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Verbraucherschützer kritisieren Pokémon-Go-App

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 25.07.2016

Die Pokémon-Go-App steht in der Kritik, weil die Datenschutzbestimmungen für deutsche Verhältnisse einige Mängel aufweisen. Außerdem sind Spieler durch die Ablenkung einer erhöhten Unfallgefahr ausgesetzt und können durch In-App-Käufe bei dem Smartphone-Spiel in die Kostenfalle geraten.

Über die Pokémon-Go-App können Nutzer sich draußen auf die Suche nach kleinen virtuellen Monstern begeben, sogenannten Pokémon. Verbraucherschützer kritisieren das Smartphone-Spiel aber aus mehreren Gründen.

Pokémon-Go-App: Kritik an Datenschutz

Wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mitteilt, verstoßen in den Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen der Pokémon-Go-App insgesamt 15 Klauseln gegen deutsche Standards zu Verbraucherrecht und Datenschutz. So ist zum Beispiel anonymes Spielen quasi unmöglich, weil die App auf Nutzer- und Standortdaten zugreifen kann. Der Anbieter Niantic Labs ist außerdem jederzeit berechtigt, den Vertrag mit dem Nutzer zu ändern oder zu beenden. Haftungs- und Gewährleistungsausschlüsse beurteilt der vzbv bei dem Smartphone-Spiel ebenfalls kritisch. Es ist Niantic außerdem erlaubt, personenbezogene Daten der Nutzer an Dritte weiterzugeben.

Erhöhte Unfallgefahr für Spieler

Die Pokémon-Go-App zieht Spieler offenbar so in ihren Bann, dass es auch in Deutschland bereits zu mehreren gefährlichen Situationen kam. So gerieten laut „Hannoverscher Allgemeiner Zeitung“ beispielsweise drei Pokémon-Spieler in eine Bundeswehr-Schießübung mit scharfer Munition. Zwar leistet in einem solchen Fall die private Unfallversicherung, die Folgen können dennoch unangenehm sein. Wird ein Nutzer der Pokémon-Go-App von einem Auto angefahren, muss die Kfz-Versicherung des Fahrers für die Kosten aufkommen. Unter Umständen kann dem Spieler aber eine Mitschuld an dem Unfall zugesprochen werden. Wer dagegen selbst etwas beschädigt, weil er durch das Smartphone-Spiel abgelenkt wird, kann auf seine private Haftpflichtversicherung zählen, solange er nicht vorsätzlich gehandelt hat. Das berichtet die „Berliner Morgenpost“ mit Bezug auf den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Da die Handynutzung am Steuer von Kraftfahrzeugen grundsätzlich untersagt ist, gilt hier ohnehin ein Pokémon-Verbot. Dennoch weist der GDV gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorsorglich darauf hin, dass die Pokémon-Jagd während der Fahrt zu einem Verlust der Vollkasko-Versicherung führen kann.

Smartphone-Spiel birgt Kostenfalle

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz weist außerdem darauf hin, dass die eigentlich kostenfreie Pokémon-Go-App über In-App-Käufe teuer für die Spieler werden kann. Um dort zum Beispiel zusätzliches virtuelles Equipment zu erhalten, müssen Nutzer reales Geld investieren. Die Abrechnung erfolgt dabei über die Zahlungsmethode, die im App-Store hinterlegt ist, zum Beispiel die Kreditkarte. Die Verbraucherzentrale rät deshalb Eltern, für die Geräte ihrer Kinder die In-App-Käufe zu sperren, um nicht überraschend mit hohen Kosten konfrontiert zu werden.

Quellen: Verbraucherzentrale Bundesverband, Berliner Morgenpost, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Heise/dpa

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