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Kreditkarten­nummer: Der Aufbau Ihrer Karte

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 16.01.2015

Im weltweiten Zahlungsverkehr sind Kreditkarten für viele Menschen das Zahlungsmittel der Wahl. Sie ermöglichen das bequeme und bargeldlose Zahlen sowie in vielen Fällen auch die Beschaffung von Bargeld am Geldautomaten im In- und Ausland. Doch haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie Ihre Kreditkarte eigentlich aufgebaut ist und welche Sicherheitsmerkmale vor Missbrauch schützen?

In diesem Ratgeber klären wir zahlreiche Fragen, wie beispielsweise wo die Kreditkartennummer steht, und zeigen, wie sich die verschiedenen Angaben auf der Karte zusammensetzen sowie welche Unterschiede es bei den einzelnen Karten geben kann.

Die Vorderseite der Kreditkarte

Beim ersten Blick auf eine Kreditkarte fallen die vielen Zahlen auf, die sich auf Vorder- und Rückseite des „Plastikgelds“ befinden. Beim Bezahlen ist vor allem die Kartennummer wichtig, denn sie identifiziert den Inhaber und ordnet ihm sein Konto beim jeweiligen Kreditinstitut eindeutig zu.

Alle Kreditkarten folgen in ihrem Erscheinungsbild einer international festgelegten Norm, der ISO/IEC 7810. Diese Norm gilt für alle Arten von Identifikationskarten und soll eine einheitliche Formgebung garantieren. Ähnlich wie der Ausweis oder der Führerschein gilt auch eine Kreditkarte als Identifikationskarte. Die Norm legt die Maße der Karte fest – sie muss exakt 85,6 mm lang und 53,98 mm breit sein. Selbst die typisch abgerundeten Ecken folgen einer Norm und müssen einen Radius von genau 3,18 mm haben.

Vorderseite der Kreditkarte

Vorderseite der Kreditkarte

Einige Angaben auf Kreditkarten sind typischerweise hochgeprägt, so zum Beispiel der Name des Karteninhabers, die Kreditkartennummer sowie die Gültigkeitsdauer. Nicht alle Karten besitzen jedoch eine Hochprägung. Es gibt zum Beispiel Prepaid-Karten bestimmter Anbieter, bei denen diese Angaben nur aufgedruckt sind. Solche Karten sind dann nicht durch die klassischen Maschinen lesbar, da sie aber in der Regel zum bargeldlosen Bezahlen im Internet sowie dem elektronischen Bezahlen per Magnetstreifen oder Chip vorgesehen sind, fällt dieser Umstand selten ins Gewicht.

Ohne Hochprägung kann man also nicht in Geschäften bezahlen, in denen noch die klassischen Kohlepapier-Belege mit durchgedrückter Kartennummer verwendet werden. Ist eine Hochprägung vorhanden, müssen die hier geltenden ISO-Normen ebenfalls eingehalten werden. Weitere Normen regeln die magnetische Datenspeicherung auf der Kreditkarte.

Die Farbgebung bzw. das Design der Karte unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter; besonders Prepaid-Kreditkarten können bei Beantragung häufig auch von den Kunden selbst gestaltet werden.

Der Inhaber und sein Name

Links unten sind Vor- und Nachname des Karteninhabers zu finden, entweder geprägt oder gedruckt. Handelt es sich um eine Firmenkarte, kann statt einer Person auch der Firmenname angegeben sein. Es gibt seit einiger Zeit auch anonyme Prepaid-Karten, die als Geschenk an andere Personen weitergegeben werden können.

