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Voraussetzungen für die Kreditvergabe

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 14.09.2016

Mit einem Kredit können sich Verbraucher Wünsche erfüllen, Schulden umfinanzieren oder wichtige Anschaffungen erledigen. Allerdings ist die Kreditvergabe von Banken keine Selbstverständlichkeit.

Jeder Antragsteller muss, abhängig von der Kredithöhe oder dem Verwendungszweck, Voraussetzungen erfüllen, damit er ein Darlehen erhält. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die Kreditvergabe.

Alter des Kreditnehmers

Kredite werden von Banken grundsätzlich nicht an Minderjährige vergeben. Deshalb ist die Volljährigkeit eine wichtige Voraussetzung, damit ein Antragsteller einen Kredit erhält.

Bei jeder Antragstellung wird von der Bank überprüft, ob die Antragsteller mindestens 18 Jahre alt sind. Wird der Kreditantrag direkt in einer Filiale gestellt, müssen die Antragsteller ihren Ausweis vorlegen. Bei der Online-Kreditbeantragung erfolgt die Altersverifikation spätestens bei der Durchführung des Video- oder PostIdent-Verfahrens.

Tipp:Konten für Minderjährige

Für Geldanlagen wie Festgeld oder Tagesgeld sowie für Sparbücher müssen die Inhaber der jeweiligen Konten nicht volljährig sein. Viele Banken bieten ihren Kunden zum Beispiel an, dass sie entsprechende Konten für ihre Kinder oder Verwandte anlegen können.

Wohnsitz

Verbraucherkredite werden in Deutschland nur an Kreditnehmer mit festem Wohnsitz in Deutschland vergeben. Deshalb müssen Antragsteller diesen mit Hilfe des Personalausweises sowie eventuell einer Meldebestätigung nachweisen.

Darüber hinaus ist für die Kreditvergabe in der Regel eine deutsche Bankverbindung nötig, denn die Bank braucht eine Kontoverbindung, auf die sie die gewünschte Kreditsumme überweisen und von der sie die fälligen Monatsraten abbuchen kann.

Die deutsche Bankverbindung vereinfacht außerdem die Abfrage bei Scoring-Agenturen wie der SCHUFA.

Bonität / Kreditwürdigkeit

Die Kreditwürdigkeit von Kreditnehmern wird in Deutschland auf verschiedene Weise ermittelt. Einen ersten Anhaltspunkt bietet der sogenannte „SCHUFA-Score“. Dieser Wert von 0 bis 100 gibt Banken Aufschluss über die Kreditwürdigkeit der Antragsteller. 100 bedeutet eine optimale Bonität, bei der das Ausfallrisiko nahezu gegen Null geht.

Über die SCHUFA-Auskunft erhält die Bank außerdem Informationen über laufende Kredite sowie nicht erfolgte Zahlungen. Sie werden in die SCHUFA-Datei der Verbraucher eingetragen.

Weitere Möglichkeiten zur Prüfung der Kreditwürdigkeit

Neben der SCHUFA gibt es noch weitere Unternehmen, die die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern einstufen wie Boniversum oder Creditreform. Welche Auskunftei die Bank nutzt, bleibt ihr überlassen. Wichtig ist, dass sich das Kreditinstitut die Erlaubnis vom Antragsteller erteilen lässt, Auskünfte über seine Bonität einzuholen.

Letztlich bilden Banken in der Regel einen eigenen Score, mit welchem sie die Kreditwürdigkeit eines Kunden einstufen. Wird zum Beispiel ein Kredit bei der Hausbank beantragt, prüft die Bank die Zahlungsmoral des Kunden anhand seiner Kontobewegungen. Bei der Kreditvergabe in der Filiale zählt darüber hinaus das persönliche Erscheinungsbild des Antragstellers.

Grundsätzlich gilt: Je höher der Kredit, desto genauer werden die Kreditwürdigkeit sowie die Kreditsicherheiten der Antragsteller überprüft.

