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Anstieg der Wohnkosten: Mieten und Eigentum teurer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.06.2015

Massiv steigende Wohnkosten sind in gefragten deutschen Städten seit Jahren ein Problem. Eine aktuelle Studie zeigt nun die Gründe für den Anstieg von Mieten und der Preise für Eigentumswohnungen auf: Auch der Staat hat die Kosten über Steuern in die Höhe getrieben. Langfristig betrachtet fällt der Anstieg der Wohnkosten jedoch nicht so dramatisch aus, wie er vielfach wahrgenommen wird.

Dass sich Wohnraum in deutschen Großstädten in den vergangenen Jahren erheblich verteuert hat, ist hinlänglich bekannt. Eine aktuelle Studie der DZ Bank legt nun dar, wie stark der Kostenanstieg für das Wohnen ausgefallen ist. Danach sind in den sieben größten Kommunen der Bundesrepublik die Preise für Eigentumswohnungen in den letzten fünf Jahren im Schnitt um mehr als 40 Prozent gestiegen, berichtet die „FAZ“.

 

Wohneigentum und Mieten gleichermaßen betroffen

Angeschoben wurde die starke Nachfrage nach Eigentumswohnungen unter anderem durch das Zinstief, das zum einen günstige Immobilienfinanzierungen ermöglichte und andererseits die Renditen vieler anderer Anlageformen so stark schmälerte, dass sie zunehmend unattraktiv wurden. Die Kostenexplosion beschränkt sich jedoch nicht nur auf Wohneigentum. Auch die Mieten sind im selben Zeitraum erheblich gestiegen – in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, München, Köln und Stuttgart im Schnitt um 25 Prozent. In Universitätsstädten zeige sich ein ähnliches Bild. In bevorzugten Lagen seien Kosten von 20 Euro oder mehr pro Quadratmeter keine Seltenheit, so die Tageszeitung.

Anstieg der Durchschnittsmieten seit Anfang 2010 – Top 3

 

Stadt

Anstieg seit 2010

in Prozent

Berlin

32

Frankfurt

26

München 23
Düsseldorf 23

 

„Treibende Kraft ist das vielerorts knappe Wohnungsangebot“, erklärt Thorsten Lange, Analyst für Immobilienmärkte bei der DZ-Bank, den deutlichen Anstieg der Mieten gegenüber der „FAZ“. Der Wohnungsbau in den gefragten Städten habe lange Zeit nicht mit den steigenden Einwohnerzahlen mitgehalten.

 

Langfristig betrachtet kein dramatischer Kostenanstieg

Die Zahl der von den steigenden Mieten Betroffenen sei der Studie zufolge in den gefragten Städten besonders groß, da Mietwohnungen hier die am weitesten verbreitete Wohnform ist. So wohnten in Berlin rund 80 Prozent der Haushalte zur Miete, in Stuttgart seien es 65 Prozent. Auf lange Sicht sei die Preisentwicklung jedoch nicht so dramatisch, wie es zunächst scheine. Zwar seien die Mieten in den letzten fünf Jahren stärker gestiegen als die Verbraucherpreise, in den 20 Jahren zuvor seien sie jedoch dahinter zurückgeblieben, so die Verfasser der Studie. Lediglich in den Großstädten hätten sie der allgemeinen Preisentwicklung entsprochen.

Nebenkosten und Steuern als Preistreiber

Einen weiteren Grund für den Anstieg der Wohnkosten konnten die Researcher der DZ-Bank in den gestiegenen Nebenkosten festmachen. Demzufolge hätten sich die Ausgaben für Strom und Heizung seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Der Staat habe zudem durch diverse Steuererhöhungen zur Verteuerung des Wohnens beigetragen. So hätte beispielsweise die Mehrwertsteuererhöhung 2007 um drei Prozentpunkte den Kauf und Bau von Wohnraum deutlich verteuert. Auch die Anhebung der Grunderwerbsteuer in allen Bundesländern mit Ausnahme von Sachsen und Bayern hat die Kosten für Wohneigentum in die Höhe getrieben.

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