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Förderung der Heizung: Modernisierung & Co

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 26.08.2016

Etwa 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland werden in Warmwasser und Heizung investiert. Das sorgt nicht nur für immense Betriebskosten, sondern schadet auch der Umwelt.

Insbesondere bei älteren Immobilien sollten Heizsysteme deshalb regelmäßig erneuert werden. Denn: Je veralteter die Heizungen im eigenen Haus, desto höher die Heizkosten – meist verbrauchen ältere Objekte dreimal so viel Energie wie Neubauten. Aus diesem Grund ist eine energieeffiziente Modernisierung wichtig.

Was ist eine energieeffiziente Modernisierung?

Eine solche Modernisierung ist dann gegeben, wenn die Heizsysteme in Ihrer Immobilie die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen. In dieser Verordnung sind unter anderem der Primärenergiebedarf sowie der maximale Wärmeverlust festgelegt. Erfüllt Ihr neues Heizsystem diese Anforderungen, handelt es sich um eine energieeffiziente Modernisierung. Seit 2016 gelten verschärfte Regelungen.

Diese Erneuerung bringt etliche Vorteile mit sich:

  • Ihre Heizkosten werden reduziert
    Moderne Heizsysteme verbrauchen rund 30 Prozent weniger Energie als die veralteten Anlagen. Auf diese Weise können Sie Ihre Heizkosten also um ein Drittel reduzieren.
  • Der Wert der eigenen Immobilie wird gesteigert
    Je besser das Heizsystem, desto wertvoller das Gebäude. Dies lohnt sich insbesondere für Vermieter, da sie die Mieteinnahmen entsprechend anpassen können. Doch auch Eigenheimbesitzer profitieren von der Wertsteigerung.
  • Die Umwelt wird geschont
    Neue Heizsysteme stoßen bis zu 30 Prozent weniger CO2 aus. Mit einer Modernisierung tragen Sie demnach Ihren Teil zum Umweltschutz bei.

Wenn Sie Ihre Heizung modernisieren, können Sie zudem vergleichsweise lange davon profitieren. Die durchschnittliche Lebensdauer für moderne Heizsysteme wird liegt zwischen 15 und 20 Jahren – die genaue Nutzungsdauer hängt dabei vom gewählten System und den einzelnen Heizkomponenten ab.

Fördermöglichkeiten im Überblick

Ein neues Heizsystem in die eigene Immobile einzubauen, kann durchaus teuer werden. Damit Sie die Kosten jedoch nicht allein tragen müssen, besteht die Möglichkeit, eine Förderung für die Heizung zu beantragen. Dabei gibt es überwiegend zwei Förderer, die hierfür in Betracht kommen:

Die verschiedenen Zuschussarten

In der nachstehenden Tabelle haben wir die KfW-Förderung zur neuen Heizung sowie die BAFA-Förderung gegenübergestellt. Bei den angegebenen Programmen handelt es sich um verschiedene Zuschüsse:

Programm Wie hoch ist die maximale Förderung? Welche Konditionen gibt es? Wann wird die Förderung beantragt?
KfW-Programm 430
Für Privatpersonen mit Ein- oder Zweifamilienhäusern; maximal 2 Wohneinheiten; Bauantrag vor dem 01.02.2002
Maximal 15 Prozent der Kosten pro Wohneinheit oder 7.500 Euro Beauftragung Energieberater; hydraulischer Abgleich erforderlich
Kombinierbar mit Kesselaustauschbonus der BAFA
Bevor Sanierungsmaßnahmen beginnen
BAFA Basisförderung Solarthermie
Für Besitzer von Bestandsbauten; Heizung seit mindestens zwei Jahren vorhanden
Warmwasserbereitung bis 10 m2 mindestens 500 Euro oder 50 Euro/m2; Solaranlage bis 14 m2 2000 Euro oder 140 Euro/m2 Hydraulischer Abgleich erforderlich
Kombinierbar mit BAFA Kesselaustauschbonus
Maximal neun Monate nach Inbetriebnahme der Anlagen
BAFA Kesselaustauschbonus
Wer seinen Kessel ohne Brennwerttechnik durch einen Brennwertkessel ersetzt
500 Euro Hydraulischer Abgleich erforderlich
Kombinierbar mit BAFA Basisförderung Solarthermie
Bei BAFA anzufragen

Welche Kredite werden vergeben?

Neben dem KfW-Zuschuss zur Heizung können auch diverse KfW-Kredite beantragt werden. Darüber hinaus stellt die Deutsche Kreditbank AG (DKB) Kredite zur Verfügung:

Programm Wie hoch ist der maximale Kredit? Welche Konditionen gibt es? Wann wird der Kredit beantragt?
KfW-Programm 151/152
Bauantrag vor dem 01.02.2002; Wohngebäude
50.000 Euro Zehn Jahre Zinsbindung; 0,75 Prozent Effektivzins; tilgungsfreie Zeit zwei bis fünf Jahre
Kombinierbar bei erneuerbaren Energien mit BAFA-Zuschuss
Bevor Sanierungsmaßnahmen beginnen
KfW-Ergänzungskredit 167 (für Erneuerbare Energien)
Wer Heizung auf erneuerbare Energien umrüstet; Heizungsinstallation vor 01.01.2009
50.000 Euro Bis zu zehn Jahre Zinsbindung; 1,46 Prozent Effektivzins; zwei Jahre tilgungsfrei
Kombinierbar mit BAFA-Zuschuss
Bevor Sanierungsmaßnahmen beginnen, spätestens neun Monate danach
DKB-Heizungsfinanzierung
Keine Einschränkung, da herkömmlicher Ratenkredit
50.000 Euro 3,89 Prozent Effektivzins; Sondertilgungen möglich, zwölf bis 84 Monate Zinsbindung Bevor Sanierungsmaßnahmen beginnen

Heizungsmodernisierung: So gehen Sie vor!

Bevor Sie sich mit der Modernisierung Ihrer Heizung beschäftigen, sollten Sie erst grundlegende Fragen beantworten. Dafür ist es nötig, dass Sie Ihr aktuelles Heizsystem überprüfen:

  • Welche Bauteile sind veraltet und müssen saniert werden?
  • Wie hoch sind Ihre aktuellen Heizkosten?
  • Wo sind mögliche Schwachstellen im Heizsystem?
  • Wie alt ist Ihre derzeitige Heizung?
  • Wie sind Ihr Dach und die Wärmedämmung Ihres Gebäudes beschaffen?
  • Gibt es Wärmeverluste?

Wärmeverluste müssen zum Beispiel nicht nur auf eine veraltete Heizung hindeuten, sondern können auch die Folge von undichten Gebäuden sein. Deshalb ist es unerlässlich, auch die Wärmedämmung der Immobilie zu überprüfen, damit Schwachstellen in der Dämmung ausgeschlossen werden können.

Informationen ähnlicher Gebäude einholen

Zusätzlich sollten Sie die Gegebenheiten Ihres Heizsystems mit denen anderer Häuser vergleichen, die eine gleiche Bauart und eine gleiche Baugröße aufweisen. Dabei können Sie überprüfen, wie hoch die durchschnittlichen Heizkosten pro Quadratmeter sind. Auch sollten Sie kontrollieren, wie hoch der jährliche Heizspiegel ist.

Hierbei lohnt es sich, einen Blick in den eigenen Energieausweis zu werfen. In diesem ist eingetragen, wie hoch der Energieverbrauch Ihres Gebäudes. Diese Angaben werden außerdem in Heizung und Warmwasser unterteilt. Im Bereich „Vergleichswerte Endenergie“ können Sie nachvollziehen, welchem Standard Ihre Daten entsprechen. Liegen Ihre Werte im orangefarbenen bis roten Bereich? Dann wird es Zeit für eine neue Heizung.

Tipp:Professionelle Energieberatung

Eine professionelle Energieberatung kann Ihnen dabei helfen, Ihr Heizsystem richtig zu analysieren. Dabei erkennt der Berater auch, wo potenzieller Optimierungs- oder Modernisierungsbedarf besteht.

Überprüfen Sie aber vorab, ob es sich wirklich um einen seriösen Energieberater handelt: Lassen Sie sich vorab Referenzen zeigen. Diese bieten Ihnen einen Einblick in die Bewertungen anderer Kunden.

Worauf ist noch zu achten?

Es lohnt sich, einen Heizungscheck nach DIN 15378 durchführen zu lassen. Dieser Heizungscheck zeigt Ihre Abgasverluste, Ihre Oberflächenverluste und Ihre Ventilationsverluste. Dadurch kann der Energieberater herausfinden, wie gut die Wärmebilanz Ihrer Heizanlage ist.

Bei einem Austausch sollte die Heizanlage außerdem ganzheitlich betrachtet werden. Berücksichtigen Sie, dass es durchaus zu Wechselwirkungen kommen kann, wenn Sie nur einzelne Bestandteile austauschen. Dies sollte unbedingt vorab überprüft werden.

Überlegen Sie auch, ob es Sinn macht, im gleichen Zug die Rohrleitungen zu erneuern.

Finanzierung der Modernisierung

Sie möchten sich eine effizientere Heizung anschaffen? Dann steht die Frage nach dem Budget offen: Können Sie den Austausch vollständig finanzieren?

Ist dies nicht der Fall, stehen Ihnen verschiedene Fördermittel zur Verfügung, die wir oben näher erläutert haben. Allerdings ist dabei zu beachten, dass sich für die verschiedenen Heizsysteme unterschiedliche Fördermöglichkeiten ergeben. Die Förderung einer Wärmepumpe gestaltet sich beispielsweise anders als die Förderung einer Gasheizung.

