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Geldanlage für Kinder

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 03.08.2016

Für die Kleinen nur das Beste – das gilt auch in Sachen Finanzen. Immer mehr Eltern legen schon früh – oft gleich nach der Geburt – Geld für ihren Nachwuchs an. In Zeiten niedriger Zinsen ist es allerdings schwierig, eine Geldanlageform zu finden, die sich rentiert. Wer gewissenhaft vergleicht und aus den vielen Angeboten ein passendes Finanzprodukt für sein Kind auswählt, kann allerdings kaum etwas falsch machen. In der Regel lohnt sich das Sparen für Kinder – und oft auch für die Eltern, denen steuerliche Vorteile winken.

Gründe, um für die Kinder zu sparen

Das Ansparen von Geld für die Kinder ist eine vernünftige Sache, denn die Kindererziehung bedeutet immer auch eine finanzielle Mehrbelastung für die Familie. Ist der Nachwuchs erst einmal volljährig, werden meist auch die Wünsche größer. Zuerst ist es der Führerschein, dann steht der Kauf des ersten eigenen Autos an – so kommen schnell zwischen 7.500 und 10.000 Euro zusammen. Dazu kommen Kosten für die Ausbildung. Bei einem Studium können diese sich auf monatlich 1.000 Euro und mehr belaufen und selbst bei einer betrieblichen Ausbildung, bei der das Kind bereits ein Gehalt bezieht, ist oft noch eine finanzielle Unterstützung erforderlich.

Da ist es natürlich ein großer Vorteil, wenn für diese teuren Angelegenheiten zum richtigen Zeitpunkt Geld bereitsteht. Je früher man mit dem Sparen beginnt, umso höher ist am Ende der Betrag, der für das erwachsen gewordene Kind zur Verfügung steht. Weiterhin ist es natürlich wichtig, dass den Kindern von Anfang an eine gewisse Menge an Geld zur eigenen Verfügung bereit steht, damit sie ihre eigenen finanziellen Entscheidungen treffen können und sie nicht komplett von den Eltern abhängig sind.

Alter und Geschäftsfähigkeit

Kinder und Jugendliche werden vom Gesetzgeber besonders geschützt, daher ist bis zum Erreichen des 18. Lebensjahrs die Geschäftsfähigkeit beschränkt. Bis zum Alter von sieben Jahren sind Willenserklärungen sogar nichtig. Die Eltern vertreten ihr Kind und können in dessen Namen Rechtsgeschäfte vornehmen (§ 1629 BGB). Diese gesetzlichen Vorschriften gelten auch für die Eröffnung von Konten und die Verfügung darüber.

0 bis 6 Jahre
  • Die Rechtsfähigkeit besteht ab der Geburt (§ 1 BGB)
  • Ein Sparkonto für das Kind kann von den Erziehungsberechtigten auf dessen Namen angelegt werden
  • Geschäftsunfähigkeit (§ 104 BGB): Das Kind kann keine rechtswirksamen Verfügungen vornehmen
7 bis 17 Jahre
  • Beschränkte Geschäftsfähigkeit (§ 106 BGB)
  • Verfügungen können wirksam nur mit Zustimmung der gesetzlichen Vertreter erfolgen (§§ 107, 108 BGB)
Ab 18 Jahren
  • Volle Geschäftsfähigkeit
  • Wer als Kontoinhaber geführt wird, darf voll über das Konto verfügen.

Das Baby-Sparbuch

In vielen Familien ist es schon zur Tradition geworden, gleich nach der Geburt für das Neugeborene ein Sparbuch anzulegen. Auf dieses „Baby-Sparbuch” kann dann Geld, das für das Kind bestimmt ist, eingezahlt werden. Wenn das Kind volljährig ist, soll sich ein ansehnlicher Betrag angespart haben. Seit einigen Jahren hat dieses Kindersparbuch jedoch an Beliebtheit eingebüßt. Schuld sind niedrige Zinsen, die teilweise nicht einmal die Inflation ausgleichen.

Aus diesem Grund bieten Banken und Sparkassen oft Sonderkonditionen beim Sparbuch für Kinder und Jugendliche an. Um junge Kunden möglichst früh zu binden, locken die Finanzinstitute mit kleinen Begrüßungsgeschenken und vergleichsweise hohen Zinsen. Bei diesen Angeboten empfiehlt es sich, genauer hinzusehen. So gelten attraktive Guthabenzinsen von beispielsweise zwei oder drei Prozent nur bis zu einem bestimmten Betrag. Danach gelten die üblichen Zinsen für Spareinlagen.

Die Ausbildungsversicherung

Eltern erhoffen sich für ihre Kinder immer eine schöne Zukunft. Dazu gehört auch eine gute Ausbildung oder ein Studium. Doch eine gute Ausbildung kostet auch viel Geld – insgesamt muss man mit Kosten zwischen 35.000 und 60.000 Euro rechnen. Aus diesem Grund überlegen überwiegend Großeltern, eine Ausbildungsversicherung für den Nachwuchs abzuschließen, um die Zukunft abzusichern.

