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Überziehungszinsen werden zum Auslaufmodell

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.02.2015

Immer mehr Banken schaffen die Überziehungszinsen ab. Mehr als den Dispo-Zins müssen Verbraucher häufig beim Kontoüberziehen nicht mehr bezahlen. Trotz des positiven Trends bleibt ein Ratenkredit die günstigere Alternative zum Dispo und soll von Banken aktiver angeboten werden, falls Kunden ihr Girokonto überziehen.

Vor rund einem Jahr schaffte eine erste große Bank die Überziehungszinsen auf Girokonten ab. Was damals noch eher als Werbemaßnahme aufgefasst wurde, könnte sich jetzt zu einem Trend entwickeln. Wie die „FAZ“ berichtet, setzen mittlerweile auch immer mehr Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken Dispo und Überziehungszins gleich hoch an. Doch der Verzicht auf die Höchstzinsen geht Verbraucherschützern noch nicht weit genug. Bankkunden, die ihr Konto überziehen, sollen in Zukunft über alternative günstigere Möglichkeiten informiert werden, Geld zu leihen.

Trend gegen Überziehungszinsen

Ein Sprecher des Deutschen Sparkassenverbandes (DSGV) kommentierte die aktuelle Entwicklung vor wenigen Tagen recht eindeutig. Der DSGV sieht demnach einen Trend zur Abschaffung des Überziehungszinses. Für diesen Trend spräche, dass rund die Hälfte der deutschen Sparkassen, laut aktuellen Schätzungen des Verbandes, bereits auf Überziehungszinsen über dem Zinsniveau der Dispozinsen verzichtet. Auch der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken weiß von Verbandsmitgliedern, die keine Zinsaufschläge für über den Dispo hinaus überzogene Girokonten mehr berechnen. Damit scheinen immer mehr Geldinstitute auf die Kritik an den hohen Überziehungszinsen zu reagieren.

Dispo ist teuer genug

Die Kritik richtet sich dabei nicht allein gegen die Überziehungszinsen, sondern auch gegen die Zinsen, welche für den Dispo gelten. Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase verlangten zahlreiche Banken noch immer zweistellige Dispozinsen. Eine Initiative des Justizministers Heiko Maas (SPD) für eine gesetzliche Deckelung der Zinssätze scheiterte jedoch. Seit Dezember 2014 setzt sich der Minister nun dafür ein, dass Banken verpflichtet werden sollen, Kunden mit negativem Kontostand über Kreditalternativen zu informieren. Ein klassischer Kredit kann in vielen Fällen helfen, teure Dispo- oder Überziehungszinsen zu vermeiden.

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