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WSI: Einkommensverteilung wird ungleicher

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.12.2015

Laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) wird die Einkommensverteilung in Deutschland immer ungleicher. Trotz guter Konjunktur sind demnach gerade arme Menschen gefährdet, weiter abzusteigen. Sehr reiche Menschen müssen dagegen meist keinen Abstieg befürchten.

Jedes Jahr analysiert das Wirtschafts-und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) die Einkommensverteilung in Deutschland und befragt dafür 20.000 Menschen zu ihrer Lebenssituation. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, hat das WSI dabei herausgefunden, dass die Verteilung der Einkommen immer ungleicher wird und besonders einkommensschwache Haushalte es immer schwerer haben, finanziell aufzusteigen.

Einkommensverteilung in sechs Gruppen

Das WSI, das zur Hans-Böckler-Stiftung gehört, teilt die Bevölkerung für seinen Verteilungsbericht in sechs Gruppen auf: sehr Reiche, Reiche, Wohlhabende, obere Mitte, untere Mitte und Arme. Der Median ist das Einkommen, das von der einen Hälfte der Bevölkerung unterschritten und von der anderen Hälfte überschritten wird. Die sehr Reichen verfügen über ein Einkommen, das mindestens dreimal so hoch ist wie der Median. Für diese besonders reichen Haushalte wird ein Abstieg unwahrscheinlicher, während gleichzeitig auch die Aufstiegschancen der Armen geringer werden. Als arm gelten rund 14 Prozent der Deutschen. Sie verfügen über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens und sind deshalb von einigen Gesellschaftsbereichen ausgeschlossen. Grundsätzlich gelingt es weniger als der Hälfte der Menschen, von ihrer Ursprungsgruppe in eine andere zu wechseln.

WSI: Nur ein Teil profitiert von Aufschwung

Auch wenn in den vergangenen Jahren die Haushaltseinkommen gestiegen sind, ist die Einkommensverteilung nicht ausgeglichener geworden. Die Zahl der Erwerbslosen hat zwar einen Tiefstand erreicht  und die Löhne steigen – diese Entwicklung macht sich laut WSI allerdings nicht bei allen Menschen bemerkbar. Stattdessen steigt die Ungleichheit bei der Einkommensverteilung.

Als Maß für die Ungleichheit dient der sogenannte Gini-Koeffizient: Er gibt mit einem Wert zwischen 0 und 1 an, wie die Haushaltseinkommen verteilt sind, wobei 0 eine komplette Gleichverteilung bedeuten würde. In den Jahren seit 1991 ist der Wert insgesamt deutlich angestiegen. 

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