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Wirtschaftswachstum durch Flüchtlinge erwartet

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.11.2015

Die deutsche Wirtschaft könnte von den steigenden Flüchtlingszahlen profitieren. Davon geht zumindest ein großes deutsches Geldinstitut aus. Grund für das erwartete Wirtschaftswachstum soll der steigende Konsum auf privater und staatlicher Seite sein. Die Migranten könnten außerdem langfristig den Arbeitsmarkt beleben.

Wie „Spiegel Online“ berichtet, erwartet die Deutsche Bank ein Wirtschaftswachstum aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen. Das liegt einerseits an den staatlichen Ausgaben, die zur Versorgung der Flüchtlinge erforderlich sind, andererseits aber auch an den positiven Auswirkungen, die wachsende Flüchtlingszahlen langfristig auf den Arbeitsmarkt haben können.

Wirtschaftswachstum durch Mehrausgaben

Die Deutsche Bank rechnet für das Jahr 2016 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,9 Prozent. Allein ein Viertel Prozentpunkt soll dabei auf die Ausgaben des Staates zur Versorgung von Flüchtlingen zurückzuführen sein. Im laufenden Jahr liegt das Wachstum derzeit bei 1,7 Prozent. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bewertet die steigenden Flüchtlingszahlen als positiven Faktor für das Wirtschaftswachstum. In seinem Konjunkturbarometer nennt das Institut einerseits den Konsumanstieg durch die Flüchtlinge persönlich und andererseits die Nachfrage, die durch ihre Versorgung und Integration auf staatlicher Seite anfallen.

Steigende Flüchtlingszahlen beleben den Arbeitsmarkt

Aber auch langfristig sieht die Deutsche Bank einen positiven Effekt der steigenden Flüchtlingszahlen: Der durch den demografischen Wandel stattfindende Rückgang der Arbeitskräfte könne durch die Migranten abgefedert werden. Denn die Flüchtlinge seien durchschnittlich halb so alt wie die Deutschen, erklärte Stefan Schneider, Chef-Volkswirt der Deutschen Bank. Er wies aber auch darauf hin, dass Geduld und Investitionen erforderlich seien, um diesen Effekt zu erzielen: Die Belebung des Arbeitsmarktes sei nicht von heute auf morgen zu erwarten. Vielmehr seien Deutschkurse und andere Qualifizierungsmaßnahmen wichtig, um diese Entwicklung zu fördern. Dafür seien rund 10 Millionen Euro im Jahr nötig. Schneider sprach sich auch für Deregulierungen aus, um zum Beispiel Migranten Unternehmensgründungen zu erleichtern. Denn im Schnitt entscheiden diese sich besonders häufig für eine Selbstständigkeit.

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