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Niedriges Zinsniveau bringt kleine Banken in Not

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.03.2015

Das niedrige Zinsniveau macht nicht nur Sparern zu schaffen, sondern auch Banken. Experten sehen die Existenz kleiner Geldinstitute stark gefährdet, wenn die Zinsen nicht in absehbarer Zeit wieder anziehen. Um rentabel arbeiten zu können, drehen derzeit viele Banken und Sparkassen kräftig an der Gebührenschraube.

Die anhaltenden Niedrigzinsen könnten für viele kleine Banken, vor allem in ländlichen Regionen, in absehbarer Zeit das Aus bedeuten. Einem ARD-Bericht zufolge gehen viele Analysten davon aus, dass kleinere Volksbanken und Sparkassen nur noch zwei Jahre durchhalten können, wenn das Zinsniveau nicht anzieht.

Gewinne kleiner Banken abhängig vom Zinsniveau

Im Gegensatz zu Großbanken generieren kleine regionale Geldinstitute ihre Gewinne in erster Linie durch Zinsen. Und die sind zurzeit niedrig wie nie zuvor. Momentan zahlen Banken und Sparkassen allerdings sogar drauf, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) einlagern: Der Einlagezins beträgt aktuell -0,2 Prozent. Hinzu kommt, dass der ohnehin vergleichsweise kleine Handlungsspielraum der regionalen Geldinstitute aufgrund ausbleibender Einlagen noch weiter beschränkt wird. Angesichts des niedrigen Zinsniveaus verzichten viele Verbraucher inzwischen darauf, ihr Geld zur Bank zu bringen. Die Folge daraus: Kleinen Geldinstituten fehlt Kapital.

Regionalbanken müssen Gebühren erhöhen

Vielen kleinen Geldinstituten bleibt daher nichts anderes übrig, als an der Gebührenschraube zu drehen, um überlebensfähig zu bleiben. Wie ernst die Lage sein muss, lässt sich nicht nur an der Höhe, sondern auch an der Art der erhobenen Gebühren ablesen. Wie der „Stern“ berichtet, erhebt die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde, eine der kleineren Banken im Sparkassenverbund in der niedersächsischen Provinz, inzwischen sogar eine Gebühr für Online-Überweisungen in Höhe von je 15 Cent.

Wird kostenloses Girokonto zum Auslaufmodell?

Bislang ist dies noch eine Ausnahme, doch auch zahlreiche andere Geldinstitute haben bereits Gebühren erhöht. Ein kostenloses Girokonto ist bei vielen Groß- und Direktbanken weiterhin erhältlich, die Finanzaufsicht Bafin hält dieses Konzept jedoch für schwierig. „Über Girokonten, Depots oder Kreditkarten zum Nulltarif mögen sich die Kunden freuen, wirtschaftlicher Logik entsprechen sie nicht“, so Bafin-Chefin Elke König gegenüber dem „Stern“.

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