Keine Kreditkarte ohne Kartennummer

Die wichtigste Information jeder Kreditkarte ist die Kreditkartennummer. Sie ist meistens geprägt (bei Prepaid-Karten oft nur aufgedruckt) und besteht aus mindestens 12 und höchstens 16 Stellen. Durch sie lässt sich die Karte im Zahlungsverkehr eindeutig identifizieren. Zudem ordnet sie die Karte dem Karteninhaber zu. Um die Identität nachzuweisen, ist klassischerweise eine Unterschrift nötig, beim Abheben von Bargeld am Geldautomaten kommt eine PIN zum Einsatz. Die Kartennummer lässt sich in drei Bereiche aufschlüsseln:

Bereich 1: BIN-Code (Bank Identification Number)

Die ersten vier Ziffern der BIN identifizieren die Kreditkartengesellschaft sowie die Bank, die die Karte ausgegeben hat. Beispiel:

  • Visa = 4
  • MasterCard = von 51 bis 55
  • American Express = 34 oder 37

Diesen Ziffern folgt dann immer eine ID-Nummer der jeweiligen Bank. Auf Ziffer 5 und 6 entfallen weitere Informationen zum Kreditkartentyp, etwa, ob es sich um eine Gold- oder Zweitkarte handelt.

Bereich 2: Ihre Kontonummer

Abhängig von der Länge der BIN folgt anschließend die eigentliche Kontonummer des Karteninhabers beim jeweiligen Institut, die maximal 12 Ziffern umfasst. Je nach Länge der BIN kann eine Kartennummer insgesamt also maximal 16 Ziffern aufweisen.

Bereich 3: Die Prüfziffer der Kreditkarte

Die letzte Ziffer ist die sogenannte Prüfziffer der Kreditkarte. Mit ihr kann über einen mathematischen Algorithmus die Richtigkeit der Zahlenzuordnung geprüft werden. Dies hilft beispielsweise Onlineshops bei der Plausibilitätsprüfung, wenn bei Zahlung mit Kreditkarte die Kartennummer eingegeben wird.

Das Logo der Kreditkartengesellschaft

Hinter einer Kreditkarte steht immer eine Kartengesellschaft, die ihre Karten entweder in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit Banken ausgeben. Die Akzeptanz einer Karte im Handel hängt sehr von ihrer Verbreitung ab. Nicht alle Karten werden von allen Händlern akzeptiert. Am bekanntesten sind die folgenden Kartengesellschaften:

  • VisaCard
  • MasterCard
  • American Express
  • Diners Club

Es gibt aber noch viele weitere internationale und nationale Kreditkartengesellschaften. Welche Gesellschaft hinter Ihrer Karte steht, sehen Sie am jeweiligen Logo, das sich auf der Karte befindet.

Die Gültigkeitsdauer

Jede Kreditkarte hat eine befristete Gültigkeitsdauer. Diese liegt in der Regel zwischen zwei und fünf Jahren. Sie wird mit jeweils zwei Ziffern für den Monat und das Jahr angegeben (mm/jj). Beim Bezahlen in Onlineshops wird manchmal auch das Format (mm/jjjj) verlangt. Amerikanische Shops kehren häufig die Angaben um (jj/mm), was bei der Eingabe zu beachten ist. Beim Bezahlen wird grundsätzlich das Ablaufdatum abgefragt, damit sichergestellt ist, dass die Karte noch gültig ist. Somit können abgelaufene Kreditkarten, die nicht ordnungsgemäß vernichtet wurden, nicht mehr für die Bezahlung verwendet werden.

Der EMV-Chip

Nicht alle Kreditkarten besitzen ihn bereits, doch langfristig soll der sogenannte EMV-Chip auf der Vorderseite den Magnetstreifen ersetzen. Er bietet bessere Sicherheitsstandards hinsichtlich der Echtheitsprüfung und der PIN-Eingabe als der Magnetstreifen. Der Chip soll außerdem besser gegen Manipulationen der Daten geschützt sein.

BIN-Code Auszug

Der kleine, aufgedruckte Block aus vier Ziffern ist Bestandteil des BIN-Codes, mit dem die ausgebende Bank und die Kreditkartengesellschaft identifiziert werden können (mehr dazu im Abschnitt zu Bereich 1 der Kartennummer).