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Wie Sie die Bonität selbst beeinflussen

Die eigene Kreditwürdigkeit können Verbraucher in der Regel sehr gut beeinflussen. So ist es zum Beispiel ratsam, Kredite ohne Verzögerung zurückzuzahlen. Darüber hinaus sind negative Faktoren, wie viele verschiedene Kreditkarten oder viele verschiedene Darlehen, nicht förderlich für eine gute Bonität.

Negativ können sich außerdem Strafverfahren oder häufige Kreditanfragen auswirken.

Gut zu wissen:Keine Datenspeicherung bei Anfragen

Nutzen Sie die Möglichkeit von Kreditvergleichen wie auf FinanceScout24. Hier werden ausschließlich Kreditkonditionen-Anfragen gestellt.

Diese werden nicht in der SCHUFA-Datei vermerkt und sind nicht für andere Banken einsehbar.

Regelmäßiges Einkommen

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Kreditvergabe ist ein regelmäßiges Einkommen. Nur wer nachweisen kann, dass er über ausreichende Einkünfte verfügt, erhält ein Darlehen von einer Bank.

Die Art des Einkommens kann dahingegen variieren.

  • Angestellte: Am günstigsten für eine Kreditvergabe sind Einkünfte aus einer Anstellung. Die Bank prüft in diesem Fall Gehaltsnachweise des Arbeitgebers.
  • Selbständige: Selbständige haben es bei der Vergabe von Krediten meist schwerer, denn sie müssen ausführlicher nachweisen, dass sie über ausreichende Einkünfte verfügen. In der Regel verlangen Banken hierfür Einkommensteuernachweise der vergangenen Jahre. Darüber hinaus wird meist eine betriebswirtschaftliche Auswertung gefordert, welche die aktuelle Geschäftsentwicklung wiedergibt. Manche Banken vergeben jedoch grundsätzlich keine Kredite an Selbständige. Geldhäuser, die Selbständige mit Krediten versorgen, verlangen im Gegenzug meist deutlich höhere Zinsen.
  • Rentner: Eine regelmäßige Rente oder Pension wird von Banken als regelmäßiges Einkommen in der Regel akzeptiert.
  • Weitere Einkünfte: Wer regelmäßige Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung hat, kann diese ebenfalls im Kreditantrag angeben und dadurch die Chance auf eine erfolgreiche Bewilligung erhöhen.

Tipp:Besser planen

Nicht nur die Bank hat Vorteile durch ein regelmäßiges Einkommen. Wer weiß, wie hoch die monatlichen Einnahmen und Ausgaben sind, der kann seinen Kredit genauer planen.

Nach einer einfachen Haushaltsrechnung wissen Sie zum Beispiel schnell, welche maximale Ratenhöhe Sie wählen können.

Kreditsicherheiten

Bei größeren Krediten wie Baufinanzierungen reicht das Einkommen üblicherweise nicht mehr als Sicherheit aus. Zu diesem Zweck verlangen Banken weitere Sicherheiten:

  • Lebensversicherung: Eine Lebensversicherung gilt bei manchen Immobilienkrediten als Voraussetzung für die Vergabe. Sie begleicht die Restschuld, wenn der Kreditnehmer vor dem Ende der Laufzeit versterben sollte.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Eine BU kann ähnlich wie die Lebensversicherung ebenfalls als Kreditsicherheit genutzt werden. Die Versicherung greift dann, wenn der Kreditnehmer aus gesundheitlichen Gründen oder nach einem Unfall nicht mehr in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt mit Arbeit zu bestreiten.
  • Zweiter Kreditnehmer: Ein zweiter Kreditnehmer kann in der Regel als Kreditsicherheit genutzt werden. In diesem Fall muss er jedoch ebenfalls eine ausreichende Bonität sowie ein entsprechendes Einkommen vorweisen, damit er die Chance auf eine Kreditvergabe erhöhen kann.
  • Bürge: Ein Bürge haftet mit seinem Vermögen und seinem Einkommen für den Schuldner, also den Kreditnehmer. Banken akzeptieren Bürgen in manchen Fällen zur Kreditabsicherung. Allerdings sollten Bürgen sehr genau überlegen, ob sie diese Aufgabe übernehmen wollen. Denn sie werden im Falle einer Privatinsolvenz oder dauerhafter Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers zur Tilgung der Schulden herangezogen. Handelt es sich um eine selbstschuldnerische Bürgschaft, haftet der Bürge in gleicher Weise wie der Schuldner. Kann letztgenannter nicht mehr zahlen, wendet sich die Bank direkt an den Bürgen und kann zum Beispiel auch sein Einkommen pfänden lassen.
  • Sicherungsübereignung: In diesem Fall verbleibt das zu finanzierende Objekt im Eigentum der Bank, bis der Kredit vollständig abbezahlt wurde. Die Sicherungsübereignung wird zum Beispiel häufig bei der Kfz-Finanzierung angewandt.
  • Grundschuld: Für die Finanzierung einer Immobilie lässt sich die Bank in der Regel eine Grundschuld ins Grundbuch eintragen. Die Bank hat dadurch die Möglichkeit, bei Zahlungsausfall die Immobilie zu versteigern, um aus dem Erlös die Schulden zu begleichen.

Gut zu wissen:Grundschuld für weitere Kredite hernehmen

Eine Grundschuld kann auch unabhängig von der finanzierten Immobilie als Kreditsicherheit dienen. Sie bleibt für die Laufzeit des Kredits und darüber hinaus im Grundbuch bestehen.

Somit steht die Grundschuld auch für weitere Kredite zur Verfügung und kann als Sicherheit verwendet werden.

Eigenkapital

Eigenkapital kann die Kreditvergabe sehr begünstigen. Dies gilt vor allem bei großen Krediten wie Immobiliendarlehen. Hier verlangen die meisten Banken ohnehin eine Eigenkapitalquote von mindestens 20 Prozent, damit der Kredit bewilligt wird.

Das Eigenkapital hat darüber hinaus nicht nur positive Auswirkungen auf den Erhalt eines Darlehens, sondern sorgt dafür, dass die Tilgungshöhe sowie die Gesamtkredithöhe reduziert werden. Bei kleineren Verbraucherkrediten wird kein Eigenkapital benötigt.

Gut zu wissen:Hoher Verbraucherkredit als Eigenkapital

Bei vielen Immobiliendarlehen wird das Eigenkapital durch einen höheren Verbraucherkredit „simuliert“. Die Kreditnehmer nehmen zusätzlich zum Immobiliendarlehen einen niedrigeren Kredit über 10.000 oder 20.000 Euro auf, mit dem sie schließlich die Eigenkapitalquote erreichen.

Die Kreditabsicherung kann in diesem Fall dann auch über den Eintrag einer Grundschuld oder eine Lebensversicherung erfolgen.

Die Rolle des Alters bei Immobilienkrediten

Mit der Einführung der EU-Richtlinie zur Vergabe von Immobilienkrediten aus dem Jahr 2014 und deren Inkrafttreten im März 2016 ist das Alter zu einem wichtigen Faktor für die Vergabe von Immobilienkrediten geworden. Banken sind im Rahmen der Richtlinie dazu aufgefordert, genau zu prüfen, ob die Verbraucher in der Lage sein werden, einen Kredit zu tilgen. Da bei den sehr langen Laufzeiten von mehreren Jahrzehnten nicht mehr garantiert ist, dass ältere Kreditnehmer das Ende der Laufzeit erleben werden, verweigern viele Banken die Kreditvergabe. Dies ist auch dann der Fall, wenn die Kreditnehmer sonst über eine sehr gute Bonität verfügen.