Eine Ausbildungsversicherung funktioniert nach dem folgenden Prinzip: Für die Ausbildung der Kinder wird eine Versicherungspolice abgeschlossen, wobei regelmäßige Zahlungen bei einer längeren Laufzeit, meist 18 bis 25 Jahre, vorgenommen werden. Am Ende der Laufzeit erhält das Kind den vereinbarten Betrag ausbezahlt. Sollte der einzahlende Vertragspartner während der Laufzeit sterben, so sind keine weiteren Einzahlungen mehr notwendig und der Vertrag läuft bis zur vereinbarten Laufzeit weiter. Am Ende wird die vereinbarte Summe ausbezahlt.

Genau genommen handelt es sich bei diesem Modell, um eine Sonderform der Kapitallebensversicherung. Verbraucherschützer sehen diese Form der Vorsorge für die Kinder als kritisch an, da aufgrund des hohen Risikos für die Versicherungsunternehmen, die Ausbildungsversicherungen unverhältnismäßig teuer werden und somit die Rendite zum Teil erheblich sinkt, selbst wenn die Eltern die Ausbildungsversicherung abschließen. Weitere Kritik wird an der Flexibilität geübt, da der Rückkaufwert bei vorzeitiger Vertragskündigung stark sinkt.

Lange Laufzeiten – hohe Rendite

Eine weitere attraktive Möglichkeit der Geldanlage für Kinder stellen Festgeldkonten dar. Beim Festgeld können Eltern Geld über eine längere Laufzeit über anlegen und profitieren von stabilen Zinsen ohne Schwankungen. Der Sparbetrag ist dann allerdings nicht jederzeit verfügbar, erst am Ende der Laufzeit kann das Geld dem Konto entnommen werden.

Zu den Sparanlagen mit langer Laufzeit gehören auch Bausparverträge. Vor allem bei Menschen, denen es in erster Linie auf die Sicherheit ankommt, ist diese Form der Geldanlage nach wie vor beliebt. Auch für Kinder können diese Bausparverträge angelegt werden. Ebenso ist das Überschreiben eines bereits laufenden Bausparvertrags auf Kinder oder Enkel möglich. In letzter Zeit mehren sich jedoch die Stimmen von Verbraucherschützern, die vor dieser Form der Geldanlage für Kinder warnen. Hohe Gebühren und Zinsen auf einem Rekordtief bewirken niedrige Renditen. Attraktive Angebote mit hohen Prämien dahingegen sind selten. Der Anspruch auf staatliche Förderung besteht erst, wenn der Begünstigte des Vertrags das 16. Lebensjahr vollendet hat.

Eine Alternative zum Sparbuch und zu Festgeldkonten sind Banksparpläne (Sparverträge). Trotz niedriger Zinsen auch bei dieser Anlageform sind die Renditeerwartungen teilweise sehr attraktiv: Zwischen zwei und vier Prozent können hierbei herausspringen. Der Grund dafür sind die Bonuszahlungen, die dann gewährt werden, wenn über einen langen Zeitraum die Sparraten regelmäßig gezahlt wurden. Ein variabler Basiszinssatz sorgt zudem dafür, eventuellen Inflationsrisiken entgegenzuwirken. Diese Angebote können auch für den Nachwuchs genutzt werden. Man muss aber wissen, dass hier das Geld für lange Zeit angelegt wird, ohne dass es verfügbar ist.

Wer Liquidität benötigt, muss den Banksparplan kündigen, was dann wiederum mit Verlusten verbunden ist.

Tagesgeldkonto für Kinder

Viele Finanzinstitute bieten speziell für Kinder Tagesgeldkonten an. Der Vorteil von Tagesgeldkonten ist die große Flexibilität. Ein- und Auszahlungen können prinzipiell jederzeit erfolgen. Die Zinsen hierfür liegen derzeit allerdings sehr gering, so dass Renditen über der Inflationsrate kaum zu erreichen sind. Verbraucherschützer empfehlen Tagesgeldkonten für Kinder nur dann, wenn es vornehmlich auf die schnelle Verfügbarkeit von Geld ankommt. Tagesgeldkonten eignen sich insofern als eine gute Ergänzung zum Girokonto.

