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Zahl der Riester-Verträge erstmals rückläufig

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.06.2016

Anfang April erklärte Horst-Seehofer die Riester-Rente für gescheitert. Die Zahlen könnten dem CSU-Vorsitzenden Recht geben: Die Zahl der Riester-Verträge ist im ersten Quartal 2016 erstmalig zurückgegangen. Zinstief und Rentendebatte haben Verbraucher möglicherweise verunsichert.

Zum ersten Mal seit Einführung der staatlichen Förderung im Jahr 2001 ist die Zahl der Riester-Verträge rückläufig. Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigen, dass im ersten Quartal 2016 zum ersten Mal mehr Riester-Verträge gekündigt wurden, als neue abgeschlossen wurden. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Beendete Riester-Verträge überwiegen Neuabschlüsse

Demzufolge sank die Zahl der Riester-Verträge im ersten Vierteljahr auf 16.481.000 – ein Rückgang um 1.000 Verträge. Zwar erfuhren Wohnriester-Verträge und Fondssparpläne leichten Auftrieb, allerdings reichte der Zuwachs nicht aus, um die beendeten Riester-Verträge bei Banksparplänen und Versicherungen aufzuwiegen. Das Minus ist laut Experten teilweise als eine logische Entwicklung zu betrachten: Da bereits viele Verbraucher in eine Riester-Rente einzahlen oder in anderer Form Vorsorge fürs Alter betreiben, würden einfach weniger neue Verträge abgeschlossen werden, erklärt Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Allerdings ist die Zahl privater Rentenversicherungen mit staatlicher Förderung bereits seit 2012 rückläufig, daher kommt die aktuelle Entwicklung nicht komplett überraschend.

Verunsicherung durch Rentendebatte und Zinstief

Doch auch die in der jüngsten Vergangenheit in der Politik wieder verstärkt geführte Rentendebatte könnte Sparer verunsichert und damit womöglich zur Beendigung von Riester-Verträgen geführt haben. So hatte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer Anfang April die Riester-Förderung für gescheitert erklärt und damit eine Grundsatzdebatte über die Altersvorsorge losgetreten. GDV-Geschäftsführer Schwark kritisierte diese Debatte als unsachlich: „Wir fordern die Politik daher dringend dazu auf, die Rahmenbedingungen für die private Altersvorsorge zu verbessern, anstatt die erreichten Erfolge zu zerreden.“

Hinzu kommt, dass private Rentenversicherungen durch das anhaltende Zinstief an den Anleihenmärkten an Attraktivität verlieren: Die Nominalgarantien fallen kontinuierlich. Angesichts der derzeit nahezu nicht existenten Inflation sind für Sparer zwar trotzdem noch akzeptable Realrenditen mit Riester-Verträgen möglich, doch viele Verbraucher orientieren sich bei ihren Anlageentscheidungen in erster Linie an Nominalwerten.

Riester-Kritiker: Produkte ohne staatliche Förderung oft besser geeignet

Kritiker der staatlichen Förderung sehen die zum Erliegen gekommene Dynamik beim Abschluss von Riester-Verträgen nicht zwingend als negative Entwicklung. „Dass Vertragszahlen zurückgehen, muss kein Anzeichen dafür sein, dass die Verbraucher weniger fürs Alter vorsorgen“, so Niels Nauhauser, Altersvorsorge-Experte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, gegenüber der „FAZ“. Trotz der staatlichen Förderung von Riester-Verträgen seien in vielen Fällen andere nicht förderfähige, aber kostengünstigere Finanzprodukte ohnehin besser zur privaten Vorsorge geeignet, so die Einschätzung der Riester-Kritiker.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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