Prozess der Kreditvergabe

Bis eine Bank einen Kredit vergibt, erfolgen viele kleine Einzelschritte.

  1. Kredite vergleichen: Als Verbraucher sollten Sie vor jedem Kreditantrag verschiedene Angebote miteinander vergleichen. Je höher die Gesamtkreditsumme, desto wichtiger ist zum Beispiel die Verzinsung. Prüfen Sie hier besonders den effektiven Jahreszins. Er enthält schon mögliche Gebühren. Schauen Sie bei Immobilienkrediten oder größeren Darlehen, ob die Bank kostenlose Sondertilgungen anbietet. Damit haben Sie die Möglichkeit, Ihre Schulden schneller zurückzuzahlen und Zinsen zu sparen.
  2. Kredit beantragen: Haben Sie ein passendes Angebot gefunden, beantragen Sie Ihren Kredit. Bei Verbraucherkrediten haben Sie meistens die Möglichkeit, diese online zu beantragen. Alternativ suchen Sie eine Filiale der Bank auf, von der Sie einen Kredit bekommen wollen. Für den Kredit benötigen Sie Gehaltsnachweise, Kontoauszüge, Ihren Personalausweis sowie eine gültige Bankverbindung. In der Regel fordert die Bank diese Dokumente, nachdem Sie den Kreditantrag abgeschickt haben.
  3. Legitimierung: Haben Sie die vollständigen Unterlagen für den vorbewilligten Kredit erhalten, müssen Sie sich bei Online-Krediten legitimieren. Manche Banken bieten hierfür das VideoIdent-Verfahren an, womit Sie sich zuhause über eine Webcam ausweisen. Die meisten Kreditinstitute arbeiten jedoch mit dem PostIdent-Verfahren. Sie erhalten dann einen PostIdent-Coupon, mit dem Sie eine Postfiliale in Ihrer Nähe aufsuchen. Dort legitimieren Sie sich mit Ihrem Personalausweis. Der unterschriebene Kreditantrag wird anschließend gemeinsam mit dem PostIdent-Coupon an die Bank geschickt.
  4. Bewilligung: Nach einer erneuten Prüfung aller relevanten Dokumente entscheidet die Bank über die endgültige Bewilligung Ihres Kredits. Wurde der Kreditvergabe zugestimmt, erhalten Sie Ihr Geld meist innerhalb weniger Werktage. Manche Filialbanken prüfen die Dokumente gleich vor Ort und können das Darlehen noch am selben Tag auszahlen.

Alternative: Privatkredite

Wer nicht volljährig ist oder andere Voraussetzungen für die Kreditvergabe durch Banken nicht erfüllt, kann auch Privatkredite in Anspruch nehmen. Hier gibt es selbstverständlich keine genaue Regelung.

Die Kredite werden dann von Eltern, anderen Verwandten oder Freunden gegeben. In der Regel verlangen diese „Kreditgeber“ auch keine Zinsen. Dafür gehen Kreditnehmer eine höhere moralische Verpflichtung ein, wenn es um die Tilgung der Schuld geht.

Sonderfall: Kreditvergabe für Existenzgründer

Banken wie die KfW vergeben spezielle Kredite für Existenzgründer. Sie können in der Regel keine besonderen Sicherheiten bieten.

Deshalb basiert die Kreditvergabe in diesem Fall auf einem ausführlichen Businessplan. Gleiches gilt auch dann, wenn der Kredit von alternativen Stellen wie „Business Angels“ vergeben wird.

Kredite über Crowdfunding erhalten

Eine weitere Alternative zur Bank ist Crowdfunding. Bei dieser Methode stellen Kreditnehmer ihre Projekte auf einer Internetplattform vor.

Die Kreditgeber sind in der Regel Privatleute, die für ihr bereitgestelltes Kapital eine Gegenleistung erhalten, zum Beispiel den ersten Prototypen des Unternehmens oder Unternehmensanteile.  

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