Expertenhilfe - Frage

Frage von Marko H

Gefragt am 29.08.2017 um 19:49 Uhr

Austritt aus PKV über Sabbatical/Teilzeit?

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich plane für 2018/2019 meinen Austritt aus der PKV.

Ich bin seit Ende 2008 in der PKV, habe mittlerweile drei Kinder und mein Jahresgehalt inkl. variabler Erfolgsbeteiligung liegt bei ca. 140k.
Mir schweben zwei Szenarien vor, bei denen ich jeweils ein paar Unklarheiten habe:

Szenario 1:
Mehrmonatige berufliche Auszeit (über Sabbatical, unbezahlte Elternzeit, unbezahlter Urlaub), um unter die JAEG zu rutschen. Zu diesem Szenario (Jan.-Mai 2018 arbeiten, ab Juni und einem bis dahin aufgelaufenem Brutto von von < 57.600€ bis Ende Dezember 2018 abwesend) folgende Fragen:
- was wird zum regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt gezählt? Variable EB auch? Diese wird traditionell Ende Juli ausbezahlt (also während meiner Abwesenheit, die Höhe des Bonus steht jedoch ab April 2018 fest)
- Wieviel Entgeltumwandlung in Altersvorsorge ist pro Jahr möglich? Dies wird ja nicht bei der Berechnung des Jahresarbeitsentgelt berücksichtigt? Aktuell habe ich nur eine Direktversicherung i.H.v 1.752 p.a.
- Wann genau wird die Versicherungspflicht vom AG gemeldet (zum Zeitpunkt der veränderten Gehaltssituation, also bereits im Juli, oder erst nach Vorliegen des Jahresarbeitsentgelts Anfang 2019?)
- Was passiert in 2019 bei wieder deutlichem Überschreiten der JAEG?

Szenario 2:
Teilzeitarbeit ab 01/2018 mit 16h/Woche, so dass auch hier die JAEG 2018 unterschritten wird. Hier meine Fragen:
- muss der Teilzeitvertrag unbefristet sein? Unsere Personalabteilung meinte, bei einer lediglich auf 2 Monate befristeten Teilzeit, würde bei der Simulation des Jahresarbeitsentgelts kein Unterschreiten der JAEG prognostiziert und somit auch keine Versicherungspflicht gemeldet.
- Was passiert im Falle einer unbefristeten Teilzeit? Wird hier bereits im ersten Monat der Vertragsänderung die Versicherungspflicht gemeldet, welche einen sofortigen Eintritt in die GKV zur Folge hat? Für den Fall, dass das so ist: Was passiert, wenn aus irgendwelchen Gründen der unbefristete Teilzeitvertrag im gleichen Jahr wieder auf Vollzeit umgestellt wird und somit die JAEG doch überschritten wird?

Vielen Dank im Voraus für eine Rückmeldung.

FinanceScout24 Experte  Marina Schneider

Expertenantwort

von Marina Schneider

3.00

Beantwortet am 30.08.2017

Nun, das ist eine sehr umfangreiche Fragestellung.

Sprechen Sie das in einer individuellen Beratung mit Ihrem Makler durch. Eine solch detaillierte individuelle Beratung sprengt hier den Rahmen, dafür ist dieses Forum nicht gedacht.

Es ist schon etwas kompliziert, da der Gesetzgeber vermeiden will, dass Versicherungsnehmer in jungen Jahren, ohne Familie und Kinder von den niedrigen Beitragssätzen der PKV profitieren und später – mit steigendem Alter oder mit Kindern – in eine womöglich preiswertere GKV wechseln.

Nun ja:
Sie müssen Ihr regelmäßiges Bruttoeinkommen unter 57.600 Euro im Jahr (Stand 2017) senken, variable Gehaltsbestandteile zählen hier nicht (insbesondere variable Provisionen).
Sie können Ihre Stunden verringern, Ihr Weihnachtsgeld/13. Gehalt streichen beziehungsweise Ihr Einkommen auf Festgehalt plus Provisionen verändern, so kann es zu oben genanntem Fall kommen. Sie werden dann ab Änderungszeitpunkt Ihres Arbeitsvertrages versicherungspflichtig (gem. SGB 5 §5) und können zurück in die gesetzliche Krankenversicherung. Eine andere Möglichkeit besteht darin, einen Teil des Verdienstes durch die sogenannte Entgeltumwandlung in eine betriebliche Altersvorsorge zu stecken. 2016 dürfen allerdings nur maximal 2.976 Euro umgewandelt werden.

Steigt Ihr Einkommen aber wieder über die JAEG, sind Sie nicht mehr versicherungspflichtig in der GKV, d.h. Sie können (nur) als freiwilliges Mitglied in der GKV bleiben.
Sie haben nun Ihr Alter nicht mitgeteilt. Ab Rentenbeginn gilt dann:
Um dann in der KV für Rentner (so zu sagen „GKV“) versichert zu werden, müssen bestimmte Bedingungen zu erfüllt sein, um eine Pflichtmitgliedschaft in der Gesetzlichen Krankenversicherung zu erlangen.
Arbeitnehmer müssen dazu während der zweiten Hälfte der Erwerbstätigkeit zu 90 % in der GKV versichert gewesen sein (§ 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V)
Beachten/ berücksichtigen Sie bitte auch: Rentner haben die Möglichkeit in der GKV eine Mitgliedschaft als freiwillig Versicherte zu beantragen. Dies geht allerdings nur, wenn der Antragsteller entweder die zwölf Monate vor Rentenantritt Mitglied der GKV war oder während der letzten fünf Jahre 24 Monate GKV-Mitglied war. Ansonsten geht es zurück in die PKV. Hier fehlt Ihnen dann die Altersrückstellung, die Sie derzeit/ bis jetzt bereits gebildet haben.

! Daher noch einmal: Sprechen Sie das in einer individuellen Beratung mit Ihrem Makler durch. Eine solch detaillierte individuelle Beratung sprengt hier den Rahmen. Es spielen auch Haftungsfragen mit hinein.

Ein letzter Tipp: Lassen Sie prüfen, wie es bei Ihrer betrieblichen Altersvorsorge mit der Erhebung von KV-Beiträgen auf die Auszahlung aussieht.
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Mit freundlichen Grüßen
Marina Schneider
Versicherungs- & FinanzMaklerin
Immobiliardarlehensvermittlerin

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