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Darlehenskonditionen: Die Rahmenbedingungen bei Krediten

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 15.09.2016

Damit ein Darlehen überhaupt gewährt wird, werden vom jeweiligen Kreditinstitut bestimmte Rahmenbedingungen festgelegt. Bei diesen Bedingungen handelt es sich um Darlehenskonditionen. Der Darlehensnehmer hat diesen Konditionen zuzustimmen – erst dann erhält er den Kredit.

Bei diesen Rahmenbedingungen handelt es sich vorrangig um Konditionen, welche die Gesamtkosten eines Darlehens beeinflussen. Dazu zählen folgende Faktoren:

  • Nominalzinssatz
    Beim Nominalzinssatz handelt es sich um den reinen Zinssatz, für den der Kredit angeboten wird. Die meisten Banken orientieren sich hierfür am aktuellen Marktniveau und bestimmen anhand dessen den Nominalzinssatz für ihre Kredite.
  • Effektiv-Zinssatz
    Im Gegensatz zum Nominalzinssatz beinhaltet der Effektiv-Zinssatz alle Kosten, die für den Kredit fällig sind – so unter anderem die Bearbeitungsgebühren. Bei einem Vergleich der Darlehenskonditionen sollte stets der Effektiv-Zinssatz beachtet werden.
  • Bearbeitungsgebühren
    Die meisten Kreditinstitute erheben Bearbeitungsgebühren, wenn sie einen Kredit gewähren. Diese sind üblicherweise in den Rahmenbedingungen festgelegt und werden bei Darlehensvergleichen im effektiven Jahreszins mit eingerechnet.
  • Kontoführungsgebühren
    Bei einigen Banken muss außerdem eine Gebühr gezahlt werden, damit ein Konto eröffnet und geführt werden kann. Dies ist ebenfalls in den Rahmenbedingungen festgesetzt.
  • Tilgungssatz
    Beim Tilgungssatz handelt es sich um den Teil der gesamten Darlehenssumme, den der Kreditnehmer regelmäßig an den Kreditgeber zahlt. So tilgt er seinen Kredit. Der Tilgungssatz wird üblicherweise als jährlicher Prozentsatz angegeben.
  • Laufzeit
    Auch die Laufzeit wird vor Vergabe des Kredits festgelegt. Diese kann erheblichen Einfluss auf die Kosten haben, da mit ihr unter anderem der Kreditzins bestimmt wird.

Im Regelfall unterscheiden sich diese Darlehenskonditionen von Bank zu Bank deutlich. Dennoch unterliegen diese Faktoren diversen gesetzlichen Regelungen. So sind Banken beispielsweise verpflichtet, bei Werbeangeboten mindestens den Sollzinssatz, den Nettodarlehensbetrag sowie den effektiven Jahreszins anzugeben (§ 6a Abs. 1 PAngV). Auch muss transparent dargestellt werden, welche Kosten und Gebühren in den effektiven Jahreszins hineinfließen.

Zusätzlich ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) zwar keine zulässige Höhe für Zinsen festgelegt, aber bestimmt worden, dass Zinswucher nichtig sind. Stehen also die Belastung des Kreditnehmers und die Leistung des Kreditgebers in einem auffälligen Missverhältnis – und das zugunsten des Kreditgebers – handelt es sich um ein wucherähnliches und somit sittenwidriges Geschäft.

Tipp:Kreditvergleich zeigt günstige Konditionen auf

Besonders hinsichtlich der Zinssätze lohnt es sich, einen Vergleich anzustellen. Dadurch finden Sie nicht nur möglichst günstige Konditionen, sondern erkennen auch, wenn ein Kredit eindeutig zu teuer ist.

Festlegung der Darlehenskonditionen

Die Darlehenskonditionen werden in der Regel von den einzelnen Banken festgelegt. Da die Kreditinstitute die einzelnen Faktoren unterschiedlich in ihre Berechnung einfließen lassen, können sich die Bedingungen stark voneinander unterscheiden. Dazu kommt, dass nicht jede Bank Kontoführungsgebühren oder andere Zusatzkosten erhebt, sodass dies die Unterschiede zusätzlich beeinflusst.

