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Privater Vermögensaufbau

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 24.02.2015

Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland – immer mehr Rentenempfänger stehen immer weniger Beitragszahlern gegenüber – droht vielen Arbeitnehmern ohne privaten Vermögensaufbau die Altersarmut. Durch private Vorsorge können Sie jedoch den gewohnten Lebensstandard auch im Alter absichern. Dazu müssen Sie die richtigen Anlageformen wählen, um eine hohe Rendite zu erzielen, die nicht nur die Inflation ausgleicht. Informieren Sie sich in unserem Video und diesem Ratgeber, wie Sie der Rentenlücke entgehen und Ihr Vermögen vermehren.

Wieso sich die Rente selber gefährdet

Im Lauf der letzten Jahre und Jahrzehnte musste die gesetzliche Rente immer wieder angepasst werden, um der demografischen Entwicklung in Deutschland Rechnung zu tragen. Daher wird eine private Vorsorge immer wichtiger und Sie sollten so früh wie möglich damit beginnen, fürs Alter zu sparen.

Der Rückgang der staatlichen Rentenzahlungen ist in der Finanzierung der Rentenversicherung begründet. Als die gesetzliche Rentenversicherung 1889 in Deutschland eingeführt wurde, kam das sogenannte Kapitaldeckungsverfahren für die Finanzierung der Renten zum Einsatz. Nach diesem Verfahren besaß jeder Versicherte ein eigenes Rentenkonto, auf dem seine Einzahlungen verbucht wurden. Von diesem Konto, das verzinst wurde, erfolgte die spätere Auszahlung der Altersrente.

Durch die beiden Weltkriege schmolzen jedoch die Reserven auf den Rentenkonten dahin, sodass die Bundesregierung im Jahr 1954 das Umlageverfahren einführte. Es wurde ein Generationenvertrag geschlossen, der besagte, dass die junge Generation die Rente für die Alten aufbringen muss. Im Gegenzug erwerben die jungen Arbeitnehmer einen Anspruch auf ihre eigene Altersrente. Solange es mehr junge Berufstätige als Rentner gab, funktionierte das Umlageverfahren und die Kassen der Rentenversicherung waren gut gefüllt. Das Verfahren berücksichtigt jedoch weder hohe Arbeitslosenzahlen noch den sogenannten Pillenknick.

Die Einführung der Antibabypille wird als Erklärung für den Geburtenrückgang in Deutschland ab Mitte der 1960er Jahre gesehen. Doch auch seit Mitte der 1990er Jahre geht die Geburtenrate weiter zurück, sodass immer weniger junge Leute Geld in die Rentenkasse einzahlen. Gleichzeitig werden die Menschen durch bessere Ernährung, gute medizinische Versorgung und verbesserte Lebensumstände immer älter. Dadurch droht das Umlageverfahren der Rentenversicherung zu kippen und es kommt zu immer neuen Rentenreformen, durch die die Rentenzahlungen weiter eingeschränkt werden. Daher ist es für jeden Bundesbürger wichtig, rechtzeitig mit dem Sparen fürs Alter zu beginnen, um die drohende Rentenlücke auszugleichen.

Neben der Altersarmut gibt es aber noch weitere Argumente für einen frühzeitigen Vermögensaufbau. So lassen sich beispielsweise Rücklagen bilden, falls einmal unvorhergesehene Ausgaben anstehen sollten. Zudem schaffen Sie mit dem Vermögensaufbau einen Ausgleich für den schleichenden Kaufkraftverlust durch die Inflation und vergrößern im Idealfall zusätzlich Ihr Nettovermögen.

Wie viel Geld für den Vermögensaufbau verwenden?

Bevor Sie sich Gedanken über das Sparen fürs Alter machen, sollte ein Kassensturz erfolgen. Das private Vermögen umfasst Bargeld, Sparguthaben und Investments, abgezogen werden vorhandene Schulden in Form von Bankkrediten, Kreditkartenschulden, Baufinanzierungen oder sonstigen Verbindlichkeiten. Falls Schulden vorhanden sind, sollten diese vorrangig beglichen werden, da die Sollzinsen für Verbindlichkeiten höher ausfallen als die Guthabenzinsen für Geldanlagen. Wenn feststeht, dass mehr Guthaben vorhanden ist als Schulden bestehen, können Sie über die Form der Investition nachdenken.

Kurzfristige Geldanlage

Wichtig für jeden Anleger ist ein kurzfristig verfügbarer Betrag, der für Reparaturen am Haus, den Ersatz von Elektrogeräten, für Schäden am Auto oder für Urlaubsreisen genutzt werden kann. Hier empfiehlt sich ein Anlagebetrag von circa zwei bis drei Nettomonatsgehältern. Als Anlageformen für kurzfristige Geldanlagen mit einer Anlagedauer von maximal zwei bis drei Jahren empfehlen sich:

  • Sparbücher, gegebenenfalls unter Beachtung der Vorschusszinsen
  • Tagesgeld
  • Festgeld mit einer entsprechenden Laufzeit
  • Geldmarktnahe Fonds
  • Kurz laufende Rentenfonds

Mittelfristige Geldanlage

Mit mittelfristiger Anlagedauer sollte ein Betrag angespart werden, der zum Beispiel für den Kauf eines neuen Autos, für eine Renovierung oder für einen geplanten Umzug benötigt wird. Die optimale Summe, die mittelfristig angespart wird, beträgt ungefähr ein Jahresgehalt des Anlegers. Zur mittelfristigen Geldanlage mit einer Laufzeit von drei bis fünf Jahren eignen sich:

  • Termingeld
  • Festgeld mit einer entsprechenden Laufzeit
  • Sparbriefe
  • Gemischte Fonds
  • Rentenfonds

Langfristige Geldanlage

Haben Sie sich um die kurzfristige und mittelfristige Geldanlage gekümmert, können Sie weiteres Geld langfristig investieren. Der Anlagehorizont beträgt hierbei zwischen fünf und dreißig Jahren – gegebenenfalls auch länger. Diese auf lange Zeit ausgelegte Anlage eignet sich vor allem auch für die private Altersvorsorge. Zu den bekanntesten langfristigen Anlageprodukten zählen:

  • Aktien
  • Aktienfonds
  • Festverzinsliche Wertpapiere
  • Immobilien
  • Sparbriefe
  • Lebensversicherungen
  • Geschlossene Fonds
  • Edelmetalle

Vermögensaufbau – schon in jungen Jahren sinnvoll

Auch wenn es in der Regel kein beliebtes Thema bei jungen Menschen ist, sollte jeder Berufsanfänger mit der ersten Gehaltszahlung mit dem Sparen fürs Alter beginnen. Die spätere Rentenlücke wird mit großer Gewissheit folgen und das Thema Altersarmut wird zahlreiche Rentner betreffen.

Sie sollten jedoch mit realistischen Vorstellungen daran gehen, sich ein Vermögen aufzubauen. Niemand wird nur durch Sparleistungen in kurzer Zeit reich und das Versprechen einer hohen Rendite ohne Risiko sollte mit viel gesunder Skepsis betrachtet werden. Bei der Geldanlage versucht jeder Investor die drei Eckpunkte des magischen Dreiecks zusammenzubringen: Die Anlage soll sicher sein, die Liquidität des Investors erhalten und eine hohe Rendite abwerfen. Diese drei Ziele lassen sich jedoch meist nicht vereinen, sodass Sie sich auf die zwei Aspekte konzentrieren müssen, die Ihnen am wichtigsten sind. Beachten Sie dabei, dass gerade bei einer langfristigen Geldanlage ein Wechsel der Ausrichtung oft schwierig und mit Kosten verbunden ist.

Tipp: Zehn Geldanlage-Regeln, die jeder Anleger beachten sollte

  1. Sparziele setzen, die zur Lebenssituation passen.
  2. Einnahmen, Ausgaben, Ersparnisse und Schulden erfassen, um den monatlichen Sparbetrag festzulegen.
  3. Existenzielle Risiken durch Versicherungen absichern und einen kurzfristig verfügbaren Notgroschen anlegen.
  4. Die eigene Risikobereitschaft bei der Geldanlage realistisch einschätzen.
  5. Für langfristige Sparziele anfangs ein höheres Risiko eingehen, um eine bessere Rendite zu erzielen. Später Umschichtung in risikoärmere Anlageformen.
  6. Nur Finanzprodukte wählen, die Sie auch verstehen.
  7. Das vorhandene Vermögen auf verschiedene Anlageprodukte verteilen.
  8. Die Rendite einer Geldanlage ist wichtig, nicht eventuelle Steuervorteile, die wieder wegfallen können.
  9. Gebühren für Finanztransaktionen verringern die Rendite, daher das Vermögen nicht zu oft umschichten – ideal sind in solchen Fällen Anbieter, die kostenfrei sogenanntes Rebalancing durchführen.
  10. Die Zusammensetzung der Investitionen regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Verschiedene Anlageformen für den Aufbau eines privaten Vermögens

Generell ist es wichtig, dass Sie ein Anlageprodukt wählen, das eine gute Verzinsung bietet, denn nur durch eine hohe Rendite können Sie verhindern, dass die erzielten Zinsen durch die Inflation wieder aufgefressen werden.

Die Inflation spiegelt den Kaufkraftverlust wider, der sich durch die Verteuerung verschiedener Waren ergibt. Wie sich anhand folgender Beispielrechnung zeigt, ist die Inflation ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Geldanlage.

Ein Anleger, der Anfang 2008 eine Summe von 10.000 Euro besaß, konnte sich Ende 2013 dank der Verzinsung zwar über einen höheren Geldbetrag auf dem Konto freuen. Aufgrund der Inflationsrate hatte der ursprüngliche Betrag aber nur noch eine Kaufkraft von 9.425 Euro. Dies entspricht einem Verlust an Kaufkraft von 5,75 Prozent.

Um diesem finanziellen Verlust zu entgehen, ist es daher besonders wichtig, sich für die passende Anlageform zu entscheiden, wenn Sie ein Vermögen aufbauen wollen. In der Regel bieten Geldanlagen auf einem Sparbuch, einem Tagesgeldkonto oder auch als Festgeld nur niedrige Zinsen. Nur wenn ein Kreditinstitut als Werbeaktion ein herausragendes Zinsangebot für eine dieser Anlageformen auf den Markt bringt, lohnt es sich für Sie, einen Teil Ihrer Ersparnisse hier anzulegen.

Eine Streuung des Anlagevermögens ist der beste Weg, um auf lange Sicht eine hohe Rendite zu erzielen. Dabei sollten Sie sich vorrangig auf folgende Finanzprodukte konzentrieren:

Um durch privaten Vermögensaufbau fürs Alter zu sparen, muss ein langfristiger Anlagehorizont gewählt werden. Nach den Gesetzen des magischen Dreiecks für die Vermögensanlage erzielen Sie mit risikoreichen Geldanlagen die besten Renditen. Wenn Sie zum Beispiel in Aktien investieren, werden die Kurse an der Börse aber immer wieder einmal schwanken und Sie werden auch finanzielle Verluste erleiden. Mit Geduld und einer guten Mischung verschiedener Anlageprodukte lassen sich diese Verluste jedoch wieder ausgleichen und Sie werden langfristig Gewinne erzielen. Deshalb ist diese Investmentform vor allem für eine langfristige Altersvorsorge geeignet. Je näher Sie jedoch Ihrem Anlageziel, zum Beispiel dem Rentenalter, kommen, umso mehr sollten Sie sich von risikoreichen Investments trennen und beispielsweise das in Aktien investierte Geld in festverzinsliche Wertpapiere umschichten.

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber 11 Tipps: Wie Sie am besten fürs Alter vorsorgen.

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