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Heftige Verluste bei den Krankenkassen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.09.2015

Im ersten Halbjahr mussten die gesetzlichen Krankenkassen Verluste in Höhe von 500 Millionen Euro hinnehmen. Ursache ist unter anderem die Beteiligung der Versicherten an den Finanzreserven der Kassen und steigende Ausgaben für die medizinische Versorgung. Ab 2016 sind deshalb höhere Zusatzbeiträge für die Versicherten möglich.

Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, haben die Krankenkassen im ersten Halbjahr 2015 ein Minus von einer halben Milliarde Euro zu verzeichnen. Bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) betrugen die Verluste circa 112 Millionen Euro, bei den Innungskassen 118 Millionen Euro, bei den Betriebskrankenkassen 127 Millionen Euro und bei den Ersatzkassen 191 Millionen Euro.

Neben Dividendenausschütten auch höhere Ausgaben als Ursache für Verluste

Die Krankenkassen haben laut Expertenmeinungen die Zusatzbeiträge, die von den Versicherten bezahlt werden, zu niedrig angesetzt. Der Beitrag liegt aktuell bei durchschnittlich 0,83 Prozent des Bruttoeinkommens. Um eine ausgeglichene Bilanz zu schaffen müsste jedoch ein Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent erhoben werden. Die entstanden Verluste gehen sind vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Krankenkassen die Versicherten an ihren Finanzreserven teilhaben ließen und eine Dividende an sie ausschütteten. Zudem sind die Ausgaben pro Versichertem für medizinische Behandlungen, Medikamente und Klinikaufenthalte um 3,9 Prozent gestiegen. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bezeichnet die finanziellen Verhältnisse der Gesetzlichen Krankenversicherung allerdings als stabil und verweist auf Finanzreserven von 15 Milliarden Euro bei den Krankenkassen.

Steigende Beiträge der Krankenversicherungen wahrscheinlich

Für 2016 müssen gesetzlich Versicherte wahrscheinlich mit steigenden Zusatzbeiträgen rechnen. Der GKV-Spitzenverband hat laut Angaben der „Welt“ Anhebungen um 0,2 oder 0,3 Prozentpunkte vorausgesagt. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sind laut GKV-Verband noch Erhöhungen auf bis zu 1,8 Prozent möglich. Das Bundesgesundheitsministerium hat diese Prognosen bisher noch nicht bestätigt.

Der Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung beträgt 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens und wird jeweils zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gezahlt. Der Zusatzbeitrag ist dagegen allein vom Arbeitnehmer zu tragen und variiert in seiner Höhe bei den verschiedenen Anbietern. Seine Höhe wird von den Krankenkassen selbst festgelegt, um die entstandenen Verluste auszugleichen.

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