Höhe der Konditionen

Um die Höhe der Darlehenskonditionen zu bestimmen, sind mehrere Faktoren zu beachten:

  • Bonität des Antragsstellers
    Die Bonität bzw. Kreditwürdigkeit des Antragsstellers ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Je besser die Bonität bewertet wird, desto günstiger wird der Kredit. Kunden mit einer schlechten Bonität, die eventuell aus negativen SCHUFA-Einträgen resultiert, müssen hingegen mit höheren Zinsen rechnen.
  • Laufzeit
    Kurz laufende Kredite werden in der Regel mit günstigeren Zinsen belohnt: Wenn ein Darlehen mit einer Laufzeit von zwei Jahren vergeben wird, ist das Risiko für die Bank deutlich kleiner, dass der Kreditnehmer seine Raten nicht zahlen kann. Läuft ein Kredit allerdings über zehn Jahre oder länger, kann dies teuer für den Darlehensnehmer werden.
  • Gebühren
    Üblicherweise werden Kontoführungs- und Bearbeitungsgebühren erhoben. Da diese in den effektiven Jahreszins einfließen, kann der Kredit so teurer werden. Bei einem herkömmlichen Ratenkredit liegen die Gebühren meist bei einem bis drei Prozent der Gesamtsumme. Bei einem Baudarlehen wird oftmals ein Pauschalpreis festgelegt. Hinzu kommen bei größeren Krediten häufig Bereitstellungszinsen, die zusätzlich gezahlt werden müssen.

Bei den meisten Banken sind die Gebühren allerdings verhandelbar, da weder ihre Gestaltung noch ihre Höhe gesetzlich festgelegt sind. Einige Banken lassen sich auch auf Verhandlungen in Bezug auf die Zinsen ein. Oftmals sind im Internet außerdem Aktionen zu finden, bei denen die Kreditinstitute auf Gebühren oder andere Nebenkosten verzichten.

Eine Neuverhandlung über die Konditionen sollte in jedem Fall dann vorgenommen werden, wenn die Zinsbindungsfrist demnächst ausläuft. Auch dann, wenn sich die Marktzinsen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau befinden, sollte über eine Umschuldung nachgedacht werden.

Wissenswertes

Heutzutage finden potenzielle Kreditnehmer unzählige Darlehensangebote im Internet – aufgrund dessen ist es schwer, den Überblick zu behalten und schnell ein passendes, seriöses Angebot zu finden. Deshalb lohnt sich stets ein Kreditvergleich. So haben Sie die Möglichkeit, die Angebote der verschiedensten Kreditinstitute miteinander zu vergleichen und nach dem geeigneten Darlehen zu suchen.

Einen seriösen Vergleichsrechner erkennen Sie daran, dass er eine Vielzahl von Banken auflistet und die Gelegenheit bietet, alle wichtigen Darlehenskonditionen individuell anzupassen. Außerdem ist ein guter Kreditrechner stets kostenlos und kann unverbindlich genutzt werden. Achten Sie auf diese Aspekte, bevor Sie mit dem Vergleich beginnen.

Damit ein Vergleich der Darlehenskonditionen gelingt, sollten Sie zudem bei den einzelnen Konditionen auf folgende Punkte achten:

