Expertenhilfe - Frage

Frage von Renate

Gefragt am 31.01.2018 um 09:43 Uhr

Rechtschutzversicherung wenn "Ursprung" des Streits in der Vergangenheit liegt?

Bankberatung in 2008 für eine sichere, risikoarme Anlage mit anschliessende Anlage in 5-stellige Höhe. Zugesagt wurde daß die Renditen nicht garantiert werden könnten, aber unsere Einlage in voller Höhe würden wir auf jeden Fall nach Ablauf zurückbekommen. Renditen blieben aus, mehrere Insolvenzverfahren sind zwischenzeitlich durchgeführt worden. Die Bank hat bereits 2 Jahre nach Abschluss des Vertrags (Anlage), die Vermögungsanlage/Beratung Sparte aufgelöst. Es gibt kein Berater und auch kein Ansprechpartner. Eigene Versuche die Anlagefirmen zu kontaktieren, sind größtenteils gescheitert, so daß wir an unsere Einlage nicht kommen und auch keine Information erhalten. Laut Auskunft einer Treuhandfirma, ist unsere Einlage nicht garantiert und evtl. würden wir unser Einlage ebenfalls verlieren. Es gibt im Netz verschiedene Anklage über die Jahren mit eben dieser Bank und Anlageportfolio, so daß wir ebenfalls nun gezwungen sind gerichtliche Schritte einzuleiten. Würde eine neue abgeschlossen Rechtschutzversicherung hier übernehmen wenn wir uns - selbstverständlich nach Ablauf der Wartezeit - zum Anwalt gehen?
Besten Dank vorab.

FinanceScout24 Experte  Marina Schneider

Expertenantwort

von Marina Schneider

3.00

Beantwortet am 31.01.2018

Nun, Renate, in unserer Branche heißt es, "ein brennendes Haus versichert man nicht".
Und nun ist ja nicht nur die Schadensursache schon eingetreten, sondern auch der Schadensfall.
Und Fälle wie diese sind vom Versicherungsschutz ausgenommen.

Die Versicherungsbedingungen der Rechtschutzversicherung werden regelmäßig geändert und auch an die aktuellen Ereignisse angepasst.
Die Folge-Ereignis-Theorie gilt nur im SchadensersatzRS.

Neue Tarife versichern Rechtsstreitigkeiten in ursächlichen Zusammenhang mit Kapitalanlagen bis zu einer bestimmtem Höhe z.B. 10‘ oder 15.000 €.

Grundsätzlich ist es so, das Ansprüche an eine Firma in Insolvenz, sofort gestellt werden sollten, wenn überhaupt eine Chance auf Rückerhalt des Geldes bestehen sollte.
Und Sie schrieben ja, ein Berater von damals ist nicht aufzufinden und die Firma ist Insolvent. Wen wollen Sie also verklagen? Es tut mir leid für Sie.

Leider sind Sie aber nicht die Einzige, der sowas passiert. Der Gesetzgeber hat daher in den vergangenen Jahren einige Bestimmungen geändert und neue Gesetze erlassen. Das ist keine Allheilmittel, aber ein erster Schritt. Neben besserer Kontrolle der Kapitalanlageprodukte, dürfen
Kapitalanlagen nun nur noch von ausgebildeten Finanzanlagenvermittler vermittelt werden (IHK geprüft). Sie müssen also eine Zulassung haben, sie finden diese Vermittler in Register der IHKn.
Zu einer umfassenden Beratung gehört auch eine umfassende Risikoanalyse nicht nur des Produktes sonder auch des Kunden bzw. dessen Riskobereitschaft.
Das alles muss in einem Beratungsprotukoll festgehalten werden.
Allerdings garantiert das natürlich nicht, das unseriöse Geschäftemacher nicht auch den Vermittler „reinlegen“, denn kriminelle Energie erkennt man nicht so einfach.

Leider kann ich Ihnen nichts besseres antworten.

Mit freundlichen Grüßen
Marina Schneider
Versicherungs- & FinanzMaklerin
Immobiliardarlehensvermittlerin