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Verbraucherschützer: Kontoführungsgebühren steigen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.07.2015

Ein Leben ohne Girokonto ist kaum noch vorstellbar. Diesen Umstand scheinen aktuell viele Banken zu ihrem Vorteil nutzen zu wollen: Wie Verbraucherschützer beobachten haben, haben zahlreiche Geldhäuser die Kontoführungsgebühren für Girokonten angehoben – und das beinahe unbemerkt. Betroffene Verbraucher müssen die erhöhten Gebühren jedoch nicht einfach so hinnehmen.

Glaubt man den Werbeversprechen der Banken, scheinen Girokonten im Allgemeinen zu traumhaften Konditionen erhältlich zu sein: Es werden Startguthaben, null Euro und weitere Vorteile versprochen. Doch beim Blick ins Kleingedruckte fällt auf, dass ein Konto zum Nulltarif kaum möglich ist. Steigende Kontoführungsgebühren und weitere Zusatzkosten für mit Girokonten verbundene Dienstleistungen scheinen aktuell der Regelfall zu sein, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ).

Gebühren rund um das Girokonto dürften gestiegen sein

„Gerade rund ums Girokonto werden die Entgelte flächendeckend wieder eingeführt und erhöht“, warnt Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und anhaltende Niedrigzinsen seien die Banken derzeit auf der Suche nach neuen Einnahmequellen, so die Tageszeitung. „Ein Girokonto braucht jeder – das wird jetzt wieder stärker ausgenutzt“, sagt Feck. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ stammen die jüngsten offiziellen Daten zu dem Thema aus einer europaweiten Erhebung im Auftrag der EU-Kommission aus dem Jahr 2009: Deutsche Verbraucher zahlten damals im Durchschnitt 89 Euro jährlich für ihr Konto – seitdem dürfte der Preis jedoch nochmals angezogen haben. Ein umfassender und aktueller Überblick existiert bislang nicht.

Deutsche sind trotz Kontoführungsgebühr mit ihrem Girokonto zufrieden

Eine Studie der Beratungsfirma Kampmann Berg & Partner zeigt, dass Kontoführungsgebühren nicht selten sind: Drei von vier Deutschen zahlen eine Kontoführungsgebühr. Verbraucherschützer Feck wundert sich jedoch, dass „eigenartigerweise die zusätzlichen Kosten in den allermeisten Fällen eben nicht der Grund sind, warum Kunden ihr Konto wechseln“. Dies untermauert auch die Studie, die zu dem Ergebnis gekommen ist, dass 81 Prozent der deutschen Bankkunden mit ihrem Girokonto zufrieden sind – selbst, wenn diese nicht einmal ungefähr beziffern können, wie viele Gebühren sie für ihr Konto zahlen.

Kontowechsel kann sich lohnen

Verbraucher, die nach einem Blick in die allgemeinen Geschäftsbedingungen für ihr Girokonto feststellen, dass die Kontoführungsgebühren zu hoch sind, sollten über einen Kontowechsel nachdenken. „Der Kunde muss nur seine Hemmschwelle überwinden und wechseln“, rät Feck. Es gebe nach wie vor kostenlose oder günstige Kontomodelle. Die Stiftung Warentest rät zu einem Wechsel, wenn ein Onlinekonto mehr als 40 Euro und ein Konto in einer Filiale mehr als 80 Euro im Jahr kostet. Bankkunden sollten auf jeden Fall einen ausführlichen Girokonto-Vergleich durchführen, ehe sie sich für ein neues Konto entscheiden.

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