  1. Effektiver und nominaler Zinssatz
    Achten Sie unbedingt darauf, dass neben dem Nominalzins auch der Effektivzins dargestellt ist. Bei ersterem handelt es sich nämlich um den reinen Zinssatz, letzterer enthält allerdings alle Nebenkosten.
    Berücksichtigen Sie den Nominalzins trotzdem und nutzen Sie den Marktzins als Orientierungshilfe. Ratsam ist es, einen Kredit zu finden, dessen Zinssatz nicht zu sehr über dem marktüblichen Niveau liegt.
  2. Sondertilgungen
    Überprüfen Sie, ob Sie mit dem jeweiligen Kreditinstitut Sondertilgungen vereinbaren können. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, zwischenzeitlich eine höhere Summe zu tilgen, wenn Sie beispielsweise durch eine Erbschaft oder eine Lebensversicherung Geld erhalten.
  3. Bearbeitungsgebühren
    Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Bearbeitungsgebühren nicht zu hoch ausfallen. Hier lohnt sich der Vergleich, da Sie die Gebühren verschiedener Banken auf einen Blick gegeneinander abwägen können.
  4. Beginn und Höhe der Tilgungsraten
    Besonders die anfängliche Tilgung sollte möglichst hoch sein, damit Sie das Darlehen so schnell wie möglich abbezahlen können – das gilt allerdings auch für die laufenden Tilgungsraten. Berücksichtigen Sie aber, dass die Tilgungsrate eine monatliche Belastung ist: Setzen Sie diese also nicht höher an, als es Ihr Einkommen zulässt.
  5. Höhe der Bereitstellungszinsen
    Die Bereitstellungszinsen werden nicht von jeder Bank und nicht bei jedem Kredit verlangt. Werden Sie jedoch auf die Gesamtkosten aufgeschlagen, kann dies teuer werden. Überprüfen Sie also, welche Kreditinstitute diese Zinsen verlangen und wie hoch der Zinssatz ist.
  6. Laufzeit
    Eine gut gewählte Laufzeit kann für einen relativ günstigen Kredit sorgen. Die Laufzeit sollte besonders bei größeren Summen nicht zu kurz gewählt werden – andernfalls besteht das Risiko, dass die Zinsen in diesem Zeitraum steigen und die Anschlussfinanzierung dadurch teurer wird. Sie sollte jedoch auch nicht zu lang gewählt werden: Je länger die Laufzeit, desto höher das Risiko für die Bank, dass Sie eventuell Ihre Raten nicht mehr zahlen können. Dementsprechend werden hier auch die Zinsen nach oben angepasst. Für klassische Ratenkredite wird deshalb meist eine Zeit zwischen zwei und fünf Jahren gewählt. Achten Sie hierbei schließlich wieder darauf, dass Sie die monatliche Belastung über einen längeren Zeitraum tragen können.
  7. Etwaiges Disagio
    Bei einem Disagio handelt es sich um einen Abschlag vom Nennwert. Dabei wird die Kreditsumme nicht in voller Höhe ausgezahlt – das von der Bank einbehaltene Geld agiert im Prinzip als ein im Voraus gezahlter Zins. Dadurch können die Zinskosten und somit auch der Kredit etwas günstiger gestaltet werden.
    Viele Experten empfehlen diese Vorgehensweise allerdings nur dann, wenn der Kreditnehmer diese Kosten im Auszahlungsjahr von der Steuer absetzen kann. Im Bereich der Baufinanzierung ist dies allerdings nur möglich, wenn die Immobilie nicht selbst genutzt, sondern vermietet oder verpachtet wird.

Darlehenskonditionen: Direktbanken vs. Filialbanken

Kreditnehmer haben bei der Beantragung eines Kredits stets die Wahl zwischen Direktbanken und Filialbanken – der Unterschied: Während Kreditnehmer bei Filialbanken in einer Filiale vor Ort Ihren Kredit beantragen und sich dabei mit einem Ansprechpartner auseinandersetzen, wird dieser Prozess bei Direktbanken komplett online durchgeführt.

Dies ist allerdings auch der Grund, warum die Darlehenskonditionen bei Direktbanken meist deutlich günstiger sind als bei Filialbanken: Sie beantragen den Kredit im Internet. Da der Antrag innerhalb kürzester Zeit bei der Direktbank eingeht, erhalten Sie eine vergleichsweise schnelle Zu- oder Absage. Aufgrund dieser Vorgehensweise werden sowohl Personal- als auch Verwaltungskosten gespart. Das sorgt wiederum dafür, dass geringe bis keine Bearbeitungsgebühren erhoben werden. Dadurch sinkt der effektive Jahreszins und somit auch die Gesamtkosten für das Darlehen.

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Das Forward-Darlehen

Ein Forward-Darlehen ist eine Art Annuitätendarlehen, welches üblicherweise für eine Immobilienfinanzierung genutzt wird. Dabei wird dem Kreditnehmer die Kreditsumme erst nach einer festgelegten Vorlaufzeit ausgezahlt. Während dieser Vorlaufzeit werden weder Bereitstellungs- noch Darlehenszinsen gezahlt.

In den meisten Fällen wird diese Darlehensform bei einer Anschlussfinanzierung genutzt – auf diese Weise kann sich der Kreditnehmer einen niedrigen Zins für seinen Kredit sichern. Zwar muss der Darlehensnehmer einen Zinsaufschlag zahlen, dieser ist im Regelfall allerdings vergleichsweise gering. Im Gegenzug erhält er eine Zinsbindungsfrist zu einem möglichst niedrigen Zins. Wer also den Marktzins beobachtet, kann die Konditionen beim Forward-Darlehen zu seinen Gunsten nutzen.

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