Rückseite der Kreditkarte – der Magnetstreifen

Lange Zeit war der Magnetstreifen die einzige Möglichkeit zur Speicherung von Daten auf der Karte. Diese Speicherung war zur Nutzung elektronischer Bezahlsysteme zwingend notwendig. Bei seiner Einführung erweiterte er den Funktionsumfang der klassischen Kreditkarte, die fortan auch an Geldautomaten nutzbar war. Aufgrund der besseren Sicherheitsmerkmale wird der Magnetstreifen künftig vom EMV-Chip, der sich auf der Vorderseite der Karte befindet, ersetzt oder zumindest ergänzt.

Rückseite der Kreditkarte

Rückseite der Kreditkarte

Die Kreditkartenprüfnummer Ihrer Kreditkarte

Neben dem Unterschriftenfeld findet sich meist der Sicherheitscode der Kreditkarte, der als CVC2 oder CVV2 (Card Validation Code bzw. Card Verification Value) bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine drei- oder vierstellige Zahlenkombination, die vor allem beim Online-Shopping von Bedeutung ist. Diese Prüfnummer ist aufgedruckt und nicht geprägt und kann somit nur schwer maschinell ausgelesen werden. Wird im Internet bezahlt, muss häufig diese Prüfnummer der Kreditkarte eingegeben werden. So soll sichergestellt werden, dass die Karte tatsächlich physisch beim Bezahlenden vorhanden ist und nicht nur mit der Kartennummer und dem Namen des Inhabers bestellt wird.

Achtung: Kartenprüfnummer nie anderweitig aufschreiben

Die Kartenprüfnummer sollte niemals anderweitig notiert, sondern nur bei Bedarf beim Einkaufen angegeben werden. Damit niemand die Prüfnummer in Erfahrung bringen kann, sollten Sie die Karte möglichst nicht aus der Hand geben. Das verhindert auch ein heimliches Kopieren der Karte. Lassen Sie auch niemanden ein Foto Ihrer Kreditkarte machen. Verlorene oder gestohlene Karten sollten Sie sofort sperren lassen.

Die Prüfziffer verhindert also gegebenenfalls einen Missbrauch der Karte im Internet. Bei Verlust oder Diebstahl sollte die Karte allerdings umgehend gesperrt werden, da der Finder beziehungsweise Dieb sich dann im Besitz der Karte befindet und mit Hilfe des Sicherheitscodes der Kreditkarte online einkaufen könnte.

Das Unterschriftenfeld

Hier ist Platz für die eigenhändige Unterschrift des Karteninhabers. Die Karte ist nur dann gültig, wenn sie unterschrieben wurde. Diese Signatur soll dem Abgleich mit der Unterschrift auf dem jeweiligen Beleg dienen, damit der Händler die Identität des Kunden verifizieren kann.

Der Auszug der Kartennummer

Zusätzlich findet sich auf dem Unterschriftenfeld häufig ein vierstelliger Ziffernblock, der aus den letzten vier Ziffern der Kartennummer besteht. Er stellt ein weiteres Sicherheitsmerkmal dar und dient dem Abgleich der Kartenprüfnummer mit der Kartennummer.

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Wissenswertes zur Sicherheit der Kreditkarte

Das Bezahlen mit Kreditkarte ist vor allem im Internet das Mittel der Wahl. Insbesondere beim Einkaufen im Ausland geht es häufig gar nicht mehr ohne Kreditkarte. Bei der Eingabe von Daten sollte man jedoch stets sehr vorsichtig sein.

  • Achten Sie darauf, Ihre Kreditkartendaten nur auf sicheren Seiten mit SSL-Verschlüsselung einzugeben. Lassen Sie die gleiche Sorgfalt walten wie auch beim Online-Banking.
  • Geben Sie Kreditkartendaten nur dann ein, wenn Sie wirklich etwas bezahlen möchten und nicht etwa zur Bestätigung Ihrer Volljährigkeit.
  • Die Aktivierung von Geoblocking hilft gegen Kreditkartenbetrug durch Datenklau.
  • Kontrollieren Sie stets Ihre Kreditkartenabrechnung auf Unregelmäßigkeiten und erheben Sie rechtzeitig Einspruch gegen nicht plausible Zahlungsvorgänge.