So lassen sich Gas- und Ölheizungen beispielsweise über die KfW fördern, während das BAFA vorrangig für Wärmepumpen, Biomasse (etwa Pelletöfen) und Solarthermie Zuschüsse sowie Kredite zur Verfügung stellt. Darüber hinaus lassen sich oftmals auch regionale Förderprogramme oder Zuschüsse nutzen – informieren Sie sich hierfür am besten bei der zuständigen Behörde Ihrer Region.

In der Regel werden von Förderern grundsätzlich solche Heizsysteme gefördert, die energieeffizient und umweltschonend arbeiten.

Arten von Heizsystemen

Möchten Sie sich ein neues Heizsystem anschaffen, haben Sie die Qual der Wahl – zahlreiche Systeme stehen Ihnen hierbei zur Verfügung. Nachstehend haben wir Ihnen die wichtigsten Heizsysteme aufgelistet.

Heizsysteme Eigenschaften Vorteile Nachteile
Zentralheizung
  • Wasser an einer zentralen Stelle erwärmt
  • Fließt über Rohrsystem in alle Räume
  • Viele Räume gleichzeitig beheizen
  • Schadstoffarm und umweltschonend
  • Keine Kostenabrechnung nach individuellem Gebrauch möglich
  • Hoher Platzbedarf im Heizungskeller
Ölheizung
  • Arbeitet mit Heizöl
  • Brennwertkessel erforderlich
  • Kann mit regenerativen Energiequellen verbunden werden
  • Aktuell preisgünstig
  • Technik ist ausgereift
  • Fossile Brennstoffe werden genutzt
  • Ist vom Rohstoffpreis abhängig
  • Lagerraum erforderlich
Gasheizung
  • Betrieb mit Erdgas oder Flüssiggas
  • Kleiner Heizkessel nötig
  • Umweltfreundlicher als Öl
  • Benötigt keine Lagerung
  • Investitionskosten niedrig
  • Fossiler Brennstoff
  • Wird zunehmend teurer
Elektroheizung
  • Produzieren Wärme über Heizdrähte
  • Muss an Strom angeschlossen sein
  • Platzsparend
  • Lässt gut regeln
  • Wettbewerb ist gut
  • Strompreise steigen
  • Betriebskosten teuer
  • Wirkungsgrad eher niedrig
Wärmepumpe
  • Erdwärme wird über die Pumpe gewonnen und erhitzt
  • Muss nicht gelagert werden
  • Kann gefördert werden
  • Anschaffung ist teuer
  • Kostenvorteile abhängig vom Strompreis und der Arbeitszahl
Luft-Luft-Wärmepumpe
  • Verbrauchte Raumluft wird genutzt
  • Außenluft wird vorgewärmt
  • Niedriger CO2-Ausstoß
  • Luft ist frei verfügbar
  • Ideal für Passivhäuser
  • Hoher Wartungsaufwand
  • Nur sinnvoll bei luftdichten Gebäuden
Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • Außenluft wird genutzt
  • Kältemittel wird erhitzt
  • Ganzjährig einsetzbar
  • Geringer Platzbedarf
  • Günstige Anschaffung
  • Hohe Investitionskosten
  • Stromverbrauch erhöht
  • Von Außentemperatur abhängig
Wasser-Wasser-Wärmepumpe  
  • Wärme des Grundwassers wird genutzt
  • Zwei Brunnen nötig
 
  • Hoher Wirkungsgrad
  • Geringer Platzbedarf
  • kostengünstige Anschaffung
 
  • Begrenzte Nutzungsdauer der Brunnen
  • Vereisungsgefahr
Pelletheizung  
  • Holzpellets werden verwendet
  • Einzelne Räume und ganze Häuser können geheizt werden
 
  • Brennstofflager und Ofen können räumlich getrennt sein
  • Umweltfreundlich
  • Brennstoff kostengünstig
 
  • Hohe Anschaffungskosten
  • Vergleichsweise hoher Platzbedarf
  • Wartungsintensiv
Solarthermie  
  • Nutzen Strahlungsenergie der Sonne
  • Kollektor auf Dach befestigt
 
  • Niedrige Heizkosten
  • Unbegrenzte Verfügbarkeit
  • Äußerst umweltschonend
 
  • Anschaffung ist kostspielig
  • Viel Platz wird benötigt
  • Können bei Nacht nicht genutzt werden
Holzheizung  
  • Heizen mit Holz
  • Hochwertiger und gut getrockneter Brennstoff ist nötig
 
  • Stoßen nur wenig CO2 aus
  • Günstig in der Anschaffung
 
  • Hoher Platzbedarf
  • Hohe Anschaffungskosten
  • Hohe Wartungskosten
Infrarotheizung  
  • Alternative zur Elektroheizung
  • Heizen durch Infrarotstrahlung
 
  • Lange Nutzungsdauer
  • Kein Dreck oder Staub
  • Leichte Installation
 
  • Hohe Strompreise
  • Temperatur kann nicht gemessen werden

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