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Krankenkassen: Zusatzbeiträge werden steigen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 05.02.2015

Der Verband der Ersatzkassen rechnet damit, dass sich die Zusatzbeiträge der Krankenkassen in den nächsten Jahren verdoppeln werden, wenn nicht gegengesteuert wird. Weil der Arbeitgeberanteil nicht verändert werden kann, würden die Beitragserhöhungen in vollem Umfang von den Versicherten getragen werden müssen. Entlastung könnten Gelder aus dem Gesundheitsfonds bringen.

Seit Beginn des Jahres dürfen gesetzliche Krankenkassen zum Grundbeitrag individuelle Zusatzbeiträge erheben, um ihre Kosten zu decken. Der daraus entstandene Preiskampf scheint dazu geführt zu haben, dass die Kassen möglicherweise zu knapp kalkuliert haben. Wie der Vorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), Christian Zahn, erklärte, könnte der durchschnittliche Zusatzbeitrag in den nächsten Jahren deutlich steigen, weil sich die Ausgaben der Kassen immer weiter von ihren Einnahmen entfernen.

Verdopplung der Zusatzbeiträge bis 2018

Nachdem der Krankenkassenbeitrag zum 1. Januar um 0,9 Prozent gesenkt wurde und die Krankenkassen im Gegenzug selbst bestimmte Zusatzbeiträge erheben dürfen, hat sich der durchschnittliche Gesamtbeitrag kaum verändert. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt aktuell bei rund 0,9 Prozent und gleicht damit die Senkung des Grundbeitrags genau aus. Allerdings sorgen steigende Gesundheitskosten dafür, dass die aktuellen Beiträge längerfristig für die Kassen nicht ausreichen dürften. Zusätzlich stehen weitere finanzielle Belastungen an, wenn die geplanten Reformpakete zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung auf dem Land und der Prävention, sowie die Krankenhausreform umgesetzt würden, sagt Christian Zahn. Unter den aktuellen Voraussetzungen würden die finanziellen Herausforderungen für die Krankenkassen einen Anstieg der Zusatzbeiträge unvermeidlich machen. Bereits im Jahr 2018 könnten diese dann rund 1,7 Prozent betragen und damit doppelt so hoch sein wie bisher.

Versicherte müssten Mehrkosten allein tragen

Mit dem Beschluss der Bundesregierung zum Krankenkassenbeitrag wurde der Arbeitgeberanteil auf 7,3 Prozent festgesetzt. Sollten die Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge wieder erhöhen, würden die Mehrkosten allein von den Versicherten zu tragen sein. Der Vorsitzende des vdek fordert daher eine gerechtere Finanzierung, denn insbesondere die Reformvorhaben sollten nicht allein von den gesetzlich Krankenversicherten zu tragen sein. Eine Möglichkeit könnten die Finanzreserven im Gesundheitsfonds darstellen. Würde beschlossen werden, einen Teil der Reformkosten aus dem Fondsvermögen zu finanzieren, könnten Versicherte effektiv entlastet werden.

Was machen freiwillig gesetzlich Krankenversicherte?

Angesichts einer möglicherweise drastischen Erhöhung der Zusatzbeiträge könnte für freiwillig gesetzlich Krankenversicherte ein Wechsel in die private Krankenversicherung interessant werden. Ab einem Jahreseinkommen über der Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) von aktuell 54.900 Euro brutto dürfen Versicherte selbst entscheiden, ob sie privat oder gesetzlich krankenversichert sein möchten. Je stärker die Zusatzbeiträge steigen, desto näher kommen die Krankenkassen dem Preisniveau privater Krankenversicherungen. Durch einen Vergleich der privaten Krankenversicherungen können Versicherte immer leichter attraktivere Anbieter finden.

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