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Überschuldung häufig wegen Arbeitslosigkeit

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.07.2016

Eine Überschuldung bringt Betroffene nicht selten für mehrere Jahre in Schwierigkeiten. Wie aktuelle Zahlen zeigen, ist Arbeitslosigkeit eine häufige Ursache für die finanzielle Notlage. Besonders häufig geraten alleinlebende Männer in Schwierigkeiten: Sie machen bei Schuldnerberatungen die größte Gruppe aus.

Die Ansicht, dass Überschuldung in den meisten Fällen selbst verursacht sei, beispielsweise durch übermäßigen Konsum, ist weit verbreitet. Wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, ist dies jedoch nicht die häufigste Ursache dafür, dass Menschen in die Schuldenfalle geraten.

Arbeitslosigkeit als verbreitetste Ursache

Im vergangenen Jahr haben sich 113.000 Menschen in Deutschland an Schuldnerberatungsstellen gewandt, um Unterstützung im Umgang in einer finanziellen Notlage zu erhalten. Davon gaben 19 Prozent an, aufgrund von Arbeitslosigkeit überschuldet zu sein. Gesundheitliche Probleme waren bei 15 Prozent der Auslöser und 14 Prozent gaben eine Trennung oder den Tod des Partners als Ursache an. Nur elf Prozent erklärten, sich durch unangemessenes Konsumverhalten in diese Lage gebracht zu haben. Und sieben Prozent empfanden ihr Einkommen als dauerhaft unzureichend.

Dieter Sarreither, der Präsident des Statistischen Bundesamtes, erklärt laut der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) zu den Ursachen: „Es fällt auf, dass in der Regel unplanbare und gravierende Änderungen der Lebensumstände als Hauptauslöser genannt werden, die außerhalb der unmittelbaren Kontrolle der Überschuldeten liegen.“

Überschuldung betrifft häufig Männer und alleinerziehende Frauen

Die größte Gruppe der Hilfesuchenden bei den Beratungsstellen waren mit 30 Prozent alleinlebende Männer, obwohl diese nur 18 Prozent der Gesamtbevölkerung stellen. Doch auch alleinerziehende Frauen geraten häufig in eine Überschuldung: 14 Prozent der beratenen Personen gehörten zu dieser Gruppe. Die meisten Schuldner sind in der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen zu finden. Ob durch Arbeitslosigkeit oder aus anderen Gründen: Im Durchschnitt hatten die überschuldeten Personen 34.400 Euro Schulden, was etwa dem 33-Fachen ihres Monatseinkommens entspricht. Häufig handelt es sich bei den Gläubigern um Banken, bei denen Kredite nicht zurückgezahlt werden können. 44 Prozent der Schulden sind hier verortet. Danach folgen öffentliche Gläubiger wie Finanzämter. Oft handelt es sich allerdings auch um Mehrfachverschuldungen: Über 40 Prozent der Schuldner haben laut Sarreither sogar zehn oder mehr Gläubiger.

Quelle: FAZ

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