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Verzögerungen bei der Gesundheitskarte

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.12.2015

Bei der elektronischen Gesundheitskarte kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Verzögerungen. Nun wurde bekannt, dass die für 2016 vorgesehene Einführung der ersten Online-Funktion nicht fristgerecht erfolgen kann. Grund dafür sind Verzögerungen in der Entwicklung und Produktion der erforderlichen Lesegeräte.

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) sollte im kommenden Jahr um Online-Funktionen erweitert werden. Dieser Plan wird sich allerdings voraussichtlich nicht umsetzen lassen. Laut Informationen der „Berliner Zeitung“ droht wegen technischer Probleme eine Verschiebung auf das Jahr 2017. Das stellt auch das E-Health-Gesetz vor Probleme.

Gesundheitskarte: Technische Verzögerungen bremsen

Die elektronische Gesundheitskarte ist seit diesem Jahr Pflicht für Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie sollte ursprünglich schon 2006 eingeführt werden, durch Proteste und unerwartete Kosten gab es aber immer wieder Verzögerungen, bis ab Oktober 2011 die stufenweise Einführung begann. Eigentlich soll laut E-Health-Gesetz zum 1. Juli 2016 die erste Online-Funktion der Gesundheitskarte verfügbar sein. Sie soll ermöglichen, dass die auf der Karte gespeicherten Daten der Versicherten von der Versicherung geändert werden können. Diese Funktion erleichtert die Administration, wenn es zum Beispiel zu einer Adressänderung kommt. Außerdem können verlorene oder gestohlene Karten so gesperrt werden. Wenn diese bei Ärzten vorgelegt werden, fällt der Betrugsversuch auf. Bisher sind die Lesegeräte der Ärzte nicht online. Genau diese Geräte sind das Problem: Ihre Entwicklung und Produktion hat sich mehrfach so stark verzögert, dass auch der Termin im kommenden Jahr nicht eingehalten werden kann. Momentan ist frühestens der März 2017 als Starttermin für die Funktion realistisch.

E-Health-Gesetz bereits jetzt nicht einzuhalten

Die Fristen sind im E-Health-Gesetz festgelegt, das aktuell vom Bundestag verabschiedet wird. Allerdings ist jetzt schon abzusehen, dass sie nicht eingehalten werden können und deshalb die im Gesetz vorgesehenen Sanktionen wirksam werden: Die Gematik, so der Name der von den Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens gegründeten Gesellschaft zur Einführung der Gesundheitskarte, muss eine Kürzung ihres Etats hinnehmen, und zwar auf den Stand von 2014 abzüglich einem Prozent. Auch weitere vorgesehene Funktionen der Karte werden nun wohl noch länger auf sich warten lassen: So sollen laut Planung ab 2018 beispielsweise auch Notfalldaten wie die Blutgruppe oder vorhandene Allergien darauf gespeichert werden.

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