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Zusatzbeiträge: Krankenkassen verlieren Mitglieder

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.04.2016

Zu Beginn des Jahres 2016 haben zwei Drittel der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland ihre Zusatzbeiträge erhöht, der durchschnittliche Arbeitnehmerbeitrag liegt nun bei 15,7 Prozent. Nun zeigt sich: Die Versicherten nehmen diese Erhöhungen, die ausschließlich von ihnen getragen werden müssen, offensichtlich nicht einfach hin.

Seit Jahresbeginn haben viele Krankenkassen aufgrund der Erhöhung der Zusatzbeiträge Mitglieder verloren – so lautet ein zentrales Ergebnis einer ersten Auswertung durch den Verband der Ersatzkassen.

Viele Versicherte wechseln Krankenkasse aufgrund erhöhter Zusatzbeiträge

Von allen gesetzlichen Krankenkassen weist die DAK nun mit 1,5 Prozent den höchsten Zusatzbeitrag und gleichzeitig auch mit 16,1 Prozent den höchsten Gesamtbeitrag auf. Vielen Mitgliedern war die Erhöhung anscheinend ein Dorn im Auge: Die DAK verlor seit Jahresbeginn 184.000 Versicherte, was etwa drei Prozent entspricht. In etwas geringerem Ausmaß erhöhte auch die Barmer GEK die Zusatzbeiträge, nämlich um 0,2 Prozent – somit beträgt der aktuelle Beitragssatz hier 15,7 Prozent. Die Folge waren 50.000 Kündigungen.

Doch nicht alle Krankenkassen, die ihre Beiträge erhöhten, erlebten in der Folge einen Mitgliederschwund: So erhöhte die AOK Rheinland/Hamburg den Satz auf 16 Prozent und kann seit Januar 18.500 zusätzliche Mitglieder verzeichnen. Auch der Techniker Krankenkasse konnte die Erhöhung der Zusatzbeiträge um 0,2 Prozent auf einen Gesamtbeitrag von 15,6 Prozent anscheinend nichts anhaben: Sie ist nun mit noch deutlicherem Abstand als zuvor Deutschlands größte Krankenkasse und könnte demnächst zehn Millionen Mitglieder zählen. Dabei gibt es durchaus einige Krankenkassen, darunter beispielsweise die AOK Niedersachsen, die auf eine Erhöhung des Zusatzbeitrags verzichteten und unter dem Gesamtbeitrag der Techniker Krankenkasse liegen.

Erhöhung ausschließlich durch Mitglieder finanziert

Die Krankenkassen erhöhten die Zusatzbeiträge zum Jahreswechsel um durchschnittlich 0,2 Prozent, womit der Kassenbeitrag bei für Arbeitnehmer im Schnitt aktuell bei 15,7 Prozent liegt. Wer monatlich 3.000 Euro brutto verdient, zahlt seit Anfang des Jahres somit durchschnittlich pro Monat sechs Euro mehr für seine gesetzliche Krankenversicherung, wie der „Spiegel“ berichtet. Schon vor einigen Monaten hatten sowohl Politiker als auch die gesetzlichen Krankenkassen selbst kritisiert, dass die erhöhten Zusatzbeiträge ausschließlich die Arbeitnehmer belasten.

Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel Online/dpa

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