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Zunehmend mehr junge Deutsche in der Schuldenfalle

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 05.11.2015

Das Problem der Überschuldung zieht sich grundsätzlich durch alle Altersgruppen. Die Gründe, warum sie in die Schuldenfalle tappen sind vielfältig – und auch wofür sich die Deutschen sich verschulden variiert stark. Eine aktuelle Studie des Institutes für Finanzdienstleistungen (IFF) hat nun gezeigt, dass das Durchschnittsalter der Überschuldeten sinkt. Auslöser bei jungen Schuldnern sind offenbar häufig Handykosten.

Menschen, die in Deutschland in die Schuldenfalle geraten, werden im Schnitt immer jünger – so lautet ein zentrales Ergebnis der Studie „Überschuldungsreport 2015“ des Institutes für Finanzdienstleistungen (IFF), wie die Tageszeitung „Welt“ berichtet.

Das Handy als Schuldenfalle für junge Menschen?

Für die jährlich erscheinende Studie, untersuchte das Institut die Lebenssituation von 60.000 Personen in Deutschland, die die Hilfe einer Schuldnerberatung in Anspruch genommen haben. Auffällig bei der diesjährigen Untersuchung war das Alter der Hilfesuchenden: Lag das Durchschnittsalter 2013 noch bei 41 Jahren, waren die Klienten 2014 durchschnittlich nur noch 40,2 Jahre alt. Dies ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 2006. Wofür sich Menschen verschulden, hängt stark vom jeweiligen mit dem Lebensalter ab: Gläubiger der unter 25-Jährigen sind mit einem Anteil von 20 Prozent besonders häufig Telekommunikationsunternehmen. Betrachtet man jedoch sämtliche Altersgruppen, machen die Forderungen dieser Unternehmen lediglich vier Prozent aus. „Je älter die Betroffenen, desto höher ist der Anteil der Bankschulden und desto geringer der Anteil der Schulden bei Telekommunikationsunternehmen“, stellten die Verfasser der Studie fest.

Bestimmte Personengruppen mit gefährdetem Lebensunterhalt

Alleinerziehende sind laut der Studie besonders stark gefährdet in eine Schuldenfalle zu geraten. So sind 15 Prozent aller Menschen, die eine Schuldnerberatung aufsuchen, alleinstehende Mütter und Väter – ihr Anteil in der Gesamtbevölkerung macht jedoch weniger als sieben Prozent aus. Somit ist das Risiko für Alleinerziehende, sich zu verschulden, weil sie ihren Lebensunterhalt nicht mehr finanzieren können, überdurchschnittlich hoch.

Die Studie benennt verschieden Auslöser, die zur Überschuldung geführt haben. Der häufigste ist seit mehreren Jahren der Verlust des Arbeitsplatzes. Knapp 27 Prozent der Befragten gerieten aufgrund dessen in die Schuldenfalle. Die sogenannte Einkommensarmut ist in der aktuellen Studie zum ersten Mal der zweithäufigste Grund für eine Überschuldung. Ihr Anteil hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt, er stieg von 4,3 auf 10,5 Prozent. Hintergrund ist nach Einschätzung der Autoren der Studie, dass der Anteil der prekären Beschäftigungsverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt in den letzten Jahren stetig zugenommen hat.

Weitere verbreitete Auslöser für die Überschuldung sind zudem gescheiterte Selbstständigkeit (10 Prozent), Scheidung oder Trennung (9 Prozent), das eigene Konsumverhalten (8,6 Prozent) und Krankheit (7,7 Prozent). In rund zwei Drittel aller Fälle von Überschuldung war eines der sechs genannten Ereignisse die Ursache.

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