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Kosten senken, Rendite steigern

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 13.07.2016

Jeder Anleger möchte eine möglichst hohe Rendite erzielen. Manche verlieren dabei die Kosten ihrer Geldanlage völlig aus den Augen. Dabei spielen diese eine nicht unwichtige Rolle: Wer die Kosten für seine Anlage senkt, erzielt automatisch eine höhere Rendite. Daher sollten Sie insbesondere Kostenfaktoren wie Performance- und Managementgebühren genauer unter die Lupe nehmen. Auch Depotkosten lassen sich häufig senken.

Kosten sind der Feind der Rendite

In Zeiten niedriger Zinsen suchen viele Anleger nach einer Geldanlage, die eine hohe Rendite abwirft. Aktien und Fonds sind in Niedrigzinsphase die Anlageform der Stunde, doch manch ein Anleger vergisst bei der Jagd nach einer möglichst guten Rendite, auch die Kosten seiner Geldanlage im Blick zu behalten. Dies kann sich rächen, denn eine überdurchschnittlich hohe Rendite wird ganz schnell unterdurchschnittlich, wenn beispielsweise die Hälfte davon auf die Kosten der Geldanlage entfällt, beispielsweise Depotführungs- oder Managementgebühren.

Nicht selten ist Anlegern nicht bewusst, wie hoch die Kosten ausfallen. Verwaltungsgebühren von zwei Prozent und Ausgabeaufschläge von fünf Prozent sind bei Fonds keine Seltenheit. Vor Ausbruch der Niedrigzinsphase fielen diese Gebühren allerdings nicht so stark ins Gewicht. Als der Kapitalmarktzins beispielsweise 2008 noch bei knapp vier Prozent lag, war die Rendite auch nach dem Abzug von hohen Gebühren für die meisten Anleger noch zufriedenstellend. In der aktuellen Niedrigzinsphase kann dies allerdings schnell anders aussehen.

Doch unabhängig von der Lage am Kapitalmarkt sollten Sie als Anleger grundsätzlich die Kosten Ihrer Anlage im Blick behalten, ansonsten verschenken Sie möglicherweise bares Geld und im schlimmsten Fall schrumpft Ihr Vermögen sogar. Dies lässt sich vor allem bei längeren Anlagezeiträumen gut beobachten.

Angenommen Sie legen 10.000 Euro über 20 Jahre an. Bei einem jährlichen Ertrag von drei Prozent würden Sie nach 20 Jahren theoretisch 18.061 Euro (brutto) daraus gemacht haben. Berechnet Ihnen der Anbieter oder Fondsverwalter jedoch eine jährliche Gebühr von zwei Prozent, bleiben Ihnen am Ende des Anlagezeitraums nur 12.202 Euro (brutto). Und dabei ist die Inflation noch nicht berücksichtigt. Bei jährlichen Anlagekosten von 3,2 Prozent hätten Sie mit 9.608 Euro nach zwanzig Jahren sogar weniger als sie ursprünglich angelegt haben – ihr Vermögen wäre also geschrumpft.

Welche Kosten können anfallen?

Welche Kosten konkret anfallen, hängt zum einen von der Art der Anlage ab, zum anderen aber auch vom jeweiligen Anbieter. Manche Anbieter verzichten auf bestimmte Gebührenarten.

