Expertenhilfe - Frage

Frage von E.u.R. Schneider Schneider

Gefragt am 03.10.2017 um 11:15 Uhr

Einliegerwohnung im Einfamilienhaus verkauft. Der Notar hat vor zwei Jahren kein Vorkaufsrecht eingetragen - hätte er uns aufklären sollen od. ist d. Gesetz?

Wir haben unsere Einliegerwohnung im Einfamilienhaus verkauft. Die Käuferin will jetzt nach zwei Jahren wieder verkaufen. Unsere Frage: Hätte in unserem Kaufvertrag ein Vorkaufsrecht stehen müssen - bzw. hätte der Notar dies eintragen müssen, weil beim Verkauf einer Einliegerwohnung in einem Einfamliliehaus dies gesetzlich vorgeschrieben ist oder hätte der Notar uns aufklären müssen? Die Käuferin kann jetzt jeden Käufer bringen - Hauptsache sie bekommt jetzt nach zwei Jahren mehr Geld.
Bitte um Nachricht - vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen - E.u.R.Schneider

FinanceScout24 Experte  Marina Schneider

Expertenantwort

von Marina Schneider

3.00

Beantwortet am 04.10.2017

Guten Tag Familie Schneider!

Die Aufgabe des Notars ist es zu prüfen, ob Sie fachkundig und unabhängig beraten, Ihre Bedenken erörtert und Zweifel ausgeräumt wurden. Zweifelt der Notar an der Wirksamkeit des Geschäftes und die Beteiligten bestehen auf der Beurkundung, dann werden Belehrung und Erklärung der Beteiligten in der Niederschrift vermerkt.

Seine Aufgabe als Notar ist es, die Absprachen, die zwei Parteien getroffen haben zu bestätigen, zu bestätigen, dass Sie freiwillig und bei „vollem Bewusstsein der Tragweite“ getroffen wurden. Das diese Entscheidung mit den Unterschriften nun Rechtsgültigkeit besitzt.

Ein Rechtsanwalt oder Immobilienfachmann wie Immobiliardarlehensvermittler hätte Sie vielleicht im Gespräch auf die Möglichkeit der Eintragung von Dienstbarkeiten wie einem Vorkaufsrecht für Sie, aufmerksam gemacht. Da es sich um eine Einliegerwohnung handelt, wäre das eine gute Idee gewesen. Allerdings können diese den Verkauf auch erschweren.
Nun zum Vorkaufsrecht. Es hätte bedeutet, dass Sie die ETW für den Preis kaufen können, den die Eigentümerin mit dem Käufer verhandelt und vertraglich vereinbart hat.
Da auch ein potentieller Dritte kein Interesse daran hat zu viel zu zahlen, kommt es so in der Regel zu einem vernünftigen Preis, wogegen Sie vielleicht mehr bezahlt hätten, weil Sie ein besonderes Interesse an der Wohnung haben.

Nun, ich hoffe, Sie haben keinen Grund anzunehmen, dass die Eigentümerin, denn das ist Sie, sollte es auch für Sie sein, Ihnen Ärger bereiten will. Der Gewinn aus diesem Verkauf unterliegt übrigens der Spekulationssteuer.

Mein Rat nun: Wenn die Eigentumswohnung in neuen Händen ist, verhandeln Sie über das Vorkaufsrecht und ggf. weitere Dienstbarkeiten, die Ihnen als Hausbesitzer wichtig werden könnten.
Solange der neue Eigentümer kein mittelfristiges Interesse am Verkauf der Wohnung hat, wird er dafür offener sein. Denn diese Rechte müssen in gegenseitigem Einverständnis vereinbart werden.

Mit freundlichen Grüßen
Marina Schneider
Versicherungs- & FinanzMaklerin
Immobiliardarlehensvermittlerin

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