Übersicht über gängige Anlageformen für Kinder

Anlageprodukt Babys Kinder Jugendliche
Sparbuch Geeignet Geeignet Nicht geeignet
Ausbildungsversicherung Nicht geeignet Nicht geeignet Nicht geeignet
Festgeldkonto Geeignet Geeignet Geeignet
Bausparvertrag Geeignet Nicht geeignet Nicht geeignet
Banksparplan Geeignet Geeignet Nicht geeignet
Tagesgeldkonto Geeignet Geeignet Geeignet

Das Kinderkonto

Ein Kinderkonto ist ein vollwertiges Girokonto, das mit hohen Zinsen lockt – teilweise auch mit Bonuszahlungen. Diese Konten bieten sich nicht nur zur Geldanlage an, sondern sollen vor allem auch dazu dienen, den jungen Menschen möglichst früh beizubringen, wie man mit einem Konto und der dazugehörigen Karte umgeht. Über das richtige Einstiegsalter streiten die Experten. Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren sind in der Regel reif genug, um mit einem Kinderkonto umzugehen. Das Taschengeld, das sonst bar ausgezahlt wird, kann dann bequem vom Konto der Eltern per Dauerauftrag auf das Kinderkonto überwiesen werden.. Diese Vorgehensweise gewährt vor allem eine gute Übersicht. Für welche Altersgruppen sind Girokonten für Kinder geeignet?

0 bis 6 Jahre

  • Nicht geeignet
  • Kinder dieser Altersgruppe können aufgrund gesetzlicher Vorschriften keine wirksamen Verfügungen vornehmen

7 bis 17 Jahre

  • Mit Kundenkarten sind Abhebungen in Bankfilialen möglich
  • Für den Einstieg in den bargeldlosen Zahlungsverkehr werden Geldkarten und Prepaid-Visakarten angeboten
  • Ein Dispositionskredit ist ausgeschlossen
  • Insbesondere in den vier Jahren vor der Volljährigkeit empfehlenswert

Wie eröffnet man ein Kinderkonto?

Die Eröffnung eines Kontos für ein Kind funktioniert genauso wie bei anderen Konten auch. Hier muss allerdings der Nachweis vorgelegt werden, dass man für das Kind vertretungsberechtigt ist. Als Legitimation für die gesetzliche Vertretungsmacht reicht die Geburtsurkunde oder ein Auszug aus dem Familienbuch aus. Paare mit unterschiedlichen Familiennamen sollten eine Kopie der Heiratsurkunde bereithalten. Den Antrag für die Eröffnung des Kinderkontos müssen beide Eltern unterschreiben. Ein Ausnahmefall ist es, sofern ein Elternteil das alleinige Sorgerecht innehat. Bei geschiedenen oder unverheirateten Eltern muss ein Nachweis des Sorgerechts vorgelegt werden.

Renditefresser Inflation

Bei jeder Geldanlage, ob für Kinder oder Erwachsene, sollten die Zinsen stets mit der aktuellen Inflationsrate verglichen werden. Denn durch die Zinsen erhöht sich zunächst einmal nur der verfügbare Geldbetrag. Über die tatsächliche Kaufkraft sagt das aber nichts aus. Über die Jahre verliert Geld nämlich durch Preiserhöhungen für Waren nach und nach an Kaufkraft. Lässt sich dieser Kaufkraftverlust mit der Geldanlage lediglich ausgleichen, haben Sie am Ende – trotz des Sparens –nichts gewonnen. Eine wirklich rentable Geldanlage sollte daher Zinsen bieten, die über der Inflationsrate liegen. Die Inflationsrate in Deutschland lag im Januar 2015 laut dem Statistischen Bundesamt auf Jahressicht bei -0,3 Prozent (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Monatliche Inflationsrate in Deutschland

Steuern sparen

Was viele Eltern nicht wissen: Die Anlage von Kinderkonten oder Kindersparbüchern kann sich auch steuerlich lohnen, denn Minderjährigen stehen hohe Sparerfreibeträge zu. Gerade für Eltern, die über ein gewisses Geldvermögen verfügen, sind Konten attraktiv, die auf die Namen ihrer Kinder angelegt werden. Auch hierfür können dann Freistellungsaufträge an die Banken erteilt werden, um sich den Sparer-Pauschbetrag von derzeit 801 Euro zu sichern.

Wer mit höheren Kapitalerträgen rechnet, beantragt beim zuständigen Finanzamt eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung). Sie bewirkt, dass in keinem Fall Abgeltungssteuer abgezogen wird. Voraussetzung dafür ist die Erwartung, dass der Kontoinhaber im Kalenderjahr kein Einkommen über dem Grundfreibetrag (circa 8000 Euro) erzielen wird. Formulare für eine NV-Bescheinigung sind auch über das Internet bei den zuständigen Finanzämtern erhältlich.

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Da Ihr Geld "täglich verfügbar" ist, können Sie nach Bedarf auf attraktive Anlagemöglichkeiten reagieren oder bei fehlenden Chancen zumindest die Inflation eindämmen.

Festgeld
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Sichern Sie sich feste Zinssätze über einen längeren Zeitraum. Sie erhalten den vereinbarten Zinssatz auch dann, wenn die Zinsen weiter sinken sollten.

Geldanlage-Vergleich
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