Expertenhilfe - Frage

Frage von Rudolf Lacher

Gefragt am 27.12.2016 um 22:02 Uhr

Ist meine Bank berechtigt für ein Darlehen eine Disagio zu verlangen oder ist das als Ktreditbearbeitungsgebühr zu verstehen und damit uzulässig?

Im Januar 2014 habe ich zur Zwischenfinanzierung unseres Neubaus ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von 280.000 € zu 2,90 % Zins aufgenommen. Die Laufzeit war bis 06.01.2016 festgelegt. Das Darlehen wurde bereits am 22.09.2014 vollständig zurückgezahlt. Als Kosten/ Nebenleistugen wurde ein Disagio in Höhe von 1400,00 E einbehalten, der Nettodarlehensbetrag war 278.600 €. Unter Berufung auf das BGH Urteil vom 13.05.2014 habe ich das Disagio zurückverlangt, da darin eine unzulässige Kreditbearbeitungsgebühr zu sehen ist. Meine Bank verweigert die Rückzahlung. Was kann ich dagegen tun?

FinanceScout24 Experte  Oliver Wilhelm

Expertenantwort

von Oliver Wilhelm

4.50

Beantwortet am 28.12.2016

Früher war es üblich bei variablen Darlehen eine Gebühr oder ein Disagio zu nehmen um die Kosten der Bank zu decken wenn der Kunde wie ja möglich schnell zurückzahlt. Das ist dann gekippt worden und die Konsequenz ist, dass es zwar heute keine Gebühr mehr gibt aber dafür trotz gesunkener Marktzinsen eben deutlich höhere Bankzinsen. Bei Ihnen dürfte maßgeblich sein ob 2014 noch die Gebühr erhoben werden durfte oder nicht eine Beratung über einen Fachanwalt und eine mögliche Klage für den Fall, dass bei Ihnen der Termin schon gegeben war nach dem keine Gebühr mehr genommen werden darf wäre daher die Konsequenz.

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FinanceScout24 Experte  Martin Petter B.A.

Expertenantwort

von Martin Petter B.A.

5.00

Beantwortet am 29.12.2016

Sehr geehrter Herr Lacher,

in Ihrem Fall sollte ein Kreditsachverständiger beauftragt werden. Eine erste Analyse der Verträge ist hier meistens kostenlos. Für ein umfangreiches Gutachten, was der Bank vorgelegt werden sollte fällt meistens eine Gebühr an. Hier ist zu prüfen ob Ihre Rechtsschutzversicherung diese Kosten übernimmt.

Gerne vermittel ich Ihnen den passenden Ansprechpartner.

beste Grüße
Martin Petter

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FinanceScout24 Experte  Adnan Tamrak

Expertenantwort

von Adnan Tamrak

3.50

Beantwortet am 29.12.2016

Sehr geehrter Herr Lacher,

unter Würdigung Ihrer Angaben: Ein Abschlag von der Kreditsumme wird meist mit dem Motiv vereinbart eine Vorauszahlung auf die Sollzinsen zu bewirken und damit Steuererfekte für Anleger zu erzielen. Durch die Vorauszahlung auf die Zinsen wird der Nominalzinssatz gesenkt. Bei Privatpersonen sind Kreditinstitute verpflichtet, bei Vereinbarung eines Disagios den "anfänglichen effektiven Jahreszins” im Darlehensvertrag anzugeben. Bei der Angabe des effektiven Jahreszinses ist das Disagio laufzeitanteilig auf die Zinsen zu verrechnen. Zu klären wäre in Ihrem Fall, ob durch das "Disagio" tatsächlich der Nominalzinssatz des Darlehens gesenkt wurde. Ansonsten könnte man nach genauerer Prüfung Ihr "Disagio" als Bearbeitungsgebühren bewerten.

Meine Bewertung Ihres Anliegens soll eine anwaltliche Prüfung nicht ersetzen!

Viele Grüße aus Hamburg
A. Tamrak

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