Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

Wichtig für Bauherren: Gesetzesänderungen 2016

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.01.2016

Neue Gesetze räumen Bauherren, Banken und Bausparkassen 2016 mehr Rechte ein. Bauherren sollen ab diesem Jahr durch strengere Bonitätsprüfungen besser vor der Pfändung ihrer Immobilie geschützt werden. Den Widerrufsjoker sollen Bankkunden mit Immobilienkrediten hingegen nicht mehr unbegrenzt ausspielen können. Auch Bausparkassen erhalten ab Frühjahr 2016 mehr Freiheiten.

Auf Bauherren kommen in diesem Jahr einige Änderungen bezüglich der Finanzierung ihrer Immobilie zu. Diese betreffen sowohl diejenigen, die ihr Eigenheim über einen Immobilienkredit finanzieren wollen, als auch klassische Bausparer. Sowohl für die Bausparkassen als auch für Kreditinstitute sollen im Frühjahr neue gesetzliche Regelungen in Kraft treten, berichtet der Nachrichtensender n-tv.

Bauherren sollen besser vor Pfändungen geschützt werden

Bis Ende März muss die Bundesregierung eine EU-Richtlinie für Wohnimmobilienkredite umsetzen, die Bauherren künftig besser vor dem Risiko einer Pfändung oder Zwangsvollstreckung ihres Eigenheims schützen soll. Die Richtlinie sieht vor, dass Banken die Bonität ihrer Kunden bei der Vergabe von Baufinanzierungen gründlicher prüfen müssen.

Kreditnehmern werden gleichzeitig mehr Rechte eingeräumt, sollte ein Geldinstitut diese Pflicht vernachlässigen: Sie können den Vertrag ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen. Als Zinssatz für die Zeit bis zur Kündigung wird der übliche Marktzins zugrunde gelegt. Gleichzeitig wird diese Stärkung der Rechte von Kreditnehmern in der Praxis wohl bedeuten, dass künftig mehr Kreditanträge von Bauherren aufgrund unzureichender Bonität abgewiesen werden.

Aus für den Widerrufsjoker bei Immobilienkrediten

Den Banken soll zudem mehr Rechtssicherheit eingeräumt werden, indem die Regelungen bezüglich des sogenannten Widerrufsjokers eingeschränkt werden. Laut n-tv ist geplant, die Widerrufsfrist bei fehlerhaften Widerrufsbelehrungen auf maximal ein Jahr und 14 Tage zu beschränken. Bislang konnten Bankkunden Baudarlehen jederzeit kündigen, wenn die Belehrungen nicht korrekt oder unklar formuliert waren. Außerdem sieht das neue Gesetz vor, dass Baudarlehen nicht mehr an andere Finanzprodukte, beispielsweise ein Depot mit Aktien oder festverzinslichen Wertpapieren, gebunden werden dürfen. Riester- und Bausparverträge sind von diesem Verbot der sogenannten Kopplungsgeschäfte allerdings ausgenommen.

Mehr Rechte für Bausparkassen

Auch die Bausparkassen erhalten per Gesetz ab Frühjahr 2016 mehr Rechte. Bezüglich der zahlreichen Kündigungen von teuren Altverträgen in der jüngsten Vergangenheit ist zwar keine grundsätzliche Beschneidung der Rechte von Bausparern vorgesehen. Allerdings soll in dem Gesetzesentwurf festgeschrieben werden, dass die Kunden von Bausparkassen Mitglieder einer sogenannten „Zweckspargemeinschaft“ sind, für die besondere Regelungen gelten.

Den Bausparkassen sollen Möglichkeiten eingeräumt werden, mit Zustimmung der Finanzaufsicht Verträge mit Bestandskunden zu kündigen. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm bereits ein Urteil zugunsten der Bausparkassen gesprochen: Wenn ein Bausparvertrag mit festem Zinssatz seit Jahren zuteilungsreif ist, dürfen sie eine Kündigung aussprechen.

Angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus sollen Bausparkassen zukünftig auch Pfandgeschäfte betreiben dürfen, um ihre Refinanzierung zu sichern. Außerdem sollen sie in größerem Umfang als bisher – neben den klassischen Bauspardarlehen – Baukredite vergeben dürfen. Bauherren profitieren im Rahmen der Gesetzesänderung von höheren Beleihungsgrenzen. Diese werden von 80 auf 100 Prozent erhöht, sodass nun Darlehen in der Höhe des vollen Immobilienwerts bewilligt werden können.

Steuererleichterungen für Bauherren geplant

Um das Problem des zu knappen Wohnraums in vielen Regionen Deutschlands zu beheben, plant die Bundesregierung Steuererleichterungen für Bauherren (für den Bau von Mietwohnungen). So sollen diese mithilfe einer Sonderabschreibung für Aufwendungen ihre Steuern reduzieren können. Die geplanten Steuererleichterungen sind allerdings an mehrere Bedingungen geknüpft: So gilt die Möglichkeit zum Beispiel nur für Bauanträge, die nach dem 31. Dezember 2015, jedoch vor dem 1. Januar 2019 gestellt wurden. Der Bau muss außerdem spätestens 2018 begonnen haben. Die Länder sehen die Pläne der Bundesregierung aufgrund der sinkenden Steuereinnahmen jedoch kritisch.

Aktuelle Finanznews

Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Die Lebensversicherer in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Baudarlehen vergeben. . Die Zuwächse lagen bei ihnen deutlich über denen des Gesamtmarkts. Ein möglicher Grund ist, dass sich...
Bausparkassen: Vertragskündigungen nicht rechtens
Bausparkassen: Vertragskündigungen nicht rechtens
Vertragskündigungen durch Bausparkassen beschäftigen seit geraumer Zeit die deutschen Gerichte. Zwei Juristen kommen nun zu dem Schluss, dass sie nicht legitim sind. Bislang waren die Urteile sehr unterschiedlich...
Commerzbank warnt: Immobilienblase in Deutschland?
Commerzbank warnt: Immobilienblase in Deutschland?
Die Bundesbürger setzen derzeit massiv auf Betongold. Dementsprechend ist auch der Anstieg der Immobilienpreise nach wie vor nicht aufzuhalten. Von einer Immobilienblase hierzulande wollte dennoch kaum...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen