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Budgetrechner

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 15.09.2016

Unter Budget wird im wirtschaftlichen Sinne ein in wertmäßigen Größen bzw. Geldbeträgen formulierter Plan verstanden, in dem erwartete Einnahmen und Ausgaben aufgelistet werden. Die Aufstellung eines solchen Plans ist besonders bei teuren Investitionen notwendig, um festzustellen, wie die Finanzierung gestaltet werden kann.

Dies betrifft insbesondere den Bereich der Baufinanzierung, denn beim Hausbau oder Immobilienkauf geht es meist um viel Geld. Wer wissen möchte, wie viel Haus er sich leisten und wie viel Geld monatlich für ein Darlehen aufgebracht werden kann, sollte also mithilfe eines Budgetrechners die eigenen Finanzen kalkulieren.

Einnahmen

Ausgaben

Ergebnis

Verfügbares Monatseinkommen

EUR

Summe Monatsausgaben

EUR

Summe finanzielle Belastbarkeit

EUR

Welche Beträge im Einzelnen veranschlagt werden sollten

Unser obiger Budgetrechner ermöglicht Ihnen eine einfache Berechnung der monatlichen Belastung. Dafür müssen Sie lediglich einige Eingaben in die entsprechenden Felder tätigen, um Einnahmen und Ausgaben aufzuschlüsseln.

  1. Zunächst geben Sie Ihre Einnahmen ein. Zum einen betrifft das Ihr Nettoeinkommen, zum anderen weitere Einkünfte (z.B. Mieteinnahmen oder Kindergeld).
  2. Anschließend geben Sie die einzelnen Posten Ihrer Ausgaben an, wie etwa für:
    • Strom, Heizung und Wohnnebenkosten: Die genauen Beträge können Sie Ihren Verträgen beim jeweiligen Anbieter entnehmen. Eine Aufschlüsselung der Wohnnebenkosten finden Sie in Ihrem Mietvertrag – darunter fallen etwa Grundsteuer, Abwasser und Müllabfuhr.
    • Lebensmittel: Hier ist es sinnvoll, die Ausgaben für Lebensmitteleinkäufe für einige Monate zu dokumentieren, um einen durchschnittlichen Wert zu erhalten. Für Nahrungsmittel sollten Sie ca. 15 Prozent Ihres monatlichen Einkommens einplanen.
    • Auto & Verkehr: Tragen Sie hier ein, wie viel Sie im Monat für Versicherung, Steuer und Sprit ausgeben.
    • Urlaub: Rücklagen und Ausgaben für Reisen können hier vermerkt werden.
    • Kleidung, Freizeit, Hausrat und Reparaturen, Körperpflege: Diese Bereiche gehören neben den Lebensmitteln zu den Lebensunterhaltungskosten, die monatlichen Schwankungen unterliegen können. Daher ist es auch hier ratsam, die Ausgaben über einige Monate in einem Haushaltsbuch zu dokumentieren.
    • Telefon und Computer: Feste monatliche Ausgaben sind Kosten für Telefon-, Handy- oder Internetverträge.
    • Gebühren, Raten, Kredite & Versicherungen: Nicht zu vergessen sind Kreditraten für bereits laufende Kredite, die weiterhin für einen längeren Zeitraum bestehen bleiben. Auch Raten für Ratenkäufe von Möbeln, Elektrogeräten oder einem Auto sollten hier aufgeführt werden. Ebenfalls sind in laufende Beiträge Versicherungen wie Haftpflichtversicherung, Hausratversicherung oder Lebensversicherung einzubeziehen.
  3. Klicken Sie im Budgetrechner nun auf „Berechnen“. Sie erhalten dann eine Übersicht über Ihre Einnahmen, Ausgaben sowie die Summe einer möglichen finanziellen Belastbarkeit.

Dass in diesem Rechner bestehende Mietkosten nicht berücksichtigt werden, hat einen Grund: Haben Sie ein Eigenheim, sparen Sie diese Zahlungen.

Gut zu wissen:Beachten Sie auch die Nebenkosten!

Erst wenn feststeht, welches Budget monatlich für die Darlehensrate eingeplant werden kann und wie viel Eigenkapital zur Verfügung steht, sollten Sie Immobilienangebote studieren.

Der Kaufpreis oder die Baukosten sind dabei zwar der größte Kostenfaktor, doch auch mit dem Bau oder Kauf verbundene Nebenkosten sollten nicht außer Acht gelassen werden.Dazu zählen etwa Notar- und Grundbuchkosten, Maklercourtagen oder die Grunderwerbssteuer.

Für die Immobilienfinanzierung fallen ebenfalls Kosten, etwa Zinsen oder Kreditgebühren, an. Insgesamt sollten zum reinen Immobilienpreis 5 bis 12 Prozent Zusatzkosten addiert werden.

Um nun die Höhe des Kredites, der für die Finanzierung aufgenommen werden muss, festzustellen, muss zunächst die monatliche Kreditrate festgelegt werden, die vom Bauherren oder Käufer ohne Einschränkungen gestemmt werden kann.

Ermittlung der tragbaren monatlichen Belastung

Eine präzise Einschätzung der monatlichen Rate ist nur dann möglich, wenn Sie alle Einnahmen und Ausgaben in einem realitätsgetreuen Überblick zusammenstellen. Dieser sollte über einen längeren Zeitraum Bestand haben. Die Summe, die nach dem Abzug aller Ausgaben übrig bleibt, bestimmt letztendlich über die Höhe der monatlichen Kreditrate. Kalkulieren Sie diese Kosten aber nicht zu eng, denn dies erhöht die Gefahr, dass die Finanzierung der Immobilie auf Dauer nicht gestemmt werden kann.

Zudem ist eine weitere wichtige Voraussetzung für den Hauskauf oder -bau ein Eigenkapitalanteil von 20 bis 30 Prozent, der Ihre Chancen auf einen Kredit enorm erhöht.

Einnahmen berechnen

Beginnen Sie bei der Berechnung der monatlichen Belastung zunächst mit der Aufstellung der Einkünfte. Das monatliche Nettoeinkommen des/der Hauptverdiener ist hier entscheidend.

Dazu kommen weitere regelmäßige Einnahmen, mit denen Sie fest rechnen können – etwa Mieteinkünfte, Kindergeld oder Zinsen für Ersparnisse. Unsichere Einkünfte wie Weihnachtsgeld oder Nebenjobs sollten dagegen nicht oder nur teilweise eingeplant werden. Setzen Sie bei Nebeneinkünften nur die Hälfte an und prüfen Sie bei Zusatzeinnahmen, was nach Einsatz des Eigenkapitals noch übrig bleibt.

Tipp:Einkommensberechnung für Selbstständige

Selbstständige und Freiberufler verfügen in der Regel nicht über ein festes monatliches Einkommen, sodass es schwieriger ist, das Budget zu berechnen. Das kann für Banken durchaus als Risikofaktor bei der Kreditvergabe gelten.

Von Vorteil ist es, wenn die Selbstständigkeit bereits über mehrere Jahre besteht. So ist es bei der Finanzierungsanfrage sinnvoll, Jahresabschlüsse der letzten zwei bis drei Jahre sowie aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen vorzulegen.

Ausgaben berechnen

Nachdem Sie alle Einkünfte realistisch aufgeführt haben, müssen nun die monatlichen Ausgaben berechnet werden – beginnend mit den festen Kosten. Dazu zählen etwa Steuer und Versicherung für das Auto, Ausgaben für Telefon und Internet, Rundfunkbeitrag sowie bestehende Kreditraten. Bei der eigenen Immobilie wird dann zwar die Monatsmiete entfallen, doch sollten Sie höhere Nebenkosten und andere Belastungen wie Grundsteuer beachten.

Schließlich ergänzen Sie diese Angaben um Ihre Lebensunterhaltungskosten: Lebensmittel, Kleidung, Haushaltswaren, Kosmetik, Sprit und Freizeit sollten hier aufgeführt werden. Zudem ist es sinnvoll, eine monatliche Reserve für unerwartete Ausgaben oder Sparrücklagen für Urlaube einzuplanen.

Zwar sind diese Ausgaben stark von individuellen Bedürfnissen abhängig, doch können hier pauschal 750 Euro im Monat für eine Person veranschlagt werden sowie 250 Euro für jede weitere Person.

Tipp:Haushaltsbuch führen

Einen wirklich realistischen Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben erhalten Sie, wenn Sie über einen längeren Zeitraum konsequent ein Haushaltsbuch führen.

Das geht entweder mit Stift und Papier oder speziellen Computerprogrammen. Dies hilft dabei, deutlich zu erkennen, wofür Sie Ihr Geld ausgeben und wo Einsparungspotential besteht.

Realistische Höhe der Instandhaltungsrücklagen

Die Instandhaltungsrücklage hilft Wohnungseigentümern, ein finanzielles Polster für Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen zu schaffen. So soll es möglich sein, größere Maßnahmen umsetzen zu können, ohne dass diese für den Eigentümer zu einer großen finanziellen Belastung werden.

Das Geld wird von der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) auf einem Sparkonto gesammelt. Laut Gesetz hat jeder Wohnungseigentümer ein Recht auf die Bildung der Instandhaltungsrücklagen. Wie hoch diese sein sollen, ist allerdings nicht gesetzlich festgelegt. Es wird lediglich eine angemessene Summe vorgeschrieben, die so bemessen sein muss, dass ausreichend Mittel zur Verfügung stehen.

Dafür gibt es mehrere Berechnungsmethoden, doch hängt die Bemessung im Einzelfall stark von Alter, Zustand, Ausstattung und Lage des Objektes ab. In der Regel steigt die Höhe der Rücklagen mit dem Alter des Gebäudes.

Wer eine Wohnung kaufen möchte, sollte die Höhe der Instandhaltungsrücklagen genau prüfen und diese in der Finanzplanung berücksichtigen.

Kreditvergaberichtlinien der Bank

Während Sie bereits Ihre persönliche Einnahmen-Ausgaben-Rechnung vorgenommen haben, um festzustellen, wie viel Kredit Sie sich leisten können, wird auch das Kreditinstitut eine solche Rechnung vornehmen. Dabei werden allerdings nicht Ihre tatsächlich errechnet Ausgaben übernommen, sondern sogenannte Haushaltspauschalen angesetzt.

Diese wird auf 650 bis 700 Euro pro Person für den Hauptverdiener beziffert, für jede weitere Person beträgt sie 200 bis 300 Euro. Diese Pauschale umfasst Ausgaben für Lebensmittel, Versicherungen, Kleidung usw.

Haben Sie deutlich geringere Lebensunterhaltungskosten, kann dies nicht berücksichtigt werden. Die Pauschale ist im Computerprogramm voreingestellt, lediglich bei höheren Ausgaben ist eine Anpassung möglich. Der Haushaltsüberschuss, der sich aus dieser Rechnung ergibt, kann für die Kreditrate eingesetzt werden.

Richtlinien der Bank

Geben Sie im Budgetrechner keine Wunschzahlen ein, sondern realistische Zahlen, die Sie im besten Fall durch die Führung eines Haushaltsbuches ermittelt haben.

Wissen Sie nach der Berechnung, wie viel Geld Sie für die Immobilienfinanzierung abzweigen können, müssen Sie allerdings die Richtlinien der Bank beachten: Die Finanzierung darf höchstens 40 bis 45 Prozent des gesamten Familiennettoeinkommens ausmachen. Das wäre bei einem Einkommen von 3500 Euro ein Betrag zwischen 1400 und 1575 Euro.

Bei einem geringeren Einkommen wendet die Bank dagegen die oben genannten Pauschalen an, um die mögliche monatliche Belastung zu bestimmen.

Kredit ohne Budget?

Einen Kredit zu erhalten, ohne die Bank über das Budget zu informieren, wird kaum möglich sein. Der Budgetplan gibt der Bank die Sicherheit, dass der Kredit tatsächlich zurückgezahlt werden kann – und das über einen längeren Zeitraum.

Dasselbe gilt für eine Hausfinanzierung ohne Eigenkapital. Verfügen Sie über kein oder nur geringes Einkommen, stehen Ihre Chancen für einen Kredit schlecht. Denn ein festes und langfristig gleichbleibendes Einkommen gilt der Bank als eine der wichtigsten Sicherheiten.

Hier bleibt dann meist nur die Möglichkeit, einen Bürgen einzusetzen. Bei hohen Darlehenssummen, wie sie bei der Baufinanzierung üblich sind, muss dies nicht unbedingt ausreichen.

So beeinflusst Ihr Budget die Kreditkonditionen

Ihr Budget hat einen großen Einfluss auf die Konditionen Ihres Kredits. Ein stabiles Budget mit hohem und langfristigem Einkommen entlohnt die Bank mit guten Kreditkonditionen. So wird Ihnen wahrscheinlich eine hohe Darlehenssumme mit guten Zinsenkonditionen gewährt, wenn Sie Ihre Bonität nachweisen können. Zudem verkürzt sich die Laufzeit, wenn Sie den Kredit in gleichbleibend hohen Raten tilgen können.

Ergibt Ihr Budgetplan dagegen nur eine geringe monatliche Belastung, sind die Konditionen deutlich schlechter. Eine niedrige Rate zieht eine längere Laufzeit und somit höhere Kreditkosten nach sich. Zudem erhöht ein niedriges oder instabiles Einkommen das Risiko der Bank, das sie sich mit deutlich höheren Zinsen bezahlen lässt. Die Bank nutzt Ihr Budget und Ihre mögliche monatliche Belastung zur genauen Berechnung der Kreditsumme.

Verfügen Sie über einen hohen Anteil an Eigenkapital für die Baufinanzierung, wirkt sich dies ebenfalls positiv auf die Kreditkonditionen aus. Dann kann die Darlehenssumme gering gehalten und in einem kürzeren Zeitraum abgezahlt werden.

Ablehnung des Kredits

Natürlich besteht die Möglichkeit, dass nach Prüfung Ihres Budgets die Kreditanfrage abgelehnt wird. Das kann verschiedene Gründe haben:

  • Berufliche Situation: Befinden Sie sich noch in der Probezeit, haben Sie ein befristetes Arbeitsverhältnis oder sind Sie weniger als drei Jahre selbstständig, kann das zur Ablehnung führen. Das gilt ebenfalls für ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit geringem Einkommen.
  • SCHUFA-Einträge: Ein negativer SCHUFA-Eintrag kann sich nachteilig auf Ihre Kreditanfrage auswirken. Hier ist beispielsweise vermerkt, ob Sie Zahlungsausfälle bei vorherigen Krediten hatten.
  • Lückenhafte Angaben im Budgetplan: Haben Sie beim Kreditantrag laufende Kredite oder Leasingraten nicht angegeben und die Bank erfährt durch die SCHUFA-Auskunft davon, wird der Antrag sehr wahrscheinlich abgelehnt.

Erscheint der Bank das Risiko aus oben genannten Gründen zu hoch, dass Sie die monatliche Belastung stemmen können, müssen Sie mit einer Ablehnung des Kredites rechnen.

Auch ist Ihr Eigenkapitalanteil entscheidend für die Kreditzusage. Dieser sollte bei mindestens 20 bis 30 Prozent liegen. Vollfinanzierungen werden bei Hausbau oder -kauf nur selten gewährt. Voraussetzung dafür ist in der Regel ein hohes monatliches Nettoeinkommen, um die deutlich höheren Tilgungsraten stemmen zu können.

Achtung:Rücklagen für unerwartete Ausgaben

Bei der Bau- oder Kauffinanzierung sollte immer darauf geachtet werden, ein finanzielles Polster für unerwartete Ausgaben zu schaffen. Dies bedeutet, dass Sie bei der Berechnung Ihrer monatlichen Belastung nicht an Ihr finanzielles Limit gehen und jeden übrigen Cent in die Finanzierung stecken sollten.

Insbesondere beim Hausbau kann es durch Verzögerungen zu steigenden Kosten kommen. Auch nach der Finanzierung und dem Einzug können noch Ausgaben anfallen, etwa aufgrund einer defekten Heizung oder eines undichten Dachs.

Es ist ratsam, bereits zu Beginn der Finanzierung Rücklagen zu schaffen, etwa mit einem Banksparplan. Eine Höhe von 10.000 Euro ist hier angemessen, um bei allen Eventualitäten flexibel reagieren zu können.

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