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Investmentfonds

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 24.08.2016

Bei einem Fonds sammelt eine Investmentgesellschaft oder Bank Kapital von Anlegern ein und investiert in bestimmte Vermögenswerte. Als Anleger erwerben Sie sogenannte Fondsanteile und profitieren von deren Wertsteigerung bei positiver Wertentwicklung.

Bei einem Investmentfonds handelt es sich um ein Sondervermögen, das von einer Kapitalanlagegesellschaft verwaltet wird. Das Sondervermögen wird von Anlegern bereitgestellt. Die jeweilige Gesellschaft verwendet das Kapital, um damit in Wertpapiere, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe zu investieren.

Die erzielten Gewinne werden an die Anleger ausgeschüttet oder sie werden ihnen gutgeschrieben. Grundsätzlich wird zwischen offenen und geschlossenen Investmentfonds unterschieden. 

So funktioniert ein Investmentfonds

Ein Investmentfonds ist im Grund eine Bündelung von Geld, das durch Kapitalgeber bereitgestellt wird. Mit dem bereitgestellten Kapital erhalten die Anleger sogenannte „Fondsanteile“. Diese Anteile beziehen sich auf die erworbenen Anteile vom insgesamt im Fonds enthaltenen Kapital. Das Kapital wird durch eine Investmentgesellschaft verwaltet. Sie investiert das Geld in die vom Fonds definierten Werte.

Dabei kann es sich um Immobilien, Aktien, Rohstoffe, Derivate oder auch bewegliche Güter wie Schiffe handeln. Die Anlageformen können gemischt werden oder sich nur auf spezielle Branchen beziehen. Durch die Bündelung von sehr viel Kapital können Investmentfonds sehr viel Rendite abwerfen. Zugleich besteht die Möglichkeit, durch die Verteilung des Kapitals auf verschiedene Anlageobjekte die Sicherheit der Geldanlage zu erhöhen.

Gut zu wissen:Sondervermögen als Kapitaleinlage

Bei offenen Investmentfonds profitieren Anleger von der Sicherheit, dass ihr Kapital als Sondervermögen eingebracht wird. Im Falle einer Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft erhalten sie ihr Geld zurück.

Interessante Geldanlage für Privatanleger

Investmentfonds sind für private Anleger attraktiv, weil sie dadurch die Möglichkeit haben, mit relativ geringem finanziellem Einsatz am internationalen Kapitalmarkt Geld anzulegen. Zugleich ist das Risiko bei Investmentfonds meist geringer als bei privaten Einzelinvestitionen.

Durch die Bündelung von Kapital vieler verschiedener Anleger können Fonds sehr viele Anleihen oder Aktien von vielen verschiedenen Unternehmen erwerben. Diese Möglichkeit haben Privatanleger kaum, denn ihnen fehlt in der Regel das nötige Kapital, um so ein großes Portfolio selbst aufzubauen. Die weit gestreute Geldanlage reduziert das Verlustrisiko und birgt zugleich die Möglichkeit einer besseren Rendite.

Hier können Sie Investmentfonds kaufen

Investmentfonds können Sie bei Ihrer Hausbank oder einer Online-Bank kaufen. Ebenso gibt es spezielle Fondsvermittler, über welche in Fonds investiert werden kann. Bei der Wahl des passenden Fonds sollten Sie jedoch auf die fälligen Gebühren achten.

Für den Einstieg in einen Investmentfonds gibt es keine speziellen Empfehlungen, was die Höhe der Einlage angeht. Beachten sollten Sie dabei jedoch, dass die Gebühren die mögliche Rendite nicht übersteigen, da Sie ansonsten ein Verlustgeschäft machen.

Tipp:Fondsparplan als sinnvolle Alternative

Eine gute Alternative kann ein sogenannter „Fondsparplan“ sein. Damit investieren Sie kleine Beträge in einen Fonds, ohne gleich einen großen Geldbetrag in einem Fonds zu binden.

Erst seit den 1950er-Jahren in Deutschland

Investmentfonds haben sich in Deutschland erst in den 1950er-Jahren etabliert, nachdem in den USA bereits drei Jahrzehnte zuvor der Handel mit Fonds begonnen wurde. Damals wurde der erste Aktienfonds für deutsche Aktien gestartet. Ende der 1950er-Jahre lag das Fondsvermögen der 15 existierenden deutschen Investmentfonds bereits bei einer Milliarde Euro.

In den 1960er Jahren folgten der erste Rentenfonds sowie Spezialfonds. Heute gibt es weltweit geschätzt mehr als 10.000 verschiedene Fonds, in welche Anleger investieren können. Ein für Deutschland bekannter Fonds für Sparer ist der Riesterfonds.

Unterschiedliche Arten

Wer sein Geld in Investmentfonds anlegen möchte, hat verschiedene Fondsvarianten zur Auswahl:

Fondsvarianten Beschreibung
Offene Investmentfonds Bei offenen Fonds investieren Anleger ihr Geld über sogenannte Kapitalanlagegesellschaften (KAG). Diese Gesellschaften bieten Investoren unterschiedliche Anlagemöglichkeiten. So haben die Anleger zum Beispiel die Wahl, in bestimmte Vermögenswerte oder anhand bestimmter Grundsätze zu investieren. Das Geld der Anleger wird als Sondervermögen verwaltet. Auf diese Weise verbleibt das Kapital im Eigentum der Anleger, auch wenn die Kapitalanlagegesellschaft insolvent ist. Die KAG agiert als eine Art Treuhänderin für das eingebrachte Kapital der Anleger und erhält dafür Provisionen oder Gebühren. So lange ein offener Investmentfonds existiert, können Anleger Anteile erwerben. Sobald Gewinne oder Zinsen mit dem Fonds erzielt werden, erhält sie der Anleger.
Geschlossene Investmentfonds Bei geschlossenen Fonds handelt es sich in der Regel um Investitionen in Großprojekte von Gesellschaften oder Unternehmen. Ein solches Projekt kann ein Containerschiff ebenso wie ein Windpark oder ein großes Shoppingzentrum sein. Die Investoren, die in den Fonds einzahlen, finanzieren das Großprojekt. Somit werden geschlossene Investmentfonds aus rechtlicher Sicht wie Beteiligungsgesellschaften behandelt. Jeder, der in einen geschlossenen Fonds einzahlt, wird automatisch zum Anteilseigner des Projekts. Wird das Projekt von einer Beteiligungsgesellschaft finanziert, wird der Fondseinzahler zum Gesellschafter. Das eingezahlte Fondskapital wird in der Regel von einem Treuhänder verwaltet. Üblicherweise bestehen geschlossene Investmentfonds aus einem im Vorfeld festgelegten Gesamtvolumen. Ist dieses komplett finanziert, werden nur selten noch weitere Anteile ausgegeben. Der Fonds ist damit geschlossen. Daher hat er auch seinen Namen.
Publikumsfonds Dieser besondere Investmentfonds beschränkt weder die Zahl der Anteile noch die Zahl der Anleger. Jeder kann Anteile an diesem Fonds erwerben. Steigt die Nachfrage nach Publikumsfonds, erhöhen sich die zu erwerbenden Anteile entsprechend. Damit unterscheidet sich der Publikumsfonds deutlich von einem geschlossenen Fonds.
Spezialfonds Die speziellen Investmentfonds sind im Gegensatz zu Publikumsfonds nur einem begrenzten Anlegerkreis vorbehalten. Diese Fonds werden üblicherweise für institutionelle Anleger geschaffen. Dazu gehören Pensionskassen, Rentenversicherungen oder Kreditinstitute, welche das Vermögen ihrer Einzahler vergrößern. Reguliert werden Spezialfonds durch das Investmentgesetz. Spezialfonds gibt es jedoch auch für breiter gefächerte Anlegerkreise. Dabei werden zum Beispiel Wertpapiere bestimmter Branchen gebündelt.
Ausschüttende Fonds Bei diesen Investmentfonds werden die erzielten Gewinne oder Zinsen regelmäßig an die Anleger ausgezahlt.
Thesaurierende Fonds Entscheiden sich Anleger für einen thesaurierenden Fonds, werden ihnen die Gewinne auf ihr eingezahltes Kapital gutgeschrieben. Auf diese Weise können sie ihr Investment ähnlich wie bei Sparanlagen durch Zinseszins steigern.
Indexfonds Bei Indexfonds handelt es sich um Investmentfonds, die sich an einem Börsenindex orientieren und die Fondsanteile gemäß diesem Index anpassen. Für Indexfonds kann zum Beispiel der DAX oder DOW JONES als Richtwert für die Verteilung des Fondskapitals dienen. Indexfonds haben den Vorteil, dass sie gegenüber dem Referenzindex weder eine schlechtere noch bessere Wertentwicklung aufweisen können. Diese Fonds werden auch als passiv gemanagte Fonds bezeichnet.
Mischfonds Mischfonds bestehen aus unterschiedlichen Wertpapierklassen. So können diese Investmentfonds mit Aktien und festverzinsliche Wertpapieren aufgebaut werden. Die Gewichtung hängt vom jeweiligen Fondsmanagement ab. Meist gibt es jedoch Vorgaben für die Verteilung des Fonds auf Aktien und andere Wertpapiere.
Aktienfonds Bei Aktienfonds investiert die Fondsgesellschaft oder der Fondsmanager ausschließlich in Aktien. Diese Form der Investmentfonds eignet sich für Anleger, die bereit sind für mehr Rendite auch mehr Risiko einzugehen.
Rentenfonds Bei Rentenfonds oder Anleihenfonds wird das Kapital für festverzinsliche Wertpapiere von Ländern oder Unternehmen eingesetzt. Hier gilt: Je höher das Ausfallrisiko, desto höher die Verzinsung.
Dachfonds Bei Dachfonds investiert ein Fondsmanager nicht direkt in Wertpapiere oder Aktien, sondern in andere Fonds.
Garantiefonds Bei diesen Investmentfonds erhalten die Anleger eine Garantie, dass am Ende einer festgelegten Laufzeit ein Mindestbetrag erreicht wird.
Umbrellafonds Dabei handelt es sich um sehr breit gefächerte Investmentfonds, bei welchen die Anleger ihre Anteile flexibel umschichten oder neue Anteile erwerben können.

Aktiv versus passiv gemanagte Investmentfonds

Aktiv gemanagte Fonds werden regelmäßig an die Entwicklungen des Marktes angepasst. Diese Arbeit übernimmt ein Fondsmanager. Er kann zum Beispiel bei Mischfonds die Anteile verändern. Ausgangsbasis für Anpassungen sind in der Regel die Schwerpunkte des jeweiligen Fonds. Die Anpassungen selbst werden auch „Asset Allocation“ genannt.

Für die Arbeit des Fondsmanagers fallen aufgrund des erhöhten Aufwands in der Regel für Anleger auch höhere Gebühren an. Der Vorteil für Anleger kann in einer höheren Rendite bestehen. Allerdings muss er dem Fondsmanager vertrauen, da er selbst keinen Einfluss darauf hat, in welche Wertpapiere genau investiert wird.

Passiv gemanagte Fonds werden meist an einem Index ausgerichtet. Somit ist das direkte Eingreifen eines Fondsmanagers meist nicht erforderlich. Dadurch sinken auch die Verwaltungskosten für passiv gemanagte Fonds gegenüber aktiv gemanagten. Zu den passiv gemanagten Fonds gehören auch die sogenannten ETFs (englisch für Exchange Trades Funds). Dabei handelt es sich um an der Börse gehandelte Fonds. Der Vorteil von passiv gemanagten Fonds besteht in ihrer relativ hohen Sicherheit.

Wie sicher sind Investmentfonds?

Wer sein Geld in Investmentfonds anlegt, muss wie bei jeder Geldanlage Risiken einkalkulieren. Das größte Risiko bei Investmentfonds besteht in Marktveränderungen. Diese können zu deutlichen Verlusten im Fonds führen. Dies gilt besonders für passiv gemanagte Fonds, die an Indizes orientiert sind.

Verliert zum Beispiel der DAX aufgrund von Börsenturbulenzen deutlich an Wert, sinkt auch der Wert der Einlagen in den Fonds rapide. Sieht ein Fondsmanager Marktveränderungen nicht früh genug voraus, ist die Gefahr von Verlusten auch bei aktiv gemanagten Fonds vorhanden.

Fondspezifische Risiken

Neben dem eher allgemeinen Marktrisiko bestehen zusätzlich die Risiken der jeweiligen Branche, des jeweiligen Landes oder der jeweiligen Technologie, in die investiert wird. Verluste mussten Anleger zum Beispiel erleben, als im Jahr 2002 die sogenannte „Dotcom-Blase“ platzte und Fonds drastisch an Wert verloren, die in IT-Unternehmen investiert hatten.

Sobald ein Fonds außerdem mit anderen Währungen arbeitet, besteht zusätzlich ein sogenanntes „Währungsrisiko“. Sinkt der Kurs der eigenen Währung gegenüber der Währung des Fonds, können Anleger deutliche Verluste erleiden.

Risiken bei aktiv gemanagten Fonds

Werden Fonds aktiv gemanagt, wird das Risiko stark durch die jeweiligen Fondsmanager bestimmt. So können die Manager zwar meist bereits erzielte Erfolge vorweisen. Doch letztlich können sich das Börsengeschehen und der Wertpapiermarkt schnell ändern, sodass andere Fondsstrategien erforderlich sind und die einst erfolgreiche Strategie nicht mehr greift.

Eine typische Gefahr bei aktiv gemanagten Fonds besteht darin, dass Fondsmanager auf ähnliche beliebte Wertpapiere setzen. In diesem Fall spricht man auch von „Klumpenrisiko“. Die Fondsmanager diversifizieren die Fondsanteile dann nicht mehr, sondern investieren in ähnliche Werte. Bei einer schlechten Entwicklung des Marktes sind die Verluste dann umso größer.

Mehr Sicherheit durch Sondervermögen

Für Sicherheit bei Anlegern sorgt bei offenen Investmentfonds das sogenannte „Sondervermögen“. Darin wir das eingelegte Kapital übergeführt. Auf diese Weise wird das Kapital der Anleger vom Kapital der Investmentgesellschaft oder Kapitalanlagegesellschaft getrennt. Die jeweilige Gesellschaft hat darauf keinen Zugriff, weil es von einem Treuhänder, zum Beispiel einer Depotbank, verwaltet wird. Sollte die Gesellschaft in Konkurs gehen, bleibt das Kapital erhalten und kann an die Anleger zurückgezahlt werden.

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