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Unwetterschäden kosten Versicherer 450 Millionen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.06.2016

Auf die deutschen Versicherer kommen hohe Kosten zu: Die durch das Sturmtief „Elvira“ entstandenen Unwetterschäden beziffern sich nach vorläufigen Schätzungen auf knapp eine halbe Milliarde Euro. Anders als in anderen Bundesländern, ist ein Großteil der Hausbesitzer im besonders schwer getroffenen Baden-Württemberg umfassend gegen Naturgefahren versichert.

Das Sturmtief „Elvira“, das in der vergangenen Woche eine Spur der Verwüstung im Süden Deutschlands, insbesondere in Baden-Württemberg, hinterließ, wird die Versicherer voraussichtlich mindestens 450 Millionen Euro an Entschädigungen für Unwetterschäden kosten. Auf diesen Wert kommt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nach einer vorläufigen Schätzung der entstandenen Schäden.

Möglicherweise noch höhere Kosten für Versicherer

Eingerechnet sind neben Schäden an Häusern und Inventar, die über die Wohngebäudeversicherung und die Hausratversicherung abgewickelt werden, auch Erstattungen für die Besitzer beschädigter Autos, wenn sie über eine Kfz-Versicherung mit Kaskoschutz verfügen. Unwetterschäden von Gewerbetreibenden sind in der GDV-Schätzung ebenfalls bereits eingerechnet.

Die Kosten für die Versicherer zur Regulierung der Unwetterschäden könnten allerdings noch deutlich höher ausfallen. Denn die Schäden, die das Sturmtief in Niederbayern und Nordrhein-Westfalen verursachte, sind in der vorläufigen Schadenschätzung des Branchenverbands noch nicht berücksichtigt. Der Landrat des bayerischen Landkreises Rottal-Inn, Michael Fahmüller, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die Flutwelle in Niederbayern hätte Schäden in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro verursacht, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet.  Auch Unwetterschäden durch das Tief „Friederike“, das direkt nach „Elvira“ für Starkregen, Hagel und Gewitter sorgte, sind nicht eingerechnet.

Hausbesitzer unterschätzen Risiko von Unwetterschäden vielfach

Als Glück im Unglück könnte man es bezeichnen, dass Immobilienbesitzern in Baden-Württemberg das Risiko von Unwetterschäden in ihrer Region offenbar durchaus bewusst ist. Etwa 95 Prozent von ihnen sind gegen sogenannte Elementarschäden – also Schäden durch Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbrüche – versichert, obwohl diese Police bereits seit 1994 für Immobilienbesitzer nicht mehr verpflichtend ist.

Bundesweit hingehen sind weniger als 40 Prozent der Eigenheimbesitzer gegen Elementarschäden versichert. Unwetterschäden, wie sie durch „Elvira“ verursacht wurden, würden also in anderen Bundesländern zahlreiche Hauseigentümer möglicherweise vor den finanziellen Ruin stellen. Um dies zu vermeiden, haben Landesregierungen, Versicherer und Verbraucherschützer bereits 2013 eine gemeinsame Informationskampagne über den Schutz vor Elementargefahren in acht Bundesländern gestartet. Während Klimaforscher vor künftig häufigeren und auch heftigeren Extremwetterlagen warnen, scheinen viele Hausbesitzer das Risiko von Unwetterschäden nach wie vor zu unterschätzen.

Quellen: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Frankfurter Allgemeine Zeitung/dpa

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