Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

Widerstand gegen neue Gebühren für Überweisungen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.03.2015

Viele Postbankkunden haben den angekündigten Gebühren für Papier-Überweisungen widersprochen. Ihnen droht nun die Kündigung ihres Girokontos, sollten sie ihren Widerspruch nicht zurückziehen. Verbraucherschützer raten, die Gebühren unter Vorbehalt zu zahlen. Die Möglichkeit einer Klage gegen die Gebühren wird bereits geprüft.

Der Aufschrei war groß, als die Postbank vor einigen Monaten ankündigte, ab dem 1. April für Überweisungen per Papierbeleg eine Gebühr in Höhe von 99 Cent zu erheben. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichtet, hat die Postbank jetzt Kunden, die nicht bereit sind, die neuen Gebühren für Papier-Überweisungen zukünftig zu zahlen, angeschrieben und sie gebeten, „Ihren Widerspruch noch einmal zu überdenken“.

Viele Kunden widersprachen Gebühren für Überweisungen

Viele der rund fünf Millionen Girokonto-Kunden der Bank hatten Widerspruch gegen die neue Gebühr eingelegt und lehnten damit das modernisierte Kontomodell der Postbank ab. Den betreffenden Kunden wurde nun von der Bank ein Formular zur Rücknahme des Widerspruchs zugestellt – mit der Bitte, dieses innerhalb von vier Wochen zurückzusenden. Sollte der Widerspruch nicht zurückgenommen werden, würde das Girokonto mit einer Frist von zwei Monaten gekündigt werden.

Gebühren nur unter Vorbehalt zahlen

„Die Postbank ist fest entschlossen, ihr neues Kontomodell durchzusetzen, deshalb will sie es für alle Kunden gültig haben“, so Jörg Schädtler von der Schutzgemeinschaft für Bankkunden gegenüber der „SZ“. Kunden, die eine Kündigung verhindern wollen, haben keine andere Wahl, als den Widerspruch zurückzunehmen. Verbraucherschützer empfehlen den betroffenen Kunden, der Bank in diesem Fall explizit mitzuteilen, dass sie die Gebühren nur unter Vorbehalt zahlen. Dies erleichtere die Rückforderung gezahlter Gebühren, sollten sich diese als nicht rechtmäßig herausstellen.

Verbraucherschützer prüfen Möglichkeit einer Klage

Die Schutzgemeinschaft für Bankkunden prüft derzeit die Möglichkeit einer Klage gegen die Gebühr. Rückenwind erhalten die Verbraucherschützer dabei durch ein aktuelles Urteil (Az.: XI ZR 174/13) des Bundesgerichtshofs (BGH), durch welches bestimmte Gebühren für fehlerhaft ausgeführte Zahlungsaufträge für unrechtmäßig erklärt wurden. Das BGH-Urteil ist allerdings nicht direkt auf die Gebühren der Postbank übertragbar.

Älteren Kunden, die sich nicht in der Lage sehen, ihre Bankgeschäfte online oder per Telefon zu erledigen, räume die Postbank aus Kulanz häufig weiterhin kostenlose Papier-Überweisungen ein, so die Erfahrung von Verbraucherschützern. Da das Geldinstitut dies jedoch nicht öffentlich machen möchte, erfolgten derartige Zusicherungen allerdings nur mündlich.

Aktuelle Finanznews

Finanzverwaltung warnt vor Phishing-Mails
Finanzverwaltung warnt vor Phishing-Mails
Online-Betrüger haben offenbar deutsche Steuerzahler als vielversprechende neue Zielgruppe entdeckt. Aktuell tauchen vermehrt Phishing-Mails von vermeintlichen Finanzämtern auf, die die Empfänger zur Preisgabe...
Offenlegungspflicht für Steuersparmodelle geplant
Offenlegungspflicht für Steuersparmodelle geplant
Komplexe Steuersparmodelle helfen vor allem Vermögenden, mehr von ihrem Geld zu behalten. Wie im Fall der Panama Papers erkennen die Regierungen solche Steuervermeidungsstrategien erst spät. Dagegen soll...
Teure Basiskonten: Verbraucherzentrale mahnt ab
Teure Basiskonten: Verbraucherzentrale mahnt ab
Basiskonten sollen insbesondere Obdachlosen und Flüchtlingen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern und für eine bessere Integration sorgen. Inzwischen sind Banken und Sparkassen verpflichtet,...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen