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Schadstoffklasse: Von D2 bis Euro 6

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 16.08.2016

Fahrzeuge werden anhand ihres Schadstoffausstoßes einer Schadstoffklasse zugeordnet. Diese Schadstoffklasse lässt sich mithilfe des Typschlüssels eines Autos ermitteln. Die Schadstoffklasseneinordnung eines Fahrzeugs ist ein entscheidender Faktor für die Höhe der Kfz-Steuer. Auch für das Befahren sogenannter Umweltzonen im In- und Ausland ist die Schadstoffklassenzuordnung relevant.

In Deutschland entscheidet die Fahrzeugklasse, ob einem Auto eine rote, gelbe oder grüne Umweltplakette zugeteilt wird. Seit Anfang 2015 ist die Abgasnorm Euro 6 verbindlich für alle Neuzulassungen. Deutsche Abgasnormen wie D3 und D4 haben die Regelungen der Euro-Abgasnormen lediglich vorweggenommen. Sie gelten als nationale Erweiterung, die vor allem für die Besteuerung in Deutschland relevant war. Aktuell sind sie nicht mehr von Bedeutung, entscheidend ist die Euro-Schadstoffklasse.

Ermittlung der Schadstoffklassen

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren produzieren naturgemäß Abgase. An der Schadstoffklasse lässt sich ablesen, wie hoch der Emissionsausstoß eines Fahrzeugs ist. Im Rahmen von Abgasnormen wie der Euro-Norm werden Grenzwerte für den Ausstoß von Kohlenstoffmonoxid (CO), Stickstoffoxiden (NOx), Kohlenwasserstoffen (HC) und Partikeln (PM) festgelegt.

Anhand dieser Grenzwerte wiederum werden Fahrzeuge in verschiedene Schadstoffklassen unterteilt. Bei der Festlegung der Grenzwerte wird zwischen Otto- und Dieselmotoren unterschieden. Dieselmotoren haben grundsätzlich einen höheren Schadstoffausstoß als Benziner, daher sind unterschiedliche Grenzwerte erforderlich. Des Weiteren wird bei der Einteilung in Schadstoffklassen nach Fahrzeugtyp – also Pkw, Lkw und Busse, Zweiräder und Mopeds – unterschieden.

Gut zu wissen:Aktuell zu erfüllende Schadstoffklasse

Schadstoffklassen sind vor allem für Autobauer von Bedeutung, da Sie für Neuwagen bindend sind. Seit dem 1. September 2015 müssen neu zugelassene Fahrzeuge die Euro-6-Norm erfüllen, zuvor war die weniger strenge Euro-5-Norm ausreichend.

Derzeit aktuelle Schadstoffklassen für Pkw

  • Schadstoffklasse Euro 1
  • Schadstoffklasse Euro 2
  • Schadstoffklasse Euro 3
  • Schadstoffklasse 3 Liter Auto
  • Schadstoffklasse Euro 4
  • Schadstoffklasse Euro 5
  • Schadstoffklasse Euro 6
  • Nicht schadstoffarme Pkw, die bei Ozonalarm fahren dürfen (Euro 0)
  • Nicht schadstoffarme Pkw, die bei Ozonalarm nicht fahren dürfen (Euro 0)

Bei Schadstoffklassen in römischen Ziffern handelt es sich um Angaben für Lkw und Busse über 3,5 Tonnen. Hier ist für Neuzulassungen aktuell die Schadstoffklasse Euro VI bindend.

Schadstoffklasse eines Fahrzeugs ermitteln

Schadstoffschlüsselnummer in der Zulassungsbescheinigung

Schadstoffschlüsselnummer in der Zulassungsbescheinigung. Bildquelle: ADAC

Schadstoffschlüsselnummer im Fahrzeugschein

Schadstoffschlüsselnummer im Fahrzeugschein

Die Schadstoffklasse Ihres Autos können Sie der Zulassungsbescheinigung Teil I beziehungsweise bei vor dem 01.10.2005 zugelassenen Fahrzeugen dem Fahrzeugschein entnehmen.

In der Zulassungsbescheinigung Teil I finden Sie unter Nummer 14 die Bezeichnung der nationalen Emissionsklasse, bei älteren Fahrzeugscheinen wird eine Emissionsgruppe in Feld 1 angegeben.

Bei älteren Fahrzeugen entspricht diese Emissionsnorm allerdings nicht die den aktuell gültigen Schadstoffklassen.

Die Eintragung „Schadstoffarm nach E2“ oder „Schadstoffklasse E2“ ist nicht gleichzusetzen mit der Euro-2-Norm, sondern entspricht nur der Schadstoffklasse Euro 1.

Die Schadstoffklasse nach der gültigen Euro-Norm kann dann jedoch über die Schadstoff-Schlüsselnummer des Fahrzeugs ermittelt werden.

In der neueren Zulassungsbescheinigung Teil 1 finden Sie die Schlüsselnummer im Feld 14.1, relevant sind die letzten 2 Ziffern.

Im alten Fahrzeugschein finden Sie den Eintrag ganz oben unter „Schlüsselnummer – zu 1“. Auch hier sind die letzten beiden Ziffern relevant.

Anhand dieser Schlüsselnummer werden die Schadstoffklassen folgendermaßen zugeordnet:

SchlüsselnummerSchadstoffklasse
36NO bis 36YO Euro 6 
35AO bis 35MO Euro 5 
32, 33, 38, 39, 43, 62-70 Euro 4 
30, 31, 36, 37, 42, 44-61 Euro 3 
25-29, 34, 35, 40, 41, 49, 71 Euro 2
01-04, 09, 11-14, 16, 18, 21, 22, 77 Euro 1
00, 05-08, 10, 15, 17, 19, 20, 23, 24, 88 andere

Elektroautos stoßen die für die Euro-Abgasnorm relevanten Schadstoffe wie Kohlenstoffmonoxid nicht aus, daher gelten für sie bislang keine Schadstoffklassen. Anders sieht es allerdings für Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb aus, hier gilt die Euro-Abgasnorm.

Auswirkung der Schadstoffklassen: Kfz-Steuer

Die Schadstoffklasse ist ein entscheidender Faktor für die Berechnung der Kfz-Steuer. Die Höhe der Kfz-Steuer errechnet sich aus der Schadstoffklasse in Kombination mit der Motorart (Diesel- oder Ottomotor) und der Hubraumgröße.

Übersicht Schadstoffklassen & Steuersätze (je angefangene 100 cm3 Hubraum)

Schlüssel­nummerSchadstoff­klasseSteuersatz OttoSteuersatz Diesel a)Schlüssel­nummerSchadstoff­klasseSteuersatz OttoSteuersatz Diesel a)
00   25,36 € 37,58 € 35 Euro 2, 5L 7,36 € 16,05 €
01 Euro 1 15,13 € 27,35 € 36 D3, 5L 6,75 € 15,44 €
02 Euro 1 15,13 € 27,35 € 37 D3 I, 5L 6,75 € 15,44 €
03   25,36 € 37,58 € 38 D4, 5L 6,75 € 15,44 €
03 a)b)c)d) Euro 1 15,13 € 27,35 € 39 D4 I, 5L 6,75 € 15,44 €
04   25,36 € 37,58 € 40 E2, 3L 6,75 € 15,44 €
04 d) Euro 1 15,13 € 27,35 € 41 Euro 2, 3L 6,75 € 15,44 €
05   25,36 € 37,58 € 42 D3, 3L 6,75 € 15,44 €
05 g)   25,36 € 37,58 € 43 D4, 3L 6,75 € 15,44 €
06   25,36 € 37,58 € 44 Euro 3 6,75 € 15,44 €
07   25,36 € 37,58 € 45 Euro 3, 5L 6,75 € 15,44 €
08   25,36 € 37,58 € 46 Euro 3, 3L 6,75 € 15,44 €
09   25,36 € 37,58 € 47 Euro 3 I 6,75 € 15,44 €
09 d) Euro 1 15,13 € 27,35 € 48 Euro 3 I, 5L 6,75 € 15,44 €
10   25,36 € 37,58 € 49 Euro 3 II 7,36 € 16,05 €
10 d)   21,07 € 33,29 € 50 Euro 3 II, 5L 7,36 € 16,05 €
11 Euro 1 15,13 € 27,35 € 51 Euro 3 III 7,36 € 16,05 €
12 Euro 1 15,13 € 27,35 € 52 Euro 3 III, 5L 7,36 € 16,05 €
13 Euro 1 15,13 € 27,35 € 53 Euro 3 + D4 6,75 € 15,44 €
14 Euro 1 15,13 € 27,35 € 54 Euro 3 + D4, 5L 6,75 € 15,44 €
15   25,36 € 37,58 € 55 Euro 3 + D4, 3L 6,75 € 15,44 €
15 d)   21,07 € 33,29 € 56 Euro 3 I + D4 I 6,75 € 15,44 €
16 Euro 1 15,13 € 27,35 € 57 Euro 3 I + D4 I, 5L 6,75 € 15,44 €
17   21,07 € 33,29 € 58 Euro 3 II + D4 I 6,75 € 15,44 €
18 Euro 1 15,13 € 27,35 € 59 Euro 3 II + D4 I, 5L 6,75 € 15,44 €
19   21,07 € 33,29 € 60 Euro 3 III + D4 I 6,75 € 15,44 €
20   21,07 € 33,29 € 61 Euro 3 III + D4 I, 5L 6,75 € 15,44 €
21 Euro 1 15,13 € 27,35 € 62 Euro 4 6,75 € 15,44 €
22 Euro 1 15,13 € 27,35 € 63 Euro 4, 5L 6,75 € 15,44 €
23   21,07 € 33,29 € 64 Euro 4, 3L 6,75 € 15,44 €
24   21,07 € 33,29 € 65 Euro 4 I 6,75 € 15,44 €
25 Euro 2 7,36 € 16,05 € 66 Euro 4 I, 5L 6,75 € 15,44 €
26 Euro 2 7,36 € 16,05 € 67 Euro 4 II 6,75 € 15,44 €
27 Euro 2 I 7,36 € 16,05 € 68 Euro 4 II, 5L 6,75 € 15,44 €
28 Euro 2 II 15,13 € 27,35 € 69 Euro 4 III 6,75 € 15,44 €
29 Euro 2 III 15,13 € 27,35 € 70 Euro 4 III, 5L 6,75 € 15,44 €
30 D3 6,75 € 15,44 € 71 Euro 2 7,36 € 16,05 €
31 D3 I 6,75 € 15,44 € 77 f) Euro 1 15,13 € 27,35 €
32 D4 6,75 € 15,44 € 88 e)   25,36 € 37,58 €
33 D4 I 6,75 € 15,44 € 35A0-35M0 Euro 5 6,75 € 15,44 €
34 E2, 5L 15,13 € 27,35 € 36N0-36Y0 Euro 6 6,75 € 15,44 €

Stand Januar 2016, Quelle: ADAC

a) Der Steuerzuschlag von 1,20 Euro je 100 cm3 Hubraum für Diesel-Pkw ohne Partikelfilter endete zum 1. April 2011.
b) Bei einem Hubraum von mehr als 2.000 cm3 erhält das Fahrzeug automatisch den Euro 1-Steuersatz, sofern die Schlüsselnummer 03 vor dem 6. Juli 1995 zugeteilt wurde.
c) Hat das Fahrzeug einen Hubraum von 1.400 bis 2.000 cm3, muss zusätzlich durch eine Herstellerbescheinigung nachgewiesen werden, dass der Abgasstandard den Anforderungen einer der folgenden Richtlinien entspricht: Anlage XXIII StVZO od. RL 70/220/EWG Anhang III A (entspr. den Abgasgrenzwerten der Anlage XXIII StVZO) oder RL 91/441/EWG.
d) Fahrzeuge mit Ottomotor, die vor 26. Juli 1995 mit einem geregelten Katalysator ausgerüstet wurden. Als Nachweis gilt der Eintrag im Fahrzeugbrief/-schein unter Ziffer 5 Antriebsart „Otto/G-Kat“ und dahinter die Zahl „51“. Eine entsprechende Eintragung unter Ziffer 33 wird ebenfalls akzeptiert.
e) Fahrzeuge, bei denen die Schadstoff-Emissionen nicht bekannt sind.
f) Fahrzeuge, die vor dem 1. Oktober 1995 erstmals in den Verkehr gekommen sind und nach 1. Januar 1996 auf Euro 1 umgerüstet wurden.
g) Nur für Fahrzeuge, die vor dem 1. Oktober 1986 erstmals zugelassen und vor dem 1. Januar 1988 als „bedingt schadstoffarm A“ anerkannt wurden.

Neben der Kfz-Steuerberechnung ist die Schadstoffklasse auch dafür relevant, welche Feinstaubplakette einem Fahrzeug zugeteilt wird. Diese auch als Umweltplakette bekannte Kennzeichnung ist in zahlreichen Städten erforderlich, um entsprechende Umweltzonen befahren zu dürfen.

Fahrverbote und Beschränkungen für Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß gibt es nicht nur in Deutschland, sondern in zahlreichen EU-Staaten. In Österreich richtet sich beispielsweise die Höhe der Autobahngebühren nach der Schadstoffklasse eines Fahrzeugs. Ein Großteil der Regelungen betrifft nur Fahrzeuge über 7,5 Tonnen.

Innerstädtische Umweltzonen, international Low Emission Zones, kurz: LEZ genannt, gelten allerdings grundsätzlich auch für Pkw. Umweltplaketten am Fahrzeug sind allerdings nur in deutschen, schwedischen und dänischen Umweltzonen erforderlich. Wo genau Schadstoffklassen im Ausland von Bedeutung sind, können Sie dieser Website entnehmen.

Möglichkeiten zur Verbesserung der Schadstoffklasse

Die Schadstoffklasseneinordnung von Fahrzeugen kann in vielen Fällen durch bauliche Veränderungen verbessert werden. Hierbei ist allerdings abzuwägen, ob sich die Kosten für die Nachrüstung tatsächlich rechnen. Auch die noch zu erwartende Nutzungsdauer sollten Sie dabei im Hinterkopf behalten.

Nachrüstmöglichkeiten für Fahrzeuge mit Otto-Motor

  • Katalysator-Nachrüstung (G-Kat): Für ältere Fahrzeuge, die bislang über keinen oder einen ungeregelten Katalysator verfügen. Verbesserung von Schadstoffklasse 00 auf Euro 1, teilweise auch auf Euro 2 möglich. Kosten ab ca. 700 Euro.
  • Aufrüst-Katalysator: Für Fahrzeuge, die schon mit geregeltem Katalysator ausgestattet sind. Vorrangig interessant, wenn der vorhandene Kat altersbedingt ohnehin ausgetauscht werden muss. Verbesserung von Euro 1 auf Euro 2 oder D3. Kosten ab ca. 400 Euro.
  • Kaltlaufregelsysteme: Sorgen dafür, dass der Kat beim Kaltstart schneller aktiviert wird. Verbesserung von Euro 1 auf Euro 2 oder D3 möglich. Kosten ab ca. 200 Euro.

Nachrüstmöglichkeiten für Dieselfahrzeuge

  • Katalysator-Nachrüstung (Oxy-Kat): Für Fahrzeuge ohne Katalysator. Verbesserung von Schadstoffklasse 00 auf Euro 1, in Einzelfällen auch Euro 2. Kosten ab ca. 400 Euro.
  • Aufrüst-Katalysator: Für Fahrzeuge mit Oxy-Kat. Vorrangig interessant, wenn der vorhandene Kat altersbedingt ohnehin ausgetauscht werden muss. Verbesserung von Euro 1 auf Euro 2. Kosten ab ca. 400 Euro.
  • Rußpartikelfilter-Nachrüsten: Reduziert Ruß-Emissionen um ca. 40 Prozent, allerdings nicht für alle Diesel-Motoren verfügbar. Kosten zwischen ca. 650 und 1.500 Euro, staatliche Förderung in Höhe von 260 Euro möglich.

Zur Geschichte der Schadstoffklassen

Für viele überraschend, aber die Idee, Grenzwerte für den Schadstoffausstoß von Fahrzeugen festzulegen, stammt ursprünglich aus den USA. Das Land, das nicht unbedingt für das größte Umweltbewusstsein bekannt ist, hatte bereits Anfang der 1960er Jahre mit massiven Smog-Problemen in Kalifornien zu kämpfen. Dies machte eine verbindliche Abgasregelung für den Straßenverkehr erforderlich.

Die Regelungen wurden von der EU teilweise übernommen und flossen in die ersten einheitlichen europäischen Abgasvorschriften ein, die 1970 in Kraft traten. Zunächst betrafen die Regelungen nur den Ausstoß von Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoff. Die Emission von Stickstoffoxiden wird erst seit 1977 reguliert.

1988 folgte die Einführung von Grenzwerten für Rußpartikel aus Dieselmotoren und die erste EU-weite Abgasnorm für Lkw und Busse. Für motorisierte Zweiräder gelten erst seit 1997 europaweite Abgasnormen. Die erste Version der immer noch gültigen Euro-Abgasnorm trat 1991 in Kraft.

Deutsche Schadstoffklassen (D-Norm)

Neben den allgemein verbindlichen Euro-Abgasnormen existieren auch einige deutsche Abgasnormen. Bei diesen D-Normen handelt es sich um nationale Erweiterungen, die während ihres Gültigkeitszeitraums für steuerliche Vorteile relevant waren. Grundsätzlich spielen die D-Normen nur noch eine untergeordnete Rolle.

Die Unterschiede zwischen beiden Normen liegen vor allem in abweichenden Messverfahren und Messpunkten begründet. So hat ein Fahrzeug mit der Schadstoffklasse D3 zwar einen ähnlichen Schadstoffausstoß wie ein Fahrzeug mit der Schadstoffklasse Euro 3, aber es entspricht nicht vollständig der Euro-3-Norm. In der Regel entsprechen Fahrzeuge mit der Schadstoffklasse D3 nur Euro 2. Bei Dieselmotoren sind die Messverfahren und damit auch die Grenzwerte für D3 und Euro 3 sowie für D4 und Euro 4 identisch.

Wesentlicher Unterschied zwischen D- und Euro-Normen sind die jeweiligen Gültigkeitszeiträume.

So steht es im Gesetz:35. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (35. BImSchV)

Rechtlich sind Abgasnormen in Deutschland im Bundes-Immissionsschutzgesetz verankert, die genaue Durchführung wird in der 35. Verordnung zur Durchführung geregelt (35. BImSchV). Die Zuordnung von Fahrzeugen zu Schadstoffgruppen wird in §2 geregelt:

§ 2 35. BImSchV: Zuordnung von Kraftfahrzeugen zu Schadstoffgruppen

(1) Kraftfahrzeuge, die mit einer Plakette nach Anhang 1 gekennzeichnet sind, sind von einem Verkehrsverbot im Sinne des § 40 Abs. 1 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes befreit, soweit ein darauf bezogenes Verkehrszeichen dies vorsieht.

(2) Kraftfahrzeuge werden unter Berücksichtigung ihrer Schadstoffemissionen den Schadstoffgruppen 1 bis 4 zugeordnet. Die Zuordnung der Kraftfahrzeuge zu den Schadstoffgruppen im Einzelnen ergibt sich aus Anhang 2.

(3) Kraftfahrzeuge, die in Anhang 3 aufgeführt sind, sind von Verkehrsverboten nach § 40 Abs. 1 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes auch dann ausgenommen, wenn sie nicht gemäß Absatz 1 mit einer Plakette gekennzeichnet sind.

Kritik an der bestehenden Schadstoffklassen-Regelung

Kritik an der bestehenden Einteilung in Schadstoffklassen besteht vor allem aufgrund des Messverfahrens. Der im Testverfahren gemessene Schadstoffausstoß entspricht nicht den Werten, die unter realistischen Bedingungen erreicht werden. So werden bei den Testsimulationen beispielsweise keine Geschwindigkeiten von mehr als 120 km/h berücksichtigt und es wird nicht das Fahren unter Volllast simuliert.

Der Abgastest für die Euro-Abgasnorm stammt aus den 1980er Jahren und gilt unter Experten als nicht mehr zeitgemäß. Eine Aktualisierung des Verfahrens ist für den Herbst 2017 geplant. Nach der Neuregelung sollen Autobauer dann den Schadstoffausstoß unter realistischen Fahrbedingungen nachweisen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Differenzierung zwischen Benzinern und Dieselmotoren. Insbesondere die Nichtberücksichtigung der Partikelanzahl bei Benzinmotoren gilt als schwierig. Der Feinstaubausstoß liegt bei Benzinern mit Direkteinspritzung häufig um ein Vielfaches über den Grenzwerten, die für Dieselmotoren gelten. Auf der Gegenseite werden Stickstoffoxid-Emissionen bei Diesel-Fahrzeugen vernachlässigt, während für Benziner strenge Regelungen gelten.

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