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Durchschnittliches Vermögen Deutscher schrumpft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.08.2014

Einzig Beamte im Ruhestand werden in Deutschland noch reicher. Ansonsten schrumpft das Vermögen der Deutschen seit 2008 stetig. Für die Vermögensbildung sind die Zeiten wegen niedriger Zinsen und geringer Einkommenssteigerungen schlecht. Besonders hart trifft es Arbeitslose, welche die Auswirkungen der Hartz IV-Reformen zu spüren bekommen.

In Anbetracht von niedrigen Zinsen und geringen Lohn- und Rentenerhöhungen kann das Vermögen der Deutschen kaum wachsen. Diese Erkenntnis liefert eine aktuelle Studie des Statistischen Bundesamts, wie „Die Welt“ in Ihrer Onlineausgabe berichtet. Eine Überraschung hält die Statistik allerdings bereit: Beamte im Ruhestand haben seit 2008 als einzige untersuchte Erwerbsgruppe deutliche Zuwächse beim Vermögen zu verzeichnen. Das Nettogesamtvermögen von Pensionärshaushalten ist innerhalb des Untersuchungszeitraums von 2008 bis 2013 um 21,6 Prozent angestiegen. Im Durchschnitt lag der Zuwachs lediglich bei 5 Prozent.

Inflation hebt minimale Vermögenszuwächse auf

Dieser minimale Zuwachs von fünf Prozent ist de facto jedoch keiner, da er noch nicht um die Inflationsrate bereinigt ist. Während des Untersuchungszeitraums sind die Preise in Deutschland durchschnittlich um acht Prozent gestiegen. Demzufolge ist das Realvermögen der Deutschen seit 2008 sogar geschrumpft. Durch klassische Vermögensanlageformen ist es in Niedrigzinszeiten schwierig, einen realen Vermögenszuwachs zu erzielen. Lediglich Aktien-basierte Anlagestrategien wie zum Beispiel ETFs können derzeit Renditechancen bieten, die über der Inflationsrate liegen.

Immobilienboom sorgt für Vermögenszuwachs bei Pensionären

Zum Vermögenszuwachs der Pensionäre hat im Besonderen der Immobilienboom beigetragen. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen, dass der Verkehrswert der Häuser und Wohnungen von Pensionären seit 2008 um etwa 30 Prozent gestiegen ist. Ihr durchschnittliches Haushaltsvermögen liegt nun bei 298.700 Euro - damit sind sie vermögender als Selbstständige, die bislang die reichste Einkommensgruppe stellten.

Besonders hart hat es den Zahlen zufolge Arbeitslose getroffen. Ihr ohnehin schon geringes Vermögen - im Durchschnitt 18.200 Euro - hat sich seit 2008 halbiert. Der Grund für diesen dramatischen Vermögensrückgang liegt vermutlich in den Hartz IV-Reformen begründet. Sie bestimmen, dass ein Teil des Vermögens aufgebraucht werden muss, bevor Arbeitslosgengeld II gezahlt wird. Wer eine private Altersvorsorge betreiben möchte, die auch in Zeiten der Arbeitslosigkeit unangreifbar ist, sollte zum Beispiel eine Riester-Rente wählen. Riester-Produkte bleiben nach Informationen von „Stiftung Warentest“ komplett anrechnungsfrei, wenn nie mehr als die Höchstförderbeiträge eingezahlt werden.

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