodafone, Telekom und Telefónica vorerst nicht äußern. Sollte es tatsächlich zum EU-Austritt kommen, greift die Richtlinie zur Begrenzung der Roaming-Kosten in Großbritannien natürlich nicht. Und auch der für 2017 geplante komplette Wegfall der Roaming-Kosten in der EU würde hier nicht mehr greifen.

Quellen: Stiftung Warentest, Süddeutsche Zeitung/dpa, Rheinische Post

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