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Vermögensaufbau: Ein Drittel erbt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.04.2015

Wissenschaftler haben im Rahmen einer Studie nachgeforscht, ob Vermögen in Deutschland häufiger vererbt oder per Vermögensaufbau selbst erwirtschaftet wird. Sollte Wohlstand ein Geburtsprivileg sein, wäre die gesellschaftliche Chancengleichheit in Gefahr. Daher wurde auch untersucht, ob eine Erbschaftsteuer oder eine Vermögensteuer gerechter wäre.

Forscher der Freien Universität (FU) Berlin und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben sich mit dem Vermögensaufbau in Deutschland beschäftigt. Der Kern der Studie bestand darin herauszufinden, ob Vermögen überwiegend geerbt oder selbst aufgebaut wird, berichtet die „Welt“. Die Forscher erhofften sich Aufschluss darüber zu gewinnen, ob eine Erbschaftsteuer oder eine generelle Vermögensteuer für die Besteuerung und den Erhalt der gesellschaftlichen Chancengleichheit geeigneter wäre. Das Ergebnis zeigt: Je vermögender die Menschen, desto mehr spielt Erben als Geldquelle eine Rolle.

Zwei Drittel für selbst verantwortlich für Vermögensaufbau

Rund ein Drittel des Gesamtvermögens deutscher Privathaushalte ist den Forschern zufolge vererbt oder kommt aus Schenkungen. Demnach hätten die verbleibenden zwei Drittel ihr Vermögen durch selber erarbeitet oder über eine Geldanlage langfristig aufgebaut. Dieses Verhältnis von Erben und Selfmade-Vermögenden beschränkt sich dabei nicht nur auf Wohlhabende, sondern zieht sich bis in die Mittelschicht, wo ebenfalls rund 33 Prozent geerbt haben. Insgesamt haben Deutsche im vergangenen Jahr 254.000.000 Euro ver- beziehungsweise geerbt. Prognosen gehen davon aus, dass das Gesamtvolumen der Erbschaften in Deutschland weiter steigen wird.

Erbschaften in Deutschland

Erbschaftsteuer sinnvoller als Vermögensteuer

Die Forscher räumten allerdings ein, dass ihre Studie die wohlhabendsten Deutschen mit Vermögen von über 2,5 Millionen Euro nicht ausreichend abbilde. Um auch dieses reichste Prozent der Gesellschaft auf die Bedeutung des Erbes beim Vermögensaufbau hin zu untersuchen, wurden zusätzliche Statistiken ausgewertet. Diese Untersuchung ergab, dass vier Fünftel dieser Vermögen aus Erbschaften und Schenkungen stammen dürften. Angesichts dieses großen Erbschaftsvolumens raten die Forscher von einer Vermögensteuer ab. Zum Bewahren der gesellschaftlichen Chancengleichheit sei eine Erbschaftsteuer nach Ansicht der Wissenschaftler besser geeignet.

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