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Wohneigentum: Wo sich der Immobilienkauf rentiert

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.06.2016

In beliebten Metropolen wie München, Frankfurt oder Hamburg kennen die Immobilienpreise seit langem nur noch eine Richtung, nämlich aufwärts. Kann sich ein Immobilienkauf angesichts dieser Preisdynamik noch rentieren? Bessere Renditen lassen sich anderenorts erzielen. Allerdings ist das Standortrisiko dabei auch ungleich höher.

Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsen wird der Immobilienkauf zur Geldanlage zunehmend attraktiver. Auch wenn Experten noch nicht von einer Immobilienblase ausgehen und die Preise zuletzt weniger stark gestiegen sind: Wohneigentum in Deutschland ist teuer – so teuer, dass es selbst angesichts niedriger Zinsen nicht unbedingt die beste Rendite bringt. Ob sich Wohneigentum als Geldanlage rentiert, hängt vor allem vom Standort ab. Wo sich der Immobilienkauf noch rechnet, hat der Immobiliendienstleister Dr. Lübke & Kelber in einem aktuellen Ranking dargestellt.

Wenig Rendite bei Immobilienkauf an sicheren Standorten

Im Rahmen der Studie  wurden 110 deutsche Städte hinsichtlich der geltenden Miet- und Kaufpreise für Immobilien, der Wohnraumnachfrage, Wirtschaftskraft und Bevölkerungsentwicklung untersucht. Aus diesen Faktoren wurde eine Risiko-Kennziffer ermittelt, die für das Ranking in Relation zur Mindestrendite gesetzt wird – je größer das Risiko der Anlage in „Betongold“ ist, desto mehr Rendite sollte sie bringen.

Zudem wurde die Differenz zwischen der erforderlichen Mindestrendite und der tatsächlich möglichen Rendite für das eingebrachte Eigenkapital errechnet. Ist das Anlagerisiko überschaubar, sind es die möglichen Renditen in der Regel auch.

Deutliche Unterschiede innerhalb von 200 Kilometern

Wer beispielsweise in Frankfurt am Main, einer der Städte mit dem niedrigsten Standortrisiko, Wohneigentum in Form einer Bestandsimmobilie erwirbt, erhält auf das eingebrachte Eigenkapital nur eine Rendite von etwa 2,9 Prozent, berichtet „Spiegel Online“ mit Bezug auf die Studie.  Angenommen wurde bei der Berechnung ein Eigenkapitalanteil von 40 Prozent und ein Immobilienkredit mit einem Zinssatz von 1,15 Prozent.

Nur rund 200 Kilometer entfernt zeigt sich für Anleger ein deutlich reizvolleres Bild: In Bonn lässt sich durch einen Immobilienkauf zu gleichen Konditionen eine Rendite von 7,2 Prozent erzielen. Noch mehr Rendite lässt sich mit einer Immobilie in Frankfurt (Oder) oder in Gera erzielen, allerdings ist hier das Standortrisiko auch deutlich höher.

Stabile Renditen für Wohneigentum dank erneutem Zinsverfall

In den meisten  deutschen Städten lassen sich aktuell mit Bestandsimmobilien Renditen von mehr als vier Prozent realisieren, mit Neubauten immerhin meist noch über drei Prozent. Dass sich mit einem Immobilienkauf trotz der konsequent angestiegenen Preise überhaupt noch nennenswerte Renditen realisieren lassen, führen die Verfasser der Untersuchung darauf zurück, dass parallel die Zinsen für Immobilienfinanzierungen weiter gefallen sind. „Die Eigenkapitalrenditen für Wohnimmobilien haben sich im Vergleich zum Vorjahr oft nur deshalb nicht weiter reduziert, weil auch die Zinsen für Kredite noch einmal deutlich gefallen sind“, zitiert „Spiegel Online“ Ulrich Jacke, Geschäftsführer bei Dr. Lübke & Kelber. Ziehen die Zinsen irgendwann wieder an, könnte das die Renditen von Immobilien deutlich schmälern.

Quellen: Spiegel Online, Dr. Lübke & Kleber

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