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Marderschutz: Tipps für Autobesitzer

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 17.08.2016

Im Frühjahr fangen nicht nur die Vögel wieder an zu zwitschern, sondern auch Marder werden wieder aktiv. Mit dem Beginn der Paarungszeit steigt die Zahl ihrer Revierkämpfe und gleichzeitig auch die Gefahr von Marderbissschäden. Ein paar einfache Tricks können dabei helfen, diese Schäden zu verhindern. Die Kfz-Versicherung kann im Schadensfall für eine entsprechende Deckung sorgen.

Die Marder-Population hat sich in den letzten Jahren wieder erholt. Die Folge: Auch in Städten und in der Nähe von Autos halten sich mehr Marder auf - die es mitunter in den Motorraum der Fahrzeuge zieht. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihr Auto vor Marderbissen schützen können.

Tipps: So können Sie Ihr Auto schützen

Mehrere tausend Autos werden jedes Jahr in Deutschland von Mardern beschädigt. Die folgenden Hausmittel werden häufig zur Marderabwehr eingesetzt: Hunde- oder Katzenhaar, Knoblauchzehen, Mottenkugeln, Abwehrsprays, WC-Steine oder Duftsäcke. Sie sollen vor allem auf den empfindlichen Geruchssinn der Tiere abzielen.

Allerdings sind diese Mittel meist wirkungslos, und zwar aus zwei Gründen. Zum einen hält die „Geruchsbelästigung“ nicht sehr lange an und wenn es einmal regnet, ist der strenge Geruch im Motorraum ohnehin wieder neutralisiert. Zum anderen können sich Marder sehr schnell an unangenehme Gerüche gewöhnen. Diese Tatsache wurde von Forschern in unterschiedlichen Versuchen auch wissenschaftlich bestätigt.

Wenn Sie Ihren Motorraum vor Marderbissen schützen wollen, helfen meist nur mechanische oder technische Vorrichtungen, wie die folgenden:

  • Kabelschutz durch harte Ummantelungen
    Sie können wichtige Kabel mit Hartkunststoff in Form von geschlitzten Wellrohren oder Aluminiumrohren ummanteln. Entsprechendes Material können Sie bei Kfz-Zubehörhändlern kaufen. Allerdings müssen Sie beim Einbau darauf achten, dass die Schutzhüllen nicht an heiße Motorteile gelangen. Ebenso dürfen an den Enden der Ummantelungen keine Scheuerstellen entstehen. Ein Nachteil der Methode: Achsmanschetten oder häufig angebissene Schläuche können Sie damit nicht schützen. Ein Vorteil: Sie können die kostengünstigen Ummantelungen häufig selbst anlegen und sind nicht auf die Arbeit einer Werkstatt angewiesen.
  • Elektroschock-Geräte
    Diese Geräte funktionieren ähnlich effektiv wie ein Weidezaun für Kühe oder Pferde. Berührt der Marder die unter dem Motorraum montierten Metallplättchen, erhält er einen Stromstoß. Hierbei besteht für das Tier keine Gefahr, da die Stromstärke gedrosselt ist. Somit entsprechen die Elektroschocker auch den Tierschutzbestimmungen. Darüber hinaus stehen Marder nicht unter Artenschutz oder Naturschutz und sind nicht von der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) betroffen.
    Die neueren Geräte funktionieren über einen separaten Stromkreis, sodass die Autobatterie nicht dafür genutzt werden muss. Nachteilig bei dieser Methode sind Kosten von ungefähr 150 Euro für das Gerät, zu welchen Sie nochmals die Kosten für die Arbeitszeit von einer bis eineinhalb Stunden in der Fachwerkstatt hinzurechnen müssen. Wichtig ist, dass Sie den Einbau von der Fachwerkstatt vornehmen lassen. Sollte durch den Einbau oder durch das Gerät etwas am Motor beschädigt werden, sind Sie abgesichert. Entsprechende Elektroschocker finden Sie im Kfz-Fachhandel oder im Internet in den auf Autoteile spezialisierten Online-Shops. Ein Preisvergleich kann sich dabei lohnen.

Achtung:Vorsicht bei Herzschrittmacher

Menschen mit Herzschrittmachern sollten Marderabwehrvorrichtungen, die mit Elektroschocks arbeiten, nicht berühren. Ansonsten sind diese Geräte für Menschen ungefährlich.

  • Ultraschall
    Diese Geräte werden ebenfalls im Motorraum eingebaut und stoßen Töne in einem sehr hohen Frequenzbereich mit über 100 Dezibel aus. Das empfindliche Gehör der Marder wird dadurch gestört, sodass sie den Motorraum nicht mehr aufsuchen. Empfehlenswert sind Geräte mit Frequenzwechsel, damit die Marder sich nicht an eine feste Tonhöhe gewöhnen können. Wenn Sie ein solches Gerät verwenden, werden Marder relativ zuverlässig vertrieben. Der Einbau von Ultraschall-Marderabwehr ist relativ einfach und auch von handwerklich nicht sehr begabten Autofahrern durchzuführen. Entsprechende Geräte finden Sie im Kfz-Fachhandel oder im Internet. Auch hier lohnt es sich, die Preise zu vergleichen.

Achtung:Ultraschalltöne können stören

Ab einem Alter von 30 Jahren können wir die Ultraschalltöne der Marderabwehrgeräte nicht mehr wahrnehmen. In manchen Fällen kann dieser hochtönende Marderschutz jedoch das empfindliche Gehör von Babys und Kleinkindern stören. Dies gilt insbesondere beim Schlafen. Wenn Ihre Kinder selbst davon betroffen sind, gibt es eine einfache Abhilfe: So hat sich Meeresrauschen als Hintergrundgeräusch bewährt. Das Rauschen mindert die Belastung durch die hochfrequenten Schwingungen. Beachten Sie, dass sich Nachbarn im Falle einer Belästigung durch Ihren Marderschreck auf die Bundesimmissionsschutzverordnung berufen können. Um den Frieden zu wahren, sollten Sie Ihr Marderabwehrgerät deshalb nicht permanent laufen lassen.

  • Regelmäßige Motorwäsche
    Wenn Marder Reviergegner riechen, werden sie aggressiver und beißen besonders häufig. Meist genau dort, wo ihr Gegner bereits sein Revier markiert hat. Durch eine regelmäßige Motorwäsche können Sie diese Geruchsspuren beseitigen. Beachten Sie aber, dass eine Motorwäsche immer auch ein gewisses Schadensrisiko für die Elektrik Ihres Autos bergen kann.
  • Motorraum-Abschottung
    Manche Autohersteller bieten eine spezielle Abschottung des Motorraums an. Dabei werden Bleche und sogenannte „Borstenvorhänge“ an den möglichen Öffnungen angebracht. Für Marder gibt es dadurch keinen Weg in den Motorraum. Fragen Sie am besten bei Ihrem Autohändler nach, ob auch für Ihr Modell entsprechendes Zubehör erhältlich ist. Beachten Sie, dass bei einem Einbau eventuell noch weitere Modifikationen an den Kotflügeln notwendig werden können.

Marder als Kabelbeißer

Marder sind von Natur aus sehr scheue Tiere. Obwohl sie nachtaktiv sind, suchen sie auf ihren Streifzügen immer wieder dunkle, geschützte Orte auf, um nicht auf freiem Gelände zu laufen. Motorräume sind besonders beliebt, weil die Tiere dort nicht nur geschützt sind, sondern es häufig auch noch warm ist. Während dieser Aufenthalte markieren die Marder ihr Revier.

Kommt nun ein anderer Marder an die gleiche Stelle und riecht seinen Kontrahenten, wird er aggressiv und versucht, dessen Spuren zu beseitigen. Wenn sich die Markierungen an Kabeln oder Verkleidungen befinden, beißt er dort hinein.

Wenn Sie Ihr Auto immer an der gleichen Stelle parken, stehen die Chancen höher, dass Ihr Auto von Marderbissen verschont wird. In diesem Fall parken Sie vermutlich im Revier des immer gleichen Marders. Wechseln Sie hingegen Ihren Parkplatz, ist die Chance hoch, dass Sie Ihr Auto immer wieder in einem anderen Revier abstellen. Hat sich ein Marder in Ihrem Motorraum aufgehalten, befinden sich dort auch seine Markierungen. Die anderen Marder werden die Spuren des Eindringlings beseitigen wollen, und beißen deshalb Kabel sowie Ummantelungen durch.

Unabhängig von Revierkämpfen gelten Marder als neugierige Tiere mit einem sehr ausgeprägten „oralen Erkundungsverhalten“. Dies bedeutet in der Praxis, dass sie neue Dinge erst einmal in den Mund nehmen und darauf herumbeißen müssen, um zu bewerten, ob es sich dabei um Nahrung handeln könnte. Was für die Tiere ein natürlicher Trieb ist, mit dessen Hilfe sie ihre Umgebung erkunden, ist für Ihr Auto natürlich eher ungünstig.

Diese Fahrzeugteile sind besonders betroffen

  • Marder beißen bevorzugt in weiche Gummi- oder Kunststoffteile. Folgende Teile gehören deshalb zu den am häufigsten durch Marderbisse beschädigten:
  • Schläuche für Kühlwasser oder Scheibenwaschwasser
  • Zündkabel
  • Schläuche aus Kunststoff
  • Faltenbälge an der Lenkung
  • Faltenbälge an der Antriebswelle
  • Isolierungen von Stromleitungen
  • Matten für die Geräusch- und Wärmedämmung

Kleine Statistik zu Marderschäden

Laut einer Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. haben Marderschäden in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Erhebung reicht von 2007 bis 2011 und zeigt einen deutlichen Anstieg. Gab es 2007 noch 175.000 gemeldete Marderbissschäden, lag die Zahl 2011 schon bei 229.000.

Der ADAC hat zwischen 1998 und 2012 Pannen durch Marderschäden aufgelistet. Hier zeigt sich eine leicht fallende Tendenz, auch wenn 2012 fast 17.000 marderbedingte Pannen registriert wurden. Allgemein wird davon ausgegangen, dass jährlich ca. 250.000 Schäden durch Marderbisse an deutschen Autos entstehen, die einen Gesamtschaden von mehr als 60 Millionen Euro verursachen.

Umfangreiche Live-Materialtests der Industrie

Nicht umsonst hat die Versicherungswirtschaft ebenso wie die Autoindustrie ein großes Interesse an Prävention. Im niedersächsischen Gifhorn gibt es deshalb zum Beispiel ein eigenes Versuchsgebiet, in welchem verschiedene Materialien unter realen Bedingungen getestet werden. Neue Verbundstoffe werden dort für die Ummantelung von Kabeln genutzt. Auf dem Testgelände lebt ein Marderpärchen. Wild-Biologen untersuchen in regelmäßigen Abständen die eingesetzten Materialien auf ihre Beständigkeit gegenüber Marderbissen. Hat sich ein Material bewährt, kommt es in der Fertigung zum Einsatz.

Marderschäden erkennen

Wenn Sie morgens die Abdrücke von Tierpfoten auf dem Dach oder der Motorhaube Ihres Autos entdecken, die nicht zur Nachbarskatze gehören, können diese auf einen Marder verweisen. Spätestens dann sollten Sie einen Blick in den Motorraum werfen. Sehen Sie angebissene Kabel oder hängt ein Stück von der Verkleidung weg, liegt vermutlich ein Marderbissschaden vor. Prüfen Sie vor dem Fahren unbedingt, ob alle Warnlichter und andere elektrisch betriebene Autobestandteile funktionieren. Testen Sie unbedingt auch die Bremsen.

Wohnen Sie am Waldrand oder hat Ihr Nachbar Ihnen bereits von einem Marderschaden erzählt, sollten Sie besonders aufmerksam sein und Ihren Motorraum regelmäßig kontrollieren.

Gut zu wissen:Marder-Population steigt

Vor mehr als 60 Jahren hat es vermutlich nur wenige Marderschäden in Deutschland gegeben. Zum einen fuhren weniger Autos auf den Straßen und zum anderen war das Wildtier hierzulande fast ausgestorben. Doch inzwischen hat sich die Population der Marder so stark erholt, dass die Raubtiere auch in Großstädten heimisch geworden sind. Nach wie vor ist der Süden Deutschlands von mehr Mardern bevölkert. Allerdings breitet sich der Steinmarder immer mehr Richtung Norden aus.

Wer zahlt den Schaden?

Wenn Ihr Auto durch Marderbisse beschädigt wird, greift in der Regel die Teilkaskoversicherung. Selbstverständlich ist diese Absicherung über die Teilkasko aber nicht. Darüber hinaus ist die Absicherung bei Marderbissen mit einer Selbstbeteiligung verbunden. Wünschen Sie einen solchen Versicherungsschutz, sollten Sie das Angebot Ihres Versicherers vorab auf eine Klausel zu Marderschäden prüfen. Allerdings sollten Sie dabei auch auf die Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung achten. Diese liegt bei mindestens 150 Euro. Häufig ist das Beheben von Marderbissschäden an Schläuchen oder Kabeln meist günstiger, sodass sich der zusätzliche Schutz durch die Teilkasko gar nicht lohnt.

Meist werden nur direkte Schäden übernommen

Die Teilkaskoversicherung deckt meist nur direkte Schäden durch Marderbisse. Zu diesen Schäden gehören abgebissene Kabel oder durchgebissene Schläuche. Ihr Versicherer übernimmt im Schadensfall den Ersatz oder die Reparatur dieser Kfz-Teile.

Kommt es allerdings zu einem Schaden am Motor durch einen abgebissenen Schlauch oder verursachen Sie einen Unfall wegen durchgebissener Bremsschläuche, besteht mit der Teilkaskoversicherung in der Regel kein Schutz. Wünschen Sie Versicherungsdeckung bei Folgeschäden, müssen Sie sich meist für einen Vollkaskotarif entscheiden. Achten sie hier bei der Auswahl darauf, dass in der Leistungsbeschreibung auch die Absicherung bei Folgeschäden durch Tier- oder Marderbisse aufgeführt wird.

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie eine Kfz-Versicherung abschließen

Bevor Sie eine Kfz-Versicherung mit einer Deckung bei Marderbissen abschließen, sollten Sie zunächst klären, wie hoch die Selbstbeteiligung ausfällt. Liegt sie bei 300 Euro oder mehr, lohnt sich der zusätzlich Schutz häufig nicht, da die Kosten für die Reparatur die Selbstbeteiligung nicht übersteigen. Achten Sie stattdessen eher darauf, ob eine Mallorca-Police enthalten ist, ob Ihre Versicherung auch eine Neuwertentschädigung oder andere Zusatzleistungen enthält. Im Schadensfall können Sie dabei vermutlich mehr profitieren als von einer Marderbissabsicherung.

Wenn Sie einen Neuwagen versichern wollen, empfiehlt sich ohnehin ein Vollkaskoschutz. Ein Großteil der deutschen Autoversicherer bietet damit zugleich auch einen Schutz vor Marderbissen inklusive der Deckung bei Folgeschäden.

Grundsätzlich sollten Sie Ihren Versicherungsschutz anhand des Werts oder des Alters Ihres Autos sowie Ihres individuellen Bedarfs auswählen und nicht danach, ob eine Deckung bei Marderbissen enthalten ist. Sollten Sie in einer Region mit hohem Marderaufkommen oder am Waldrand leben, schauen Sie am besten in Ihrer aktuellen Police nach, ob Sie bei Marderbissen und deren Folgeschäden abgesichert sind. In der Regel ist ein Versicherungsupgrade jederzeit möglich. Sollten Sie einen anderen Anbieter nutzen und die Versicherung wechseln wollen, müssen Sie auf jeden Fall die Kündigungsfristen beachten.

Tipp:Marderschutz bei Elektroautos

Wenn Sie ein Elektroauto fahren, sollten Sie auf einen passenden Versicherungsschutz bei Marderschäden achten. Auch bei einer höheren Selbstbeteiligung kann sich die Absicherung lohnen, denn Schäden an Hochvoltkabeln von E-Autos sind meist mit deutlich höheren Reparaturkosten verbunden als bei einem herkömmlichen PKW.

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