Gültigkeitsdauer und Ablaufdatum der Kreditkarte

Die Laufzeit hängt vom jeweiligen Kreditinstitut und gegebenenfalls vom Vertragsmodell ab. So beträgt die Gültigkeitsdauer bei Karten in Schnupperangeboten manchmal nur ein bis zwei Jahre, bei anderen wiederum vier oder sogar fünf Jahre. Das Ablaufdatum der Karte hat jedoch nichts mit der eigentlichen Vertragslaufzeit zu tun. Wenn die Karte abgelaufen ist, wird sie für Bezahlvorgänge nicht mehr akzeptiert. Daher sollte man bei der Planung eines Urlaubs immer überprüfen, ob die Kreditkarte eventuell genau während der Reise abläuft und gegebenenfalls vorab eine neue Karte bei der Bank beziehungsweise der Kreditkartengesellschaft anfordern.

Wenn die Gültigkeitsdauer Ihrer Karte sich dem Ende nähert, erhalten Sie normalerweise automatisch einige Wochen vor dem Ablaufdatum Ihre neue Kreditkarte. Sofern Sie die Karte nicht früher benötigen, müssen Sie nichts weiter tun. Achten Sie darauf, die neue Karte erst dann einzusetzen, wenn sie gültig ist. Außerdem sollten Sie nicht versuchen, die alte Karte nach dem Ablaufdatum zu benutzen.

Tipp:Gültigkeitsdauer bei frühen Buchungen beachten

Achten Sie bei der Vorab-Buchung von Mietwagen oder Hotelzimmern darauf, dass die Gültigkeitsdauer der Kreditkarte zum fraglichen Termin noch nicht abgelaufen ist. Ansonsten kann es zu Problemen kommen, auch wenn die Karte zum Zeitpunkt der Buchung noch gültig war.

Wann ändert sich die Kartennummer?

Wenn Sie wegen des nahenden Ablaufdatums eine neue Kreditkarte erhalten, bleibt die Kartennummer in der Regel gleich. Lediglich die Prüfnummer auf der Rückseite ändert sich je nach Anbieter aus Sicherheitsgründen. Wurde die Karte verloren oder gestohlen und Sie haben sie sperren lassen, gibt es eine neue Karte, die dann normalerweise auch eine neue Kartennummer bekommt.

Wenn sich die Kartennummer geändert hat, sollten Sie die Nummer bei häufig genutzten Online-Händlern aktualisieren, um weiterhin per Karte zahlen zu können. Hierfür gibt es meist spezielle Kundenbereiche, wo eine Aktualisierung vorgenommen werden kann. Sollte nur das Gültigkeitsdatum abgelaufen sein, müssen Sie dies im Shop ebenfalls aktualisieren.

Kann man den Inhaber anhand der Kartennummer identifizieren?

Aus Gründen des Datenschutzes ist es einer dritten Person nicht möglich, nur anhand der Kreditkartennummer den Inhaber zu ermitteln. Die Bank kennt natürlich ihre Kunden und kann eine Karte, die etwa verloren wurde und in der Bank abgegeben wird, dem Kunden zuordnen.

Eine Kreditkarte steckt also voller Informationen und Sicherheitsmerkmale, die das bequeme Bezahlen (vor allem im Internet) erleichtern sollen. Dennoch müssen Sie als Nutzer stets selbst darauf achten, dass Sie nicht leichtfertig mit Ihren Daten umgehen. Insbesondere die Prüfziffer sollten Sie vor dem Zugriff durch Dritte schützen. Gleiches gilt natürlich auch für die PIN (sofern vorhanden), die beispielsweise an Geldautomaten benötigt wird.

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