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Zweitjob: Minijobber aus Not oder Lust auf Konsum?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.08.2013

Die Zahl der Berufstätigen mit einem Zweitjob ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Mittlerweile ist fast jeder zehnte Berufstätige nach der eigentlichen Arbeit zusätzlich als Minijobber tätig. Die Experten streiten, worin die Gründe für die Zunahme liegen. Doch eine endgültige Klärung kann nur eine repräsentative Erhebung bringen.

Nach einem langen Arbeitstag noch schnell für ein paar Stunden zum Zweitjob? Was für viele Arbeitnehmer nach einer Schreckensvision klingt, ist für manche bereits Realität. Dochnach Ansicht des Bundesarbeitsministeriums gehen nicht alle Minijobber ihrem Zweitjob zwangsläufig aus finanzieller Not nach. Es sieht die Gründe für die steigende Zahl der mehrfach Beschäftigten auch in einer gesteigerten Konsumlust.

Jeder Zehnte hat einen Zweitjob
Ende des letzten Jahres besserten 2,6 Millionen deutsche Arbeitnehmer ihr Gehalt durch einen Zweitjob auf. Dies berichtet die „Freie Presse“ und beruft sich dabei auf die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann. Zimmermann hatte die Zahlen bei der Bundesagentur für Arbeit abgefragt. 9,1 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer sind somit nach oder vor ihrer eigentlichen Arbeit als Minijobber tätig.

Minijobber aus Not oder Konsumlust?
Nach Informationen von „Spiegel Online“ verdoppelte sich der Anteil an Menschen mit einem Zweitjob innerhalb der letzten zehn Jahre. Über den Grund sind sich Experten und Politiker uneins. Zimmermann ist davon überzeugt, dass „für immer mehr Beschäftigte das Einkommen aus einem Job nicht mehr ausreicht“. Aus „purer finanzieller Not und nicht freiwillig" würden die Arbeitnehmer zusätzlich als Minijobber tätig sein müssen. Das Bundesarbeitsministerium lies hingegen verkünden, dass es keine Erhebung zu diesem Thema gebe. Daher sei es auch vorstellbar, dass auch eine „gestiegene Konsumlust“ zum Zweitjob motivieren kann und nicht nur die finanzielle Not. Diese Interpretation wollen viele jedoch nicht gelten lassen – sie löste unter dem Hashtag #konsumlust bereits einen Proteststurm bei Twitter aus.

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