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BU: Guter Versicherungsschutz, doch nicht für alle

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.07.2015

Berufsunfähigkeitsversicherungen bieten mehrheitlich einen guten Versicherungsschutz, so das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung von Stiftung Warentest. Allerdings werden viele Berufstätige bei dieser wichtigen Versicherung von vornherein ausgeschlossen, weil sie ein zu großes Risiko für die Anbieter darstellen. Welche Tätigkeiten riskant sind, entscheiden dabei die Versicherer.

In einem aktuellen Test von Stiftung Warentest schnitten 40 der 70 geprüften Berufsunfähigkeitsversicherungen (kurz: BU) mit dem Urteil „sehr gut“ ab, 24 mit „gut“. Nur sechs erhielten mit einem „befriedigend“ die schlechteste Bewertung im Test. An den Leistungen der Policen gab es vielfach also wenig zu bemängeln, allerdings sei der Versicherungsschutz nicht für jeden zugänglich, kritisierten die Tester.

Versicherer entscheiden, welche Berufe riskant sind

Insbesondere Angehörige risikoreicher Berufsgruppen, für die ein Berufsunfähigkeitsschutz besonders wichtig ist, hätten Stiftung Warentest zufolge häufig kaum Chancen eine Police zu erhalten. Welche Berufe risikoreich sind, liegt dabei im Ermessen der Versicherer. Es handelt sich dabei nicht nur um Tätigkeiten mit starker körperlicher Belastung, wie es unter anderem bei Maurern der Fall ist. Manuela Zwanzig, Service-Center-Leiterin beim Versicherungskonzern Swiss Life, erklärt im Interview im Stiftung Warentest: „Zum Beispiel können wir einen Fotodesigner nicht versichern, da nicht objektiv zu bestimmen ist, wann seine Kreativität eingeschränkt ist und er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.“ Da die Risikoberufe, die keinen Versicherungsschutz erhalten, von jedem Anbieter selbst festgelegt werden, rät Stiftung Warentest Betroffenen zur Hartnäckigkeit. Trotz Ablehnung bei einem Anbieter, bestünde die Chance, bei einer anderen Versicherung nicht als Risikogruppe zu gelten.

Kaum Chancen auf Versicherungsschutz bei psychischen Erkrankungen

Neben dem ausgeübten Beruf ist auch der individuelle Gesundheitszustand ein entscheidender Faktor dafür, ob eine Person den Versicherungsschutz erhält. Vor allem psychische Erkrankungen bereits in jungen Jahren führten häufig zu einer Ablehnung seitens der Versicherer, da sie zu den häufigsten Gründen für eine Berufsunfähigkeit zählen. Dennoch warnt Stiftung Warentest davor, Erkrankungen im Versicherungsantrag zu verschweigen.

Die Gesundheitsfragen müssen wahrheitsgemäß und vollständig beantwortet werden. Geschieht dies nicht, kann der Versicherer später im Schadensfall die Leistung aufgrund der „Verletzung vorvertraglicher Anzeigepflichten“ verweigern. Die Warentest-Experten raten allerdings dazu, Ärzte nicht pauschal von Ihrer Schweigepflicht gegenüber der Versicherung zu entbinden. Wird stattdessen jeder Arzt separat von seiner Schweigepflicht befreit, läuft die Kommunikation über den Antragsteller. Dieser kann so kontrollieren, ob tatsächlich nur für den Versicherungsantrag relevante Informationen in den Angaben enthalten sind.

Erhebliche Unterschiede bei der Beitragshöhe

Bezüglich der Höhe der Versicherungsbeiträge konnte Stiftung Warentest erhebliche Unterschiede feststellen. Für einen der im Test verwendeten Modellkunden reichte die Preisspanne des Jahresbeitrags bei den mit „sehr gut“ bewerteten Angeboten für eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung von 768 Euro bis 1.577 Euro. Getestet wurden selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherungen (SBU) und Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen (BZU) in Kombination mit Risikolebensversicherungen. Der Versicherungsschutz von BZU-Tarifen schließt Hinterbliebene ein, daher sind die Beiträge hier im Schnitt höher.

Dies sind die von Stiftung Warentest bestbewerteten Policen, die eine bessere Gesamtnote als 1,0 erreichten:

  • HanseMerkur – SBU Profi Care (Note: 0,7)
  • Provinzial Rheinland – SBU Top-SBV (Note: 0,8)
  • Europa – SBU Vorsorge Premium E-B1 (Note: 0,8)
  • Condor – SBU C 80 (Note: 0,9)
  • R+V – BUZ BR (Note: 0,9)
  • R+V – SBU BV (Note: 0,9)

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