Expertenhilfe - Frage

Frage von Carsten Möller

Gefragt am 09.08.2017 um 09:45 Uhr

Brasilianerin, 86 Jahre braucht für Aufenthaltsgenehmigung Krankenversicherung?

Meine Tante ist Brasilianerin und möchte von nun an mit meiner Mutter zusammen in Hamburg wohnen, weil hier ihre gesamte Familie wohnt. Die ist laut Ausländerbehörde möglich, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind:
A) Jemnd sich für die verpflichtet (Verpflichtungserklärung), um den Staat ggf. von Kosten für Sozialleistungen, Abschiebung usw. frei zu halten. Dies ist kein Problem.
B) Meine Tante eine deutsche Krankenversicherung vorweisen kann.

Frage: Wie kann sich meine Tante in Deutschland krankenversichern?

Herzlichen Dank im Voraus!

FinanceScout24 Experte  Marina Schneider

Expertenantwort

von Marina Schneider

3.00

Beantwortet am 09.08.2017

Guten Tag Herr Möller!

Da Ihre Tante zwar die Pflicht hat eine deutsche Krankenversicherung zu haben, aber nicht verpflichtet ist sich gesetzlich zu versichern, also die freie Wahl hat. Kann Sie dies auch tun.

Nun ist Sie mit 86 sicher eine ganz Liebe, aber nicht der liebste Kunde für die KV.

Ich empfehle Ihnen sich erst einmal an eine gesetzliche KV zu wenden. Hier werden keine Gesundheitsfragen gestellt, auch des Alter spielt keine Rolle, nur das Einkommen.
Ihre Tante kann sich dort freiwillig versichern. Der Einfachheit halber fragen Sie doch erst bei der AOK in Hamburg.
Grundsätzlich muss hier der Höchstbeitrag entsprechend der Beitragsbemessungsgrenze gezahlt werden, Sie können aber einen Antrag stellen den Beitrag aufgrund Ihres Einkommens oder „Nichtvorhanden Einkommens“ zu senken.

Ansonsten können Sie zur PKV gehen, auf Grund der Krankenversicherungspflicht in Deutschland müssen diese Ihre Tante im Basistarif versichern.
Bei diesem Tarif werden auch keine Gesundheitsfragen gestellt. Der Basistarif muss immer den Vorgaben für die gesetzlichen Krankenkassen folgen. Werden dort Leistungen gekürzt, wird auch der Basistarif angepasst.
Die Höhe des Beitrages ist nicht abhängig vom Einkommen, sondern vom Leistungsumfang und vom Eintrittsalter. Das gilt zwar auch für den Basistarif. Sogenannte Vorerkrankungen bei Versicherungsbeginn spielen hier jedoch keine Rolle: Individuelle Risikozuschläge werden nicht erhoben.
Das Gesetz gibt als maximale Beitragshöhe den Höchstbeitrag der GKV plus den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz der Krankenkassen vor (2017 682,95 Euro/Monat). Mehr muss ein Versicherter im Basistarif nicht bezahlen – bis zu dieser Höhe zahlt er aber auch dann, wenn sein Einkommen zum Beispiel als Rentner sinkt.
Inwieweit hier staatliche Zuschüsse möglich sind, kann ich nicht sagen.

Sie können mich auch gern anrufen, Herr Möller. Weitere Informationen würde ich mir dann bei den Versicherern einholen.

KLICKEN SIE BLAU!


Mit freundlichen Grüßen
Marina Schneider
Versicherungs- & FinanzMaklerin
Immobiliardarlehensvermittlerin

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