Expertenhilfe - Frage

Frage von Beck Predrag

Gefragt am 28.05.2017 um 12:14 Uhr

Guten Tag, am 12.05.2017 bekommen ich schreiben von AOK wo die mir mit Pfandung drohen für beiträge bis 31.03.2011. Ist das nicht verjährt?

Ich war nach dem 31.03.2011. weiter bei AOK versichert, mal als Arbeitnehmer, mal über Arbeitsamt (Arbeitslosegeld II) und erst jetzt wollen die Geld haben?

FinanceScout24 Experte  Marina Schneider

Expertenantwort

von Marina Schneider

3.00

Beantwortet am 30.05.2017

Ja, die Pfändung wäre rechtens. So sichert sich die Krankenkasse ihre Ansprüche bzgl. der rückständigen Beiträge. Die Krankenkasse hat von Gesetz her Anspruch darauf. Sie haben jetzt die Möglichkeit die nicht gezahlten Beiträge nachzuzahlen.
WARUM: Seit dem 1. April 2007 besteht für gesetzliche Krankenversicherungen, seit dem 1. Januar 2009 für private Krankenversicherungen Versicherungspflicht in einer Krankenkasse. Wer seit Beginn der Versicherungspflicht keine Krankenversicherung hat, musste sich bis zum 31. Dezember 2013 bei einer Kasse melden. Gesetz über den Versicherungsvertrag (Versicherungsvertragsgesetz - VVG) § 193 Versicherte Person; Versicherungspflicht
Bei verspätetem Abschluss muss ein einmaliger Prämienzuschlag gezahlt werden. Dieser Zuschlag beträgt für jeden Monat der Nichtversicherung eine Monatsprämie, ab dem 6. Monat der Nichtversicherung für jeden weiteren Monat 1/6 der Monatsprämie.
Die Fristen für den vollständigen ERLASS aller Beitragsrückstände und Säumniszuschläge, die in der Zeit zwischen Beginn der Versicherungspflicht (frühestens 1. April 2007) und der Meldung bei der Krankenkasse angefallen waren, sind bereits ABGELAUFEN..
Gibt es einen Schuldenerlass oder eine VERJÄHRUNG?
Nein, die Krankenkassen sind nach dem Gesetz verpflichtet, die Beiträge einzufordern. Krankenkassen funktionieren nach dem Solidarprinzip, daher ist es schon im Interesse der „ordentlichen“ Beitragszahler notwendig!
Ist der Beitragsschuldner tatsächlich nicht in der Lage zu zahlen, wird er zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung gezwungen, die Krankenkassen lassen sich ihre Forderungen titulieren. Aus diesem Titel kann dann 30 Jahre vollstreckt werden. Würde die Vollstreckung auch in absehbarer Zeit ins Leere laufen, sind die Krankenkassen meist bereit, sehr langfristige Ratenzahlungsvereinbarungen abzuschließen.

Mit freundlichen Grüßen
Marina Schneider
Versicherungs- & FinanzMaklerin
Immobiliardarlehensvermittlerin

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