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Weniger haben Anspruch auf Arbeitslosengeld I

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.08.2015

Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben nur Beschäftigte, die in zwei Jahren mindesten zwölf Monate lang in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt haben. Immer weniger Menschen erfüllen diese Voraussetzung jedoch und rutschen beim Jobverlust direkt in Hartz IV. Vor allem prekär Beschäftigte kommen erhalten den Schutz der Arbeitslosenversicherung häufig nicht.

Bei einem Jobverlust haben immer weniger Menschen in Deutschland Anspruch auf Arbeitslosengeld I (ALG I)Mehr als jeder Fünfte ist im ersten Halbjahr 2015 gleich zu Beginn seiner Arbeitslosigkeit in den Bezug von Hartz IV gerutscht, berichtet „Spiegel Online“ mit Verweis auf neue Arbeitsmarktzahlen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

264.000 Beschäftigte rutschten sofort in Hartz IV

1.238 Menschen in Deutschland haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ihre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verloren. Da sie nicht lange genug Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt haben, besteht für 21,3 Prozent von ihnen kein Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Sie waren sofort nach dem Jobverlust auf Hartz IV angewiesen. In absoluten Zahlen handelt es sich um 264.000 Betroffene.

Prekär Beschäftigte können Voraussetzungen oft nicht erfüllen

Um einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I zu haben, müssen Arbeitnehmer innerhalb der letzten 24 Monate vor dem Arbeitsplatzverlust mindestens zwölf Monate lang in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt haben. Da immer mehr Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, sinkt die Anzahl derer, die die Voraussetzungen erfüllen. Laut Wilhelm Adamy, Arbeitsmarktexperte beim DGB, würden vor allem Leiharbeiter und kurzfristig Beschäftigte nicht in den Schutz der Arbeitslosenversicherung kommen. So wurden zwischen Januar und Juni 2015 183.000 Leiharbeiter arbeitslos, 68.000 davon rutschten sofort in Hartz IV. Diese Entwicklung zeige, dass der Weg vom Beschäftigten zum Hartz-IV-Empfänger sehr kurz sein könne und das soziale Auffangnetz der Arbeitslosenversicherung große Sicherungslücken habe, wird Adamy zitiert.

SPD will Voraussetzungen für Anspruch auf Arbeitslosengeld I erweitern

Das SPD-geführte Arbeitsministerium will die gesetzliche Rahmenfrist von zwei auf drei Jahre verlängern. Für den Anspruch auf Arbeitslosengeld I würde es dann reichen, wenn ein Beschäftigter in den drei Jahren vor Beginn der Arbeitslosigkeit mindestens zwölf Monate lang Beiträge für die Arbeitslosenversicherung gezahlt hätte. Im Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD darauf verständigt, Ausnahmeregelungen für Kreative und Kulturschaffende zu einzurichten. Darauf stützt sich Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) bei der Lockerung der Voraussetzungen für den Bezug von Arbeitslosengeld I.

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