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Vermieter nach Wohnungsbrand für Sanierung haftbar

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.11.2014

Der Bundesgerichtshof hat die Frage geklärt, ob Mieter nach einem selbst verschuldeten Wohnungsbrand von ihrem Vermieter verlangen können, dass dieser für die Kosten der Sanierung aufkommt. Ja, befanden die Richter aus Karlsruhe – allerdings nur, wenn eine Wohngebäudeversicherung vorliegt, an deren Kosten der Mieter beteiligt ist.

Verursacht ein Mieter schuldhaft einen Schaden wie etwa einen Wohnungsbrand, steht der Vermieter für gewöhnlich nicht in der Pflicht, die Wohnung zu sanieren. Hat der Vermieter jedoch eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen, deren Raten er auf seine Mieter umlegt, sieht es anders aus: Der Bundesgerichthof hat entschieden, dass ein Mieter in solchen Fällen von seinem Vermieter verlangen kann, dass er für die Sanierungs-Kosten aufkommt. So teilt es die Pressestelle des BGH mit.

Der Wohnungsbrand-Fall vor Gericht

In dem entschiedenen Streitfall war ein Wohnungsbrand entstanden, als ein heißer Kochtopf mit Öl unbeaufsichtigt auf der Herdplatte zurückgelassen worden war. Die 12-jährige Tochter der Familie hatte den Raum verlassen, als ein Feuer ausbrach. Bei der Frage, wer die Kosten für die Sanierung der entstandenen Schäden trägt, verwies die Haftpflichtversicherung der Mieter auf die Gebäudeversicherung der Vermieterin. Diese lehnte die Inanspruchnahme der Versicherung jedoch ab, um ein Ansteigen der Versicherungskosten für den Gesamtbestand ihrer Mietwohnungen zu vermeiden. Die vom Wohnungsbrand betroffenen Mieter erhoben Klage und forderten zudem eine Mietminderung bis zur Beseitigung des Brandschadens. Das Amtsgericht entschied größtenteils zugunsten der Mieter, woraufhin die Beklagte beim BGH Revision einlegte – jedoch erfolglos.

Das Urteil: Mieter kann Sanierung von Vermieter verlangen

Der Richterspruch des BGH besagt, dass ein Mieter bei anteiliger Zahlung der Versicherungsprämien für eine Wohngebäudeversicherung erwarten darf, als Gegenleistung im Schadensfall wie etwa einem Wohnungsbrand einen Nutzen von der Versicherung zu haben. Dies gilt selbst dann, wenn der Mieter den Schaden selbst verschuldet hat, denn wie das Gericht betonte, sei der einzelne Mieter so zu behandeln, „als hätte er die Versicherung selbst abgeschlossen“. Außerdem dürfe er gegebenenfalls die Miete mindern.

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