Die geläufigsten Gebührenarten in der Übersicht

Depot- oder Kontoführungsgebühren Sind in der Regel jährlich Fixkosten. Ihre Höhe variiert stark, mehre hundert Euro sind durchaus möglich.
Verwaltungs- oder Managementgebühren Werden anteilig und monatlich von der Wertentwicklung abgezogen. Da die Verwaltungsgebühr direkt vom Fondsvermögen abgezogen wird, fällt sie vielen Anlegern, wenn überhaupt, erst auf der Jahresabrechnung auf. Die Höhe der Verwaltungsgebühr hängt von der Fondsart ab:
  • 0,8 bis 3,0 Prozent bei Aktienfonds
  • 0,5 bis 1,3 Prozent bei Rentenfonds
  • 0,5 bis 2,0 Prozent bei offenen Immobilienfonds
Ausgabeaufschläge: Fallen beim Erwerb von Anteilen an werden prozentual vom Anteilswert berechnet. Ihre Höhe variiert nach Fondsart. Bei Aktien- und Immobilienfonds sind 3 bis 7 Prozent gängig, bei Rentenfonds etwa 3 Prozent, bei Geldmarktfonds werden keine Ausgabeaufschläge erhoben.
Rücknahmeabschläge Werden bei der Rückgabe von Fondsanteilen an die Gesellschaft fällig, quasi eine Umkehrung des Ausgabeaufschlags, ihre Höhe variiert.
Performancegebühren (auch Erfolgsgebühren genannt) Werden erhoben, wenn ein Fonds sich besser entwickelt als ein zuvor definierter Referenzwert.
Transaktionsgebühren Fallen beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren an. Es existieren verschiedene Gebührenmodelle, zum Beispiel anteilsweise auf den Transaktionswert, als Fixpreis pro Transaktion oder als Flatrate für eine bestimmte Anzahl von Transaktionen pro Jahr oder Monat.

So lassen sich bei der Geldanlage Kosten sparen

Es gibt verschiedene Wege, bei der Geldanlage die Kosten zu senken. Wir erklären Ihnen, welche das sind.

Online statt Filiale

Prinzipiell fallen Depotkosten bei Filialbanken meist deutlich höher aus als für ein Onlinedepot. Sie sollten also nicht aus Bequemlichkeit ein Depot bei Ihrer Hausbank ein Depot zur Verwahrung von Aktien, Anleihen oder Investmentfonds eröffnen. Während bei Filialbanken für ein Depot Kosten im dreistelligen Bereich pro Jahr durchaus üblich sein können, erheben manche Onlinebroker und Direktbanken überhaupt keine Depotgebühren – und falls doch, dann fallen diese in der Regel deutlich geringer aus.

Neben den geringeren Kosten haben Onlinedepots noch einen weiteren Vorteil gegenüber einem Filialdepot: Sie haben jederzeit Zugriff darauf. So können Sie alle Transaktionen jederzeit beobachten. Wenn Sie mit Wertpapieren handeln, können Sie zudem jederzeit Kauf- und Verkaufsaufträge platzieren.

Als Nachteil von Onlinedepots gilt, dass Ihnen kein persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung steht. Allerdings ist dies vielfach ein zu vernachlässigendes Problem, da viele Direktbanken und Onlinebroker Ihnen bei Fragen online und per Telefon zur Seite stehen.

Ein erster Schritt zur Kostensenkung bei der Geldanlage ist also die Überprüfung der Fixkosten, wie zum Beispiel den Depotkosten und gegebenenfalls der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter.

Angebote ohne Vertriebsgebühren und Performanceprovisionen bevorzugen

Banken verdienen häufig sehr gut am Verkauf gemanagter Investmentfonds. Ausgabeaufschläge von bis zu fünf Prozent für den Einstieg in einen Aktienfonds sind durchaus möglich. Diese Kosten lassen sich umgehen, wenn Sie vom Anbieter verlangen, Ihre Fondsanteile nicht über die Fondsgesellschaft zu kaufen, sondern direkt an der Börse. So zahlen Sie nur die Börsenspesen, die in der Regel deutlich niedriger sind als der Ausgabeaufschlag.

Möglichst verzichten sollten Sie auf Anlageprodukte, bei denen eine sogenannte Erfolgs- oder Performancegebühr erhoben wird. Diese können nämlich auch dann anfallen, wenn Ihre Anlage keine Rendite abwirft – Sie zahlen also im schlimmsten Fall Gebühren dafür, dass Ihre Geldanlage Verluste einfährt.

Die Performancegebühr wird häufig in Beziehung zu einem Index wie dem DAX gesetzt. Dabei ist es unerheblich, ob dieser Index Verluste schreibt. Solange der Fonds weniger Verluste als der Index macht, wird die Performancegebühr erhoben.

Verwaltungsgebühren beziehungsweise Managementkosten reduzieren

Aktiv gemanagte Aktienfonds kosten den Anleger Geld. Hier ist ein Fondsmanager permanent damit beschäftigt, die Entwicklung der im Fonds enthaltenen Wertpapiere zu beobachten und gegebenenfalls einzugreifen: Manager stoßen Aktien, die sich unvorteilhaft entwickeln, ab, oder kaufen neue hinzu. Seine Arbeit bezahlen letztendlich die Anleger über Managementkosten.

Besonders tückisch dabei: Sie als Anleger bekommen häufig überhaupt nicht mit, wie hoch diese Kosten ausfallen. Denn Sie werden direkt vom Fondsvermögen abgezogen und tauchen nicht auf Ihrem Depotauszug auf. In den meisten Fällen liegen die jährlichen Kosten bei 1,5 bis zwei Prozent des Anlagevermögens. Es existieren allerdings auch Fonds, die Ihren Anlegern bis zu fünf Prozent für Management und Verwaltung berechnen.

Deutlich günstiger fahren Sie mit passiv gemanagten Indexfonds, den sogenannten ETFs (kurz für Exchange Traded Funds). Diese bilden einfach einen bestimmten Index nach, beispielsweise den DAX. Daher ist nur selten ein Eingreifen des Fondsverwalters erforderlich. Dementsprechend gering fallen die jährlichen Managementgebühren bei Indexfonds aus. Im Schnitt liegen sie bei etwa 0,45 Prozent. Auf lange Sicht entwickeln sich ETFs in der Regel nicht schlechter als Fonds, die von einem Fondsmanager aktiv verwaltet werden. Stiftung Warentest empfiehlt Indexfonds als bequemste und langfristig günstigste Lösung für die Geldanlage.

Die richtige Vermögensverwaltung: Hausbank oder Honorarberatung?

Wenn Sie sich nicht zutrauen, Ihre Geldanlage selbst in die Hand zu nehmen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten: Sie können sich an einen unabhängigen Vermögensverwalter wenden oder die Vermögensverwaltung Ihrer Hausbank in Anspruch nehmen, falls diese eine solche anbietet. Viele Filialbanken haben sich in den letzten Jahren allerdings komplett aus diesem Bereich zurückgezogen.

Grund dafür sind die von der Finanzaufsichtsbehörde BaFin erlassenen, deutlich verschärften Auflagen für die Anlageberatung, die das Ganze für die Banken vielfach unrentabel werden lassen.

Welche Form der Vermögensberatung und -verwaltung die beste ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Die Hausbank ist zwar die günstigste Variante, es besteht jedoch die Gefahr, dass Ihnen dort primär die eigenen Anlageprodukte des Geldinstituts empfohlen werden. Zudem bieten viele Hausbanken eine Vermögensverwaltung erst ab einem bestimmten Mindestanlagebetrag an, der in der Regel im sechsstelligen Bereich liegt.

Bei einem unabhängigen Vermögensberater wird auf jeden Fall ein Honorar fällig. Wie hoch dieses ausfällt, kann nicht pauschal beantwortet werden, es gibt verschiedene Gebührenmodelle. Manche Honorarberater erheben einen festen Stundensatz. Verbreiteter sind prozentuale Honorarsätze auf Basis der Anlagesummen – als branchenüblich gelten hier 1 bis 1,5 Prozent jährlich. Manche Vermögensverwalter arbeiten auch auf Basis eines erfolgsabhängigen Honorars beim Erreichen bestimmter Anlageziele.

Gut zu wissen:Kostensenkung über Steuerklärung nur bedingt möglich

Die im Rahmen einer Kapitalanlage anfallenden Kosten wie Depot- und Vermögensverwaltungsgebühren können seit der Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 nicht mehr in der Einkommenssteuererklärung steuermindernd geltend gemacht werden. Seitdem gilt ein Abzugsverbot für Werbungskosten bei Kapitaleinkünften. Abgezogen wir nur noch der Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro (1.602 Euro bei gemeinsamer Veranlagung). Die tatsächlich entstanden Kosten sind nicht mehr von Bedeutung.

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