Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

Verbraucherpreise: Teuerungsrate wieder rückläufig

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.08.2015

Die Deutschen können sich über sinkende Verbraucherpreise freuen. Die Teuerungsrate war im Juli so niedrig wie seit Jahresbeginn nicht mehr. Einzelne Dienstleistungen haben sich allerdings deutlich verteuert. Vom von der Europäischen Zentralbank ausgegebenen Ziel – einer Inflation von knapp zwei Prozent – ist die Bundesrepublik derzeit sehr weit entfernt.

Das Leben in der Bundesrepublik wird wieder günstiger. Jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge hat sich die Teuerungsrate im Juli mit 0,2 Prozent zum Vorjahresmonat wieder leicht abgeschwächt. Im Mai hatte die Inflationsrate noch bei 0,7 Prozent gelegen.

Verbraucherpreise für Dienstleistungen teils kräftig gestiegen

Wenn Verbraucher am Monatsende von einem erfreulicheren Saldo ihres Girokontos als in den Vormonaten überrascht wurden, dürfte dies in erster Linie an den kräftig gesunkenen Energiepreisen gelegen haben. Der Preis für leichtes Heizöl sank um 22,4 Prozent, die Kosten für Kraftstoffe um 7,1 Prozent. Der niedrige Rohölpreis hat die Teuerungsrate massiv gedrückt: Ohne die rückläufigen Energiepreise hätte die Inflationsrate bei 1,0 Prozent gelegen.

Die Verbraucherpreise stiegen vor allem im Dienstleistungssektor. Am deutlichsten fällt der Preisanstieg bei Taxifahrten aus, die im Juli 2015 12,9 Prozent teurer waren als im Vorjahresmonat. Aber auch Kosten für den Friseurbesuch und andere Dienstleistungen zur Körperpflege sind gestiegen (+3,4 Prozent), gleiches gilt für Speisen und Getränke in der Gastronomie. Eine mögliche Ursache für den Preisanstieg bei diesen Dienstleistungen könnte die Einführung des flächendeckenden Mindestlohns sein. Möglicherweise versuchen Unternehmen, ihre gestiegenen Personalkosten durch höhere Preise auf die Verbraucher umzulegen.

Angestrebte Teuerungsrate von zwei Prozent in weiter Ferne

Deutlich weniger homogen verlief die Entwicklung der Verbraucherpreise für Nahrungsmittel. Während sich Obst (+6,1 Prozent) und Gemüse (+3,9 Prozent) spürbar verteuerten, wurden Molkereiprodukte (-6,2 Prozent), Speisefette und –öl (-4,9) sowie Fleisch (-0,7 Prozent) zum Teil sogar deutlich günstiger. Trotz teilweise gestiegener Verbraucherpreise zeigen die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Ankurbeln der Inflation im Euroraum zumindest in Deutschland bislang offenbar wenig Wirkung. Die von der EZB angestrebte Teuerungsrate von knapp zwei Prozent liegt derzeit noch in weiter Ferne. Daran vermochte auch das großangelegte Anleihenkaufprogramm QE bislang kaum etwas zu ändern.

Aktuelle Finanznews

Offenlegungspflicht für Steuersparmodelle geplant
Offenlegungspflicht für Steuersparmodelle geplant
Komplexe Steuersparmodelle helfen vor allem Vermögenden, mehr von ihrem Geld zu behalten. Wie im Fall der Panama Papers erkennen die Regierungen solche Steuervermeidungsstrategien erst spät. Dagegen soll...
Teure Basiskonten: Verbraucherzentrale mahnt ab
Teure Basiskonten: Verbraucherzentrale mahnt ab
Basiskonten sollen insbesondere Obdachlosen und Flüchtlingen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern und für eine bessere Integration sorgen. Inzwischen sind Banken und Sparkassen verpflichtet,...
Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Die Lebensversicherer in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Baudarlehen vergeben. . Die Zuwächse lagen bei ihnen deutlich über denen des Gesamtmarkts. Ein möglicher Grund ist